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Ein U-Boot mit britischen Nuklearwaffen - es läuft noch mit Windows XP

U-Boot Vanguard Großbritannien Windows XP

Alte Software kann schon auf dem Computer zur echten Gefahr werden. Allerdings laufen auch noch ganz andere Geräte mit Uralt-Programmen - etwa U-Boote mit britischen Atomwaffen. Vor denen warnt nun ein ehemaliger Verteidigungsminister.

Wer seinen PC immer noch mit Windows XP betreibt, läuft Gefahr, sich jederzeit einen Virus oder Trojaner einfangen zu können. Selbst, wenn der Rechner nicht am Internet hängt. Trotzdem werden auch deutlich sicherheitsrelevantere Systeme nach wie vor mit dem Uralt-System betrieben. Etwa Geldautomaten - oder Atom-U-Boote.

Davor warnt Lord Des Browne, von 2006 bis 2008 britischer Verteidigungsminister unter Tony Blair. Gegenüber dem Magazin "The New Yorker" äußerte Browne nun ernsthafte Bedenken bezüglich der Sicherheit der britischen Nuklearwaffen. Statt eine Software selbst zu entwickeln, hatte man nämlich 2008 für die vier britischen Atom-U-Boote der Vanguard-Klasse mit ihren insgesamt 40 Nuklearsprengköpfen auf Windows XP gesetzt - aus Kostengründen. "Es ist schockierend, dass mein Computer daheim eine neuere Windows-Version nutzt als die Militär-U-Boote Großbritanniens", so Browne.


Windows XP ist ein echtes Risiko

Der Ex-Minister ist mittlerweile als stellvertretender Vorsitzender für die "Nuclear Threat Initiative" (NTI) aktiv, eine Organisation, die die weltweite Gefahr durch Nuklearwaffen reduzieren will. Er leitet dort eine Arbeitsgruppe zum Risiko von Cyberattacken auf Nuklearsysteme. Eine Gefahr, die seiner Meinung nach von vielen Menschen in Machtpositionen unterschätzt wird. Auch eine Malware-Infektion der britischen Nuklear-U-Boote sieht er als echtes Risiko.

Das Problem: Windows XP wird schon seit letztem Jahr offiziell nicht mehr unterstützt, Sicherheitsupdates gibt es nur für Spezialversionen. Ob auch die U-Boote diese Systeme nutzen, ist nicht bekannt. Microsoft selbst gibt an, man solle XP nicht als sicheres System betrachten - und eine moderne Version einsetzen.


Auch, dass die Computer in den U-Booten nicht am Internet hängen, bietet keinen ausreichenden Schutz. Der Stuxnet-Angriff auf iranische Atomanlagen konnte von Geheimdiensten über infizierte USB-Sticks abgewickelt werden. Der Trojaner wickelte auch ohne Steuerung von außen sein Programm ab. In Bezug auf Nukearwaffen eine unheimliche, allerdings wegen der fehlenden Kontrolle der Infektion eher unwahrscheinliche Variante.

Uralt-Technik mit Vernichtungspotenzial

Dass Militärtechnik auf uralten Systemen beruht, ist indes keine Ausnahme. Die Abschussanlagen der US-Interkontinentalrakete "Minuteman III" setzt etwa nach wie vor auf 8-Zoll Floppy-Disketten. Die Datenträger fassten in der größten Version ganze 1,2 Megabyte und wurden bereits in den 70ern durch kleinere Nachfolger ersetzt. Besonders skurril: Disketten wird in der Regel eine Lebensdauer von zehn bis 30 Jahren nachgesagt, für das US-Nuklearprogramm müssen also weiterhin die völlig veralteten Disketten nachproduziert werden.

mma

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