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"Lehrer entsetzt" – Schülern droht Anzeige wegen Abistreichs

Ein Zettel, der an einer Eingangstür klebt, mit dem Aufdruck "Abitur bitte Ruhe"

Beim Abistreich will man seinen Lehrern noch einmal eins auswischen, bevor es ins richtige Leben geht. Die Abiturienten des Quirinus-Gymnasiums in Neuss sind wohl zu weit gegangen, denn die Schulleitung prüft rechtliche Konsequenzen.

Der Abistreich – jeder Abiturient wird sich noch vage erinnern, wie man seinen Lehrern noch einmal eins ausgewischt hat. Bevor das richtige Leben beginnt, lässt man noch einmal die Sau raus. Wenn alles im Rahmen bleibt, hat niemand etwas dagegen. Allerdings bleibt es das nicht immer. Einige Schüler übertreiben. Sei es, weil sie zu viel Alkohol trinken oder Lehrer persönlich angreifen.

So geschah es am Quirinus-Gymnasium in . Das berichtet jetzt die "Rheinische Post". Dort haben die Abiturienten für echten Ärger gesorgt, indem sie mit Abbildungen von Penissen laut der Schule "das gesamte Lehrerkollegium diffamiert" hätten. Das geht aus einem an die Schüler gerichteten Brief hervor, den der "Stadt Kurier" veröffentlicht hat. 

"Sexistische Darstellungen" beim Abistreich entsetzten Lehrer

Im Foyer des Verwaltungsgebäudes der Schule klebten sie einmal aus Stickern eine zwei Meter Abbildung eines männlichen Geschlechtsteils an die Wand und stellten mit weiteren Aufklebern Spermien dar, die in Richtung der an der Wand hängenden Fotos einiger Lehrer fliegen. Außerdem platzierten sie unter einer Glasvitrine einen Dildo und legten einen Zettel dazu auf dem stand: "Weil sie jetzt nicht mehr mit uns f***** können – hier ein kleiner Ausgleich. XOXO Q2."


Daraufhin richteten sich drei Lehrer des Gymnasiums mit einem Brief an die Schüler, in dem sie diese Aktionen aufs Schärfste verurteilten: "Wir sind ausgesprochen entsetzt über diese sexistischen, überaus niveaulosen, sehr respektlosen und ehrabschneidenden o.g. bildlichen Darstellungen sowie schriftlich gemachten Äußerungen, die das gesamte Lehrerkollegium diffamieren", schrieben sie und legten gleichzeitig ihre Ämter als Mitorganisatoren des Abi-Gottesdienstes nieder. 


Schulleitung prüft rechtliche Konsequenzen

Auf stern-Nachfrage wollte sich die Schule zum Vorfall nicht äußern und verwies auf die Pressestelle der Bezirksregierung Düsseldorf. Die bestätigte den Vorfall, sagte aber auch, dass der Gottesdienst trotzdem stattfinden werde. Zudem werde derzeit seitens der Schulleitung geprüft, ob eine Strafanzeige sinnvoll sei.Welche Schüler für den Vorfall verantwortlich sind, hat man bisher allerdings nicht herausfinden können. 


rpw

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