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Absturz des Actionhelden: GoPro weiter im freien Fall

GoPro-Chef Nick Woodman

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GoPro war mal eines der coolsten Unternehmen der Welt. Seit einiger Zeit steckt der Actioncam-Hersteller aber in der Krise. Nun wurde zum zweiten Mal in nur vier Monaten ein Stellenabbau angekündigt. 

Mutig sein, immer ans Limit gehen, kein Risiko scheuen - das war die Maxime und Unternehmensphilosophie von Nick Woodman. Dem Hobby-Surfer gelang es, innerhalb weniger Jahre mit seiner Actioncam-Marke GoPro zu einem der strahlenden Sterne des Technikhimmels zu werden. Kaum ein Surfbrett, kaum ein Mountainbike-Helm, an dem nicht die streichholzschachtelgroßen Kameras klebten. Jahrelang dominierte die Firma den selbstgeschaffenen Markt und machte Woodman steinreich. Mit Mitte 30 war er Milliardär.

Doch nach dem Raketenstart kam der Absturz: Die Verkaufszahlen gingen zurück, billigere Konkurrenten drängten auf den Markt - und eigene Innovationen zündeten nicht wie erhofft. Seit Monaten kennt der Börsenkurs nur eine Richtung: steil nach unten. Die Kurve erinnert an eine spektakuläre Mountainbike-Abfahrt, deren Ende noch nicht in Sicht ist.

GoPro: Stellenabbau und schlechte Zahlen

Nun gibt es die nächste Hiobsbotschaft: Um die Kosten zu drücken, sollen 270 Jobs gestrichen werden. Es ist der zweite Stellenabbau innerhalb weniger Monate. Ende des vorigen Jahres wurden schon einmal 200 Jobs gestrichen.

GoPro hatte mit einem verpatzten Weihnachtsquartal zuletzt die Erwartungen weit verfehlt und die Anleger enttäuscht. Zwar verkaufte der Konzern 2,3 Millionen Kameras - 14 Prozent mehr als im Vorjahresquartal -, doch die Wall Street rechnete mit höheren Erlösen. Zugleich schnellte der Verlust wegen Umbaukosten und Steuerbelastungen auf satte 115 Millionen Dollar hoch.

Fehlstart bei der GoPro-Drohne

Große Hoffnungen setzte das Unternehmen auf die erste Kameradrohne Karma. Diese musste allerdings nur zwei Wochen nach dem Start wegen Absturzgefahr zurückgerufen werden. Auch erste Tests lesen sich nicht besonders vielversprechend. Dass die Aktie durch die neue Drohne wieder abheben wird, darf bezweifelt werden.

Viele Marktexperten glauben ohnehin nicht an die große Trendwende. Das Marktpotenzial sei weitgehend ausgeschöpft, sprich: Wer eine Actioncam haben wollte, besitzt bereits eine. Im Gegensatz zu Smartphones sind die Erneuerungszyklen auch weit geringer. Wenn Woodman das Ruder noch einmal herumreißen will, muss er sich etwas komplett Neues einfallen lassen. Mutig sein. Und kein Risiko scheuen.  

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