User Image User
User Image User

Rettungsgassen-Blockierer bepöbeln Einsatzkräfte

Einer von vielen Staus auf einer Autobahn.

Ein Mann verunglückt auf der A5. Rettungskräfte und Feuerwehr werden von Rettungsgassen-Blockierern aufgehalten und sogar angepöbelt. Jetzt zieht die Feuerwehr Konsequenzen. 

Wenn Notärzte gebraucht werden, kommt es auf jede Sekunde an. Jede einzelne Sekunde kann Menschenleben retten. Umso wichtiger ist es also, dass so schnell wie nur möglich an einer Unfallstelle ankommen. Doch vor allem auf Autobahnen ist das immer wieder ein Problem, weil einige Fahrer keine Rettungsgasse bilden.

Auch am Mittwochnachmittag blockierten Dutzende Autofahrer auf der A5 bei Mörfelden-Walldorf in Hessen den Hilfskräften den Weg. Der Pressesprecher der ist deswegen noch immer schockiert: "Die haben mich gefragt, was ich mir einbilden würde, wer ich überhaupt sei, und ich soll nicht so einen Zirkus machen", sagte er im Interview mit der "Hessenschau".

Autofahrer hängen sich an Blaulichtfahrzeuge

Nachdem ein Gerüstbauer am Mittwochnachmittag bei Arbeiten fünf Meter in die Tiefe auf einen gesperrten Abschnitt der A5 gestürzt war, wurden Notärzte und Feuerwehr alarmiert. Die , begleitet von einem Polizeiwagen mit dem Signal "Bitte Rettungsgasse bilden", düsten zum Unfallort.

Die Autofahrer fuhren zunächst wie verlangt nach links und rechts, damit die Fahrzeuge durchfahren konnten. Bis "ein paar Schlaumeier", wie der Sprecher sagt, auf die Idee kamen, hinter den Rettungskräften herzufahren, um so schneller durch den Stau zu kommen.

Doch als weitere Feuerwehrwagen durch die Gasse fahren wollten, war diese verstopft. "Das war unter aller Sau! Wir mussten 900 Meter zu Fuß mit unseren Rettungsrucksäcken zum Unfallort laufen, hinter uns der Notarzt mit EKG", erzählt ein Feuerwehrmann.

"Wir sollen uns nicht so anstellen", hieß es

Eine halbe Stunde brauchten die Retter vom Stauende bis zur Unfallstelle. Zum Glück fuhr ein Notarzt in der Gegenrichtung zufällig an der Unfallstelle vorbei und konnte dem verletzten Mann so lange Erste Hilfe leisten, bis ein Rettungshubschrauber ihn in ein Frankfurter Krankenhaus brachte.

Dadurch hatten die Rettungskräfte genügend Zeit, die dreisten Fahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Doch die zeigten keine Reue, wie ein Feuerwehrmann der "Bild" berichtete: "Als wir uns bei den Autofahrern beschwerten, guckten und lachten die, meinten, wir sollen uns nicht so anstellen."

Rettungsgassen-Blockierer zahlen nur 20 Euro Ordnungsgeld

Den Blockierern drohen jetzt rechtliche Konsequenzen: "Wir haben Aufnahmen gemacht, 30 Autokennzeichen notiert und zeigen die Halter bei der Autobahnpolizei an", so die Feuerwehr. 

Das Bilden einer Rettungsgasse ist laut Straßenverkehrsordnung Pflicht. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Ordnungsgeld von 20 Euro. Ein "Witz" im Vergleich zu den Geldern, die man in anderen europäischen Ländern zahlt. In Österreich beispielsweise sind es 726 Euro.

Insbesondere wenn man bedenkt, dass durch das Nicht-Bilden einer Gasse Menschenleben gefährdet werden, wie der Sprecher der Feuerwehr noch einmal betont: "Unvorstellbar, was passiert wäre, wenn das ein Verkehrsunfall mit eingeklemmten Verletzten gewesen wäre. Die Werkzeuge zur Befreiung kann man nicht einen Kilometer weit tragen. Das hätte Menschenleben gekostet."


rpw

Wissenscommunity

Wissenscommunity