21.08.2012, 18:55 Uhr
Vorbestellung für iPhone 5 Das namenlose Apple-Handy
Kreative Werbung von O2: Obwohl das iPhone 5 nicht beim Namen genannt wird, ist es offensichtlich, dass hier das nächste Apple-Handy beworben wird
Die großen Mobilfunkanbieter bewerben das neue iPhone, ohne das Apple-Handy beim Namen zu nennen. Um juristischen Ärger zu umgehen, nutzen sie deshalb kreative Tricks.
Von Christoph Fröhlich

Es ist der Traum vieler Apple-Fans: als erstes das neue iPhone 5 in den Händen halten. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, gibt es jedoch nur zwei Möglichkeiten: rechtzeitig in der Schlange am Apple Store stehen - oder das Handy vorbestellen und es sich pünktlich zum Verkaufsstart abholen. Doch es gibt ein Problem: Wie kann man ein Telefon reservieren, dass es offiziell noch gar nicht gibt und bei dem niemand genau weiß, wann es erscheint? Um beim kommenden Millionengeschäft mit dem Apple-Handy mitzumischen, zeigen sich deutsche Mobilfunkbetreiber besonders kreativ.

iPhone 5 nicht ohne einen neuen Vertrag

Gerüchten zufolge soll das iPhone der nächsten Generation am 12. September vorgestellt werden und bereits neun Tage später (21. September) im Handel erhältlich sein. Apple hüllt sich dazu wie immer in Schweigen, nicht einmal der Name "iPhone 5" ist bestätigt. Was also tun? O2 will nicht auf seinen Teil des Kuchens verzichten und schaltet eine unmissverständliche Werbung auf der Homepage: "Das 5er bei O2. Jetzt vormerken", daneben die Silhouette eines länglichen Smartphones. Das würde auch zu den derzeitigen Gerüchten passen, laut denen das iPhone 5 ein größeres Display als seine Vorgänger haben soll. Das Wort iPhone wird nirgends erwähnt, die Botschaft aber ist klar: Wer sich auf der Seite anmeldet, wird pünktlich zum Start des neuen Apple-Spitzenhandys kontaktiert.

Nebulös geht es auch bei der Deutschen Telekom zur Sache: Wie im vergangenen Jahr bietet Apples einstiger Exklusivpartner in Deutschland seit dem 14. August ein sogenanntes Premierenticket. Damit können sich Kunden unverbindlich für ein neues Smartphone vormerken lassen. Genauer wird der rosa Telefonriese in seiner Erklärung nicht - im letzten Jahr galt das Angebot aber dem iPhone 4S. "Mit dem Premierenticket werden Sie beim Vermarktungsstart eines neuen Smartphones als Erstes bedient", hieß es bei der Telekom.

Ganz umsonst ist das Premierenticket aber nicht: Wer den Zettel im Laden einlöst und als einer der Ersten das iPhone in die Hände bekommt, muss seinen bestehenden Vertrag verlängern oder einen neuen abschließen, für volle 24 Monate.

Plötzlich ohne Zeichnung

Und auch der Dritte im Bunde, Vodafone, bietet für iPhone-Interessenten ein spezielles Formular für "Smartphone-Neuheiten" mit dem Slogan "5,4 III, 2 … als Erster dabei!" an. Ins Auge sticht sofort die riesige 5 auf knallig rotem Hintergrund. Offiziell handelt es sich dabei um keine Reservierung für das iPhone 5, sondern lediglich um einen Info-Service für kommende Smartphones.

Aber: In der ursprünglichen Version der Werbung, die der rote Handynetzbetreiber in der vergangenen Woche verbreitete, war die Zeichnung eines dem iPhone verdächtig ähnlich sehenden Handys darunter zu sehen. Die Skizze ist mittlerweile kommentarlos entfernt worden.

Von den großen Mobilfunkbetreibern schweigt bislang nur Eplus. Doch vermutlich wird auch der grün-weiße Netzanbieter sich das Geschäft nicht entgehen lassen wollen. Vielleicht tüfteln sie nur noch, wie sie das Apple-Gerät unmissverständlich bewerben können, ohne es bei seinem Namen zu nennen und den Hersteller zu verärgern. Helfen könnte möglicherweise ein Blick in J.K. Rowlings Buchreihe "Harry Potter": Aus Angst vor dem fiesen Lord Voldemort nennen ihn alle Zauberer nur "Der, dessen Name nicht genannt werden darf". Ob das allerdings auch bei einem Smartphone funktioniert, sei dahingestellt.

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