User Image User
User Image User

Dieser Einkaufskorb von Piaggio fährt von allein

Im kurzen Abstand folgt die Gita ihrem "Herrchen".
6 Bilder

Von:

Wäre es nicht praktisch, wenn man seinen Einkauf in Zukunft nicht mehr nach Haus tragen muss? Die Gita von Piaggio rollt hinter einem her wie ein Hündchen und transportiert dabei 18 Kilogramm.

Die italienische Firma Piaggio ist bekannt für seine Roller - auch die Vespa gehört zum Imperium von Piaggio - und kleinen Lastfahrzeugen wie der Ape. Doch nun will Piaggio modern werden, und nicht nur italienische Legenden mit hohem Nostalgiefaktor produzieren. Vor kurzem wurde die erste Vespa mit einem Elektromotor vorgestellt, jetzt wurde die Gila gezeigt - ein autonom fahrendes Einkaufskörbchen.

Entwickelt wurde sie vom Entwicklungszentrum für Zukunftsmobilität Piaggio Fast Forward (PFF). Ein Fingerabdruck-Scanner aktiviert die Gita, danach folgt sie ihrem Besitzer wie ein . Selbst Fahrradfahren ist möglich, die Gita schafft bis zu 35 km/h. Die zweirädrige Gita kann Einkäufe von bis zu 18 kg transportieren. Der stärkere Kilo schafft sogar 100 Kilo.


Italienisches Design

Die Fahrzeuge bestehen aus einem Körper in Form einer Trommel und zwei umlaufenden Reifen, der Kilo besitzt ein weiteres Stützrad. Mit einer ähnlichen Technik wie ein Segway hält die Trommel sich in der Balance, schließlich darf der Einkauf während der Fahrt nicht geschleudert werden. 

Die Gita ist gedacht als Mobilitätslösung in der Stadt, die es dem Menschen auch ohne erlaubt, größere Einkäufe mit sich zu führen. Der größere Kilo könnte sogar Werkzeug und Material von Handwerkern transportieren.

Praktische Probleme

Ohne Frage sieht die Gita fantastisch aus. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, wie durchdacht dieses Konzept ist. Das fängt bei der schicken Zweiradkonzeption ab. Die beiden außen laufenden Räder machen es notwendig, den trommelförmigen Körper selbst balancierend aufzuhängen. Ein Aufwand, der mit vier Rädern nicht notwendig wäre. Außerdem fällt auf, dass die Roboter sich auf bisherigen Bildern immer auf ebenen Boden oder auf Rampen aufhalten. Zu befürchten ist, dass sie eine Stufe nur ganz un-autonom bewältigen können - man seine Gita also über jede höhere Gehwegkante tragen muss. Bei einem voll gepackten Kilo keine schöne Vorstellung.

Auch das Konzept der halbautonomen Bewegung birgt Probleme. Wenn sich Gita oder der große Kilo mit 35 km/h neben einem Rad durch die Stadt bewegen, müssten sie genauso sicher wie ein Auto im Verkehr manövrieren können. Nur hinterherrollen reicht nicht aus, um Unfälle zu vermeiden. Unklar wie Piaggio eine Aufgabe schaffen will, an der Giganten wie Mercedes, Google oder Apple derzeit noch scheitern. Bei der Begleitung eines Fußgängers auf dem Gehweg stellt sich das Problem nicht in dieser Weise, dann muss die Gita nur Hindernissen ausweichen. Außerdem soll man die Gita als Bote in Büros und Krankenhäusern einsetzen. In vermessenen Umgebungen soll sich die Gita auch allein zurechtfinden.

Wissenscommunity