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Die 83-Jährige, die nach Hause wollte und in Schottland landete

Hände einer alten Frau am Lenkrad eines Autos

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Eine 83-jährige Britin hat auf dem Weg vom Arzt nach Hause ihre Abzweigung verpasst. Ihre Familie war schwer besorgt, weil sie stundenlang nicht nach Hause kam. Sie war bis nach Schottland durchgefahren.

Valerie Johnson lebt in Peopleton, einem kleinen Örtchen bei Worcester in England. Am 4. Mai hatte die 83-Jährige einen Arzttermin im Worcestershire Royal Hospital, von dem sie nicht zurückkehrte. Dabei liegt das Krankenhaus keine zehn Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Johnsons Tochter, Karen Maskell, erzählt dem "Daily Record", wie sie davon erfahren hat: "Der direkte Nachbar meiner Mutter rief mich an, um mir zu sagen, dass sie nicht nach Hause gekommen und er in Sorge sei. Ich dachte, sie hätte einen Unfall gehabt." 

"Wir haben die Polizei angerufen und als ich bei ihrem Haus ankam, sagten die Polizisten, sie hätten ihr Auto gesehen: auf einer Verkehrskamera in Preston [nördlich von Liverpool, Anm. d. Red.], um elf Uhr nachts", berichtet Maskell. "Ich sagte, das kann nicht meine Mutter sein, sie hasst das Autofahren und legt normalerweise nicht mehr als fünf Kilometer zurück." Doch Maskell hatte sich geirrt. "Es war wirklich meine Mutter und sie war noch immer Richtung Norden unterwegs. Wir mussten die schottische Polizei einschalten."

Eine Baustelle war schuld

Die Irrfahrt der alten Dame hatte bereits in Worcester begonnen, wo sie aufgrund einer Umleitung wegen Bauarbeiten die richtige Abzweigung nach Hause verpasst hatte. Johnson fuhr in ihrem roten Toyota Aygo weiter nach Norden – stundenlang. Das Abenteuer der alten Dame endete erst, als ihr das Benzin ausging. Da war es der 5. Mai, 0.40 Uhr morgens. Johnson war da bereits in Larkhall, .

Dort entdeckte ein Paar das Auto mitten auf der Straße vor seiner Tür und wunderte sich. Die beiden gingen nach draußen, erkannten die Situation und schoben den Wagen an den Straßenrand. Sie luden die 83-Jährige ein, über Nacht bei ihnen zu bleiben. Erfreulicherweise war die alte Dame trotz der langen Autofahrt und ihrer Diabetes in guter Verfassung, wie ein später gerufener Sanitäter bestätigte.

Menschlichkeit wie in Hollywoodfilmen

Das freundliche Paar benachrichtigte ebenfalls die in Larkhall, die dafür sorgte, dass Karen Maskell verständigt wurde. "Meine Mutter hatte jedes Gefühl für Zeit verloren, ich bezweifle, dass ihr klar war, dass sie sich in Schottland befand", so Maskell zum "Daily Record". "Ich nahm den ersten Flug am nächsten Morgen nach Glasgow und traf die Polizei am Flughafen."

Das Paar, das Valerie Johnson aufgenommen hat, hat gezeigt, was Menschlichkeit bedeutet: Eine verirrte und leicht verwirrte Frau in sein Haus einzuladen, weil man eine Notsituation erkennt.

Das kennen wir sonst nur aus Hollywoodfilmen.


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