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Was schmeckt besser: No-Name oder Marke?

Nelson Müller

Von:

In Discountern und Supermärkten gibt es viele No-Name-Waren: Cola, Wasser oder Bananen. Aber wie steht es um die Qualität der Produkte? Nelson Müller zeigt in "ZDFzeit", wo das Gleiche drinsteckt und wie die Industrie am Preis dreht.

100 Menschen hat das ZDF gebeten, No-Name-Produkte und Markenprodukte zu testen. Nelson Müller möchte für "ZDFzeit" herausfinden, wie gut No-Name-Produkte eigentlich sind. Dass wir die Wahl bei Cola und Wasser haben ist nicht verwunderlich, aber sogar bei Bananen können wir zwischen No-Name oder Markenprodukt wählen. 

Von vielen Originalen gibt es mittlerweile eine preiswerte Kopie, und die schmeckt oft identisch. Das liegt daran, dass viele Kopien vom Hersteller der Marke stammen. Heißt das im Umkehrschluss, dass immer dieselbe Qualität drin steckt? Dem möchte Nelson Müller auf die Spur gehen. Er verkostet Sahne-Heringsfilets von Nadler für 7,23 Euro pro Kilogramm und das No-Name-Produkt von ja! für 3,13 Euro. Beide stammen aus der selben Fabrik. Was auffällt? Die Produkte schmecken unwesentlich anders, das No-Name-Produkt schneidet sogar qualitativ besser ab, der Fisch sei appetitlicher.

Bei einem weiteren Test, einer Paella, kann das Markenprodukt punkten. Hier verwenden die Hersteller echten Safran, im No-Name-Produkt wird das teure Gewürz nicht verwendet.

Für No-Name-Produkte ein "Gut"

Stiftung Warentest hat No-Name-Produkte bereits häufig mit dem Gesamturteil "Gut" bewertet. Vor allem bei Produkten mit nur einer Zutat (Mehl, Milch, Butter, Zucker) gibt es kaum Unterschiede zum Markenprodukt. Hinter vielen No-Name-Produkte stecken bekannte Hersteller, das verspricht Qualität.

Die Industrie trickst mit den Mengenangaben - beispielsweise bei Fruchtaufstrichen: Es ist weniger Frucht darin als man erwarten würde. Bei Nuss-Nougat-Cremes werden immer wieder Schadstoffe gefunden - Esther oder Aflatoxine. Eine Stichprobe von ZDFzeit war jedoch unauffällig. Es gilt: Bei den Inhaltsstoffen unterscheidet sich das No-Name- nicht vom Markenprodukt. Wieso es sie trotzdem gibt? Weil Hersteller mit den Markenprodukten sehr viel mehr Geld verdienen können.

Wie fair sind Markenprodukte?

Im Supermarkt kann man zwischen No-Name-Bananen und Marken-Bananen wählen. Heißt das im Umkehrschluss, dass der Bauer am Markenprodukt mehr verdient, wenn wir dafür mehr Geld ausgeben? Nein. Wer auf das Markenprodukt zurückgreift, fördert nicht die Bauern im Ursprungsland, sondern nur den Hersteller. Daher sollte man auf Fair-Trade-Siegel achten. Nur dann verdient der Bauer an der Kaufentscheidung des Verbrauchers.

Was Nelson Müller außerdem auffällt? Wir lassen uns von Markenprodukten beeinflussen, sogar geschmacklich. Es lohnt aber, einen Blick auf das günstigere No-Name-Produkt zu werfen. Oft sind diese geschmacklich identisch. Fazit: No-Name-Produkte brauchen sich nicht hinter den teuren Markenprodukten zu verstecken.

Die ganze Sendung können Sie in der ZDF-Mediathek sehen!


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