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Auf Druck von Warentest: Krebserregender Tee wird vom Markt genommen

Stiftung Warentest: Krebserregender Tee wird vom Markt genommen

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Mitten in der Prüfphase ist Stiftung Warentest auf einen Kamillentee gestoßen, der so extrem mit Schadstoffen belastet ist, dass die Tester vor dem Genuss warnen. Jetzt hat der Hersteller reagiert. Kusmi nimmt den Tee vom Markt. 

Eigentlich wäre der Test von Kräutertees der Stiftung Warentest erst in zwei Monaten erschienen. Mitten in der Prüfphase aber haben die Tester in einer Charge äußerst hohe Schadstoffgehalte festgestellt. Der Kamillentee der französischen Premium-Marke "Kusmi Tea" ist mit Pyrrolizidinalkaloide (PA) belastet, schreibt Stiftung Warentest in einer veröffentlichten Erklärung.

Den Anbieter hat Stiftung Warentest mit den Ergebnissen sogleich konfrontiert. Der sah bis dato aber keinen Handlungsbedarf, da der Verbraucher 730 Tassen verzehren müsste, damit eventuelle Nebenwirkungen auftreten könnten.

Die Verantwortlichen des Tests konnten die Argumentation des Herstellers nicht verstehen. Schließlich haben sie herausgefunden, dass der Kamillentee von Kusmi extrem belastet ist: Der Inhalt eines einzigen Teebeutels enthielt 161 Mikrogramm. Das entspricht dem 380-Fachen der als "wenig bedenklichen" Tageszufuhr. Regelmäßiger Genuss dieses Tees könnte zu chronischen Krankheiten wie der Entstehung von Leberzirrhose und Tumoren führen.

Stiftung Warentest warnt: Dieser Kamillentee enthält krebserregende Stoffe

Kusmi nimmt Kamillentee vom Markt

Jetzt hat der Vertreiber von "Kusmi Tea" aber doch reagiert und sich dazu entschieden, den Kamillentee vom Markt zu nehmen. Das schreibt die Stiftung Warentest auf ihrer Homepage . Kusmi Tea hat dazu bereits am Mittwoch eine Stellungnahme auf Facebook veröffentlicht:


Das Unternehmen schreibt, dass sie vorsichtshalber "bis zur Klärung von Details einer Analyse" alle Kamillentees im Sortiment vom europäischen Markt zurückziehen. Kusmi habe Kontakt zur Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit aufgenommen, um sich zu beraten. Sie erwähnen aber auch, dass bislang keine wissenschaftlichen Daten zum Schädlichkeitssatz der Pyrrolizidinalkaloide vorliegen und es derzeit nur Empfehlungen gebe. Kusmi Tea Kamille liege wiederum weit unter dem europäischen Grenzwert, der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit festgelegt wurde.