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Die Gefahr, die im Käse lauert

Krank durch Käse: Listerien

Sie fieberten, bekamen Durchfall und Muskelschmerzen: In den USA erkrankten sechs Menschen, nachdem sie Käse gegessen hatten. Zwei von ihnen starben. Nun warnen die Behörden vor einer bestimmten Käsesorte.

Käse aus Rohmilch gilt als besonders gesund und naturbelassen - er soll unter anderem vor Allergien schützen. Nach Angabe der US-Gesundheitsbehörde "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) ist Käse aus unbehandelter Milch jedoch mit Vorsicht zu genießen. Der Grund: In ihm können gefährliche Bakterien - sogenannte Listerien - stecken.

Seit letzter Woche warnt die Behörde vor Rohmilch-Käse des Herstellers "Vulto Creamery", da er in Zusammenhang mit Krankheitsfällen in den USA steht. Insgesamt sechs Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden, nachdem sie Weichkäse gegessen hatten. Zwei Menschen aus den Bundesstaaten Connecticut und Vermont starben. In Proben des Käses konnten Prüfer den Krankheitserreger Listeria monocytogenes nachweisen. Der Hersteller hat daraufhin diverse Weichkäse-Produkte aus Rohmilch zurückgerufen.

Listerien in Rohmilch-Produkten

Infektionen mit Listerien können unbemerkt verlaufen oder grippeähnliche Symptome hervorrufen: Betroffene entwickeln Fieber, Durchfall, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen. Infektionen mit den Bakterien können auch schwere Verläufe nehmen. Ärzte sprechen dann von einer sogenannten invasiven Listeriose. Vor allem für Neugeborene, ältere und immungeschwächte Menschen kann die Erkrankung gefährlich werden. Infizieren sich Frauen während einer Schwangerschaft, kann sich die Erkrankung auf das Neugeborene ausbreiten. Das Risiko für Früh- und Totgeburten ist erhöht.

Mediziner raten daher seit langem, dass schwangere Frauen und immungeschwächte Menschen auf bestimmte Lebensmittel verzichten sollten, darunter Rohmilchprodukte, rohes Fleisch und geräucherten Fisch. Listerien kommen natürlicherweise in der Umwelt vor und können bei der Herstellung in das Produkt gelangen. Durch Hitze werden die Bakterien abgetötet, etwa wenn Lebensmittel gekocht, gebraten oder pasteurisiert werden.

Wie gefährlich ist Rohmilch?

Bei Rohmilch handelt es sich um Milch von Kühen, Ziegen oder Schafen, die nicht pasteurisiert wurde. Bei der Pasteurisation werden Lebensmittel stark erhitzt, um eventuell vorhandene Keime und Krankheitserreger abzutöten. Die meisten im Supermarkt erhältlichen Milch und Milchprodukte wurden auf diese Weise wärmebehandelt.

Wie Rohmilch selbst, kann auch daraus hergestellter Käse bestimmte Krankheitserreger enthalten. Die Hersteller sind deshalb verpflichtet, die Produkte zu kennzeichnen. Auf der Verpackung befindet sich der Hinweis "aus Rohmilch hergestellt", auch bei Käse aus der Theke muss ein entsprechender Hinweis angebracht sein. Typische Käsesorten, die aus Rohmilch hergestellt werden, sind etwa Camembert, Feta, Tilsiter oder Roquefort.

Infektionen mit Listerien sind nach Angabe des "Bundesinstituts für Risikobewertung" (BfR) in Deutschland vergleichsweise selten. Pro Jahr werden nur "wenige hundert Listeriose-Erkrankungen gemeldet". Weil Infektionen mit den Bakterien jedoch einen schweren Verlauf nehmen können, sollten Risikogruppen einen besonderen Wert auf Prävention legen und kritische Lebensmittel meiden. Vor dem Verzehr von Käse sei es außerdem ratsam, immer die Rinde zu entfernen. Auf ihr können sich unter Umständen ebenfalls Keime befinden.

Eine ausführliche Liste mit allen kritischen Lebensmitteln finden Sie hier.


ikr

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