User Image User
User Image User
Test

Gigaset GS160: Wenn billig noch zu teuer ist

Gigaset GS160 Test

Von:

Mit dem GS160 richtet sich Gigaset an Kunden, die so wenig wie möglich ausgeben möchten. Wir haben es getestet und verraten, warum man selbst für 150 Euro mehr erwarten kann.

Wer die vielen Vorzüge eines Smartphones genießen, aber lieber weniger dafür ausgeben möchte, hat heute mehr Auswahl als je zuvor. Gigaset schickt etwa das knapp 150 Euro teure Gigaset GS160 ins Rennen. Aber lohnt sich der Kauf? Wir haben es getestet.

An ein Smartphone dieser Preisklasse darf man natürlich nicht dieselben Ansprüche haben wie an ein Galaxy S7 oder ein iPhone 7. Beim Design kann das GS160 etwa in keiner Weise mit den schicken Handschmeichlern konkurrieren. Verstecken muss man es aber auch nicht. Die Optik ist schlicht und funktional. Einen Designpreis gewinnt man so zwar nicht, aber das ist bei dem Preis auch völlig in Ordnung. Immerhin: Der Plastikrahmen in Metall-Optik und die Kunststoffrückseite sind recht ordentlich verarbeitet, das Gerät liegt angenehm in der Hand.

Grell, aber blass

Der Eindruck leidet aber etwas, wenn man die Rückseite mal abnehmen möchte. Etwa um eine microSD-Karte zur Speichererweiterung oder eine zweite SIM-Karte einzusetzen. Die Plastikschale fällt ziemlich dünn aus, die kleinen Haken halten sie sehr fest am Gehäuse. Dadurch fühlt es sich beim Abnehmen an, als wenn sie jederzeit brechen könnte. Zum Glück muss man die Rückseite in der Regel nicht besonders häufig abnehmen.

Gigaset GS160 Test


Sobald man das Gerät einschaltet, fällt als erstes das grelle Display auf. Das ist mit 5 Zoll recht groß, aber mit 1280 x 720 Pixel nicht besonders hoch aufgelöst. Farben stellt es recht ordentlich, wenn auch ein bisschen blass dar. Gut ist der hohe Betrachtungswinkel. Für ein Gerät dieser Preisklasse kann sich das Display sehen lassen.

Zu behäbig für gute Fotos

Wenig begeistern kann die Technik im Inneren. Ruckler bleiben zwar die Ausnahme, sind aber häufiger, als man es sich wünschen würde. Wartezeiten und behäbige Reaktionen sind fast die Regel. Alles dauert merkbar länger.

Bei Fotos wird das zu einem Problem: Das GS 160 braucht schlicht zu lange, um sie aufzunehmen. Bei hellem Tageslicht gehen viele Bilder als Schnappschuss gerade noch durch, andere sind aber selbst dann zu schlierig. Bei schlechterem Licht und in Innenräumen ist die Kamera durch die lange Auslösedauer völlig unbrauchbar. Es dauert oft eine Sekunde und mehr, bis das Bild geknipst wurde, scharfe Fotos sind so kaum einzufangen. Motive in Bewegung - etwa spielende Kinder - fallen völlig aus.

Gigaset GS160 Test


Ordentlicher Akku und Fingerabdrucksensor

Einen besseren Eindruck hinterlässt der Akku. Das GS160 hält einen guten Tag durch, wer das Smartphone wenig benutzt, schafft vielleicht auch einen weiteren halben. Das ist ordentlicher Durchschnitt. Ist der Akku irgendwann einmal altersschwach, kann man ihn gegen einen neuen eintauschen. Heutzutage keine Selbstverständlichkeit.

Mit zwei Features kann sich Gigaset ein wenig von den Konkurrenten absetzen: Trotz des günstigen Preises hat das GS160 einen Fingerabdruck-Sensor, der das Gerät meistens auch ausreichend schnell entsperrt. Das ist in dieser Preisklasse immer noch ungewöhnlich. Mit einem Paar Kopfhörer als Antenne kann man zudem UKW-Radio hören.

Bei der Software setzt Gigaset auf das angestaubte Android 6, aktuell ist seit einem halben Jahr Android 7. Allerdings muss man sagen, dass auch viele teurere Smartphones noch nicht mit dem neuen System laufen. Auf Updates darf man aber wohl nicht hoffen. Nervig: Ein vorinstalliertes Telekom-Widget störte mit regelmäßigen Absturz-Meldungen, obwohl es nie aktiv geöffnet worden war. Immerhin ließ es sich ohne Zicken deinstallieren. 

Fazit: Billig, aber kein Schnäppchen

Selbst zum günstigen Preis von 150 Euro ist das Gigaset GS160 kein Schnäppchen - trotz niedriger Erwartungen. Die sehr behäbige Bedienung und die deutlich zu lahme Kamera fallen zu stark ins Gewicht. Den Eindruck können auch die Verarbeitung, das ordentliche Display, der Fingerabdruck-Sensor oder die gute Akkulaufzeit nicht retten.

Wer keine Fotos schießt und mit der geruhsamen Bedienung klar kommt, kann einen Blick riskieren. Oder lieber zum Moto G (2015) (hier bei uns im Test) greifen, das zu einem ähnlichen Preis deutlich flotter agiert. Wer etwa 25 Euro drauf legt, bekommt mit dem Honor 5c schon eine wesentlich potentere Alternative.


Wissenscommunity