User Image User
User Image User
Test

Beats X im Test: Sind das die besseren AirPods?

Von:

Der Beats X ist mit 149 Euro der günstigste Bluetooth-Kopfhörer im Apple-Universum. Und im Gegensatz zu den AirPods hat er noch ein richtiges Kabel. Doch wie schlägt er sich im Klang-Check?

Als Apple im vergangenen September das iPhone 7 vorstellte, war die Aufregung groß: Das Smartphone hat keinen Klinkenanschluss mehr! Kopfhörer kann man nur noch via Bluetooth koppeln oder mit einem Lightning-Stecker anschließen. Wie passend, dass Apple im selben Atemzug die ersten hauseigenen Bluetooth-Kopfhörer vorstellte - die AirPods. Die wurden aufgrund der gewöhnungsbedürftigen Optik zunächst verspottet, doch in Tests zeigte sich: Die AirPods funktionieren erstaunlich gut, haben einen ausgewogenen Klang und fallen auch nicht wie befürchtet ständig aus den Ohren (hier finden Sie unseren vollständigen Test).

Apples Tochtermarke Beats setzt ebenfalls seit Jahren voll auf den Bluetooth-Trend. Nach dem Solo 3 und dem Sportkopfhörer PowerBeats 3 Wireless gibt es nun den Beats X, den kleinsten und leichtesten In-Ear-Kopfhörer der Kultmarke. Der stern hat ihn bereits ausprobiert und vergleicht ihn mit Apples AirPods.

Druckbetankung und Magnethalterung

Im Gegensatz zu den AirPods ist der Beats X nicht völlig kabellos, beide Ohrstöpsel sind durch eine (für unseren Geschmack etwas zu lange) Strippe miteinander verbunden. Die ist besonders dünn, eine spezielle Legierung soll das Kabel nahezu unzerstörbar machen. Ob das zuverlässig vor Kabelbrüchen schützt, werden Langzeittests zeigen.

Die gewohnten Tasten zur Musiksteuerung und dem Regulieren der Lautstärke findet man an der Schnur zum linken Ohrhörer. Zudem ist ein Mikrofon verbaut. Der Kopfhörer lässt sich Dank des flexiblen Materials auch sehr kompakt zusammenrollen, sodass er in die mitgelieferte Transporttasche passt.

Durch das Kabel hat man etwas mehr Zug am Ohrstöpsel als bei den freihängenden AirPods, weshalb der Beats X perfekt sitzen muss. Im Lieferumfang sind Ohrgummis (Eartips) in vier Größen enthalten, zudem gibt es zwei Gummi-Wingtips (praktisch für Jogger) für einen besseren Halt. Da dürfte eigentlich für fast jedes Ohr etwas dabei sein. Eine angenehme Überraschung erlebten wir, als wir den Beats X das erste Mal aus dem Ohr nahmen: Die Ohrstöpsel sind magnetisch und hängen dann wie eine Kette um den Hals. So verliert man den Kopfhörer auf keinen Fall.

Eher Hip-Hop als Klassik

Nun zum Wichtigsten: dem Klang. Naturgemäß legt der Beats X immer noch viel Wert auf Wumms. Allerdings ist der nicht mehr so dominant wie bei früheren Modellen, was für einen warmen, etwas ausgeglicheneren Klang sorgt. Audiophile Musikliebhaber, die gerne jedes Detail eines Songs hören wollen, sollten definitiv nicht zu diesem Kopfhörer greifen. Nüchterne, kühle Analytiker waren Beats-Kopfhörer noch nie - auch der X ist hier keine Ausnahme. Er will eher ein lebhaftes Klangbild vermitteln, quasi Großraumclub statt Orchestergraben. Für die meisten Menschen dürfte das in Ordnung gehen.

Simple Kopplung

Was den Beats X von anderen Bluetooth-Kopfhörern unterscheidet, ist der eingebaute W1-Chip. Der steckt auch im großen Solo 3 und den AirPods und ermöglicht eine simple Kopplung mit dem iPhone. Dazu muss man den Beats X einfach neben das Smartphone legen, den An/Aus-Schalter ein paar Sekunden gedrückt halten, anschließend poppt auf dem iPhone ein Fenster auf. Bestätigen und schon kann man direkt loshören. Ins Bluetooth-Menü in den Einstellungen müssen Beats-Nutzer nicht mehr, sofern sie ein Gerät mit iOS 10 (ab iPhone 5 oder neuer) besitzen. Praktisch: Nicht nur das iPhone ist mit dem Beats X verbunden, sondern alle Geräte, auf denen man sich mit derselben Apple-ID angemeldet hat - etwa der Mac oder die Apple Watch.

Angenehmer Nebeneffekt: Der W1-Chip ist sparsamer als herkömmliche Bluetooth-Chips. Voll aufgeladen hält der Kopfhörer - abhängig von der Lautstärke - bis zu acht Stunden durch. Angesichts des geringen Gewichts ein guter, wenn auch nicht herausragender Wert. Aufgeladen wird der Beats X via Lightning-Stecker in 45 Minuten. Für Eilige gibt es die Fast-Fuel-Technik: Fünf Minuten an der Steckdose reichen für knapp zwei Stunden Musikhören.

Selbstverständlich können auch Android-Nutzer ihr Smartphone mit den Beats X koppeln, doch auf die einfache Kopplung muss man dann verzichten. Die Akkulaufzeit bleibt bei Android-Geräten unverändert.

Fazit: Guter Allrounder für iPhone-Nutzer

Der Beats X ist in vielerlei Hinsicht ein AirPod in anderer Gestalt: Er lässt sich dank des W1-Chips genauso komfortabel koppeln, funktioniert nahtlos mit allen Apple-Geräten und ist ratzfatz aufgeladen. Mit 149 Euro ist der Beats X sogar etwas günstiger als die AirPods (179 Euro), zudem ist er in zwei Farben (Schwarz und Weiß) erhältlich.

Die Ohrgummis können komplett an das eigene Ohr angepasst werden, was vor allem dem Bass zugutekommt. Insgesamt ist der Sound aber keine Offenbarung, sondern eher Durchschnitt. Das dürfte für die meisten ausreichend sein, denn bei Kopfhörern der Marke Beats ist der Style mindestens genauso wichtig, bis heute leben sie das hippe Image als Trendsetter - daran hat auch die milliardenschwere Übernahme seitens Apple nichts geändert.

Die AirPods haben noch ein paar Tricks mehr auf Lager - so erkennen sie etwa, wenn sie aus den Ohren genommen werden und pausieren automatisch das Lied. Für iPhone-Besitzer ist der Beats X wegen der Lightning-Ladebuchse und der simplen Kopplung eine interessantere Wahl als für Android-Nutzer.

Eine Alternative sind die Bose SoundSport Wireless (180 Euro). Die haben keine ganz so lange Akkulaufzeit (sechs Stunden) und keinen W1-Chip, sind aber schweiß- und wasserbeständig und haben einen etwas ausgefeilteren Klang.

 

Weitere Themen

Wissenscommunity