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Interview

"Viel geweint": Spielerfrau Lilli Hollunder sucht einen Job

Lilli Hollunder

Von:

Früher stand sie regelmäßig für "Verbotene Liebe" vor der Kamera, heute findet Lilli Hollunder einfach keinen Job mehr. Die Frau von Fußball-Profi René Adler machte ihrem Ärger darüber in einem Blog-Post Luft. Und bekam den Neid der anderen zu spüren.

Die Worte sind ungewohnt, kommen sie doch von einer, die scheinbar alles hat: Geld, Mann, Aussehen, Fans. Doch mit einem überraschend persönlichen Blog-Post lässt Lilli Hollunder hinter den schönen Schein blicken. "Ich habe viel geweint, bin im ständigen Kampf mit meinen Selbstzweifeln", schreibt die Frau von Bundesliga-Profi René Adler. Konkret geht es um ihren Job als Schauspielerin. Denn seit einem Jahr bleiben die Angebote aus, wie Hollunder zugibt.

"Ich frage ich mich: Wie lange darf ich mich eigentlich noch Schauspielerin nennen, wenn doch der letzte Drehtag immer weiter in die Ferne rückt?", schreibt die 31-Jährige, die bis 2008 regelmäßig für "Verbotene Liebe" vor der stand. Deutschland sei eine Wüste für Schauspieler. "Da wo Arbeit ist, tummeln sich immer dieselben Gesichter. Es ist immer dieselbe Handvoll, die besetzt wird. Alle anderen lechzen nach Arbeit, haben Nebenjobs, um Miete und Krankenkasse zahlen zu können." Harte Worte, die auch Neider auf den Plan riefen, wie Hollunder im Gespräch mit dem stern erzählt.

Hat es Sie Überwindung gekostet, den Blog-Beitrag zu schreiben?

Nein, ich finde daran nichts schlimm. Ich bin seit 17 Jahren im Business, meine Mutter ist auch Schauspielerin und ich sage eigentlich nur, wie es ist und wie es anderen Schauspielern auch geht. Klar, könnte ich auf roten Teppichen erzählen, dass alles super ist – aber was soll das? Es ist ziemlich einfach, auf Social Media das perfekte Leben zu posten: ich kenne den, ich kann das, ich habe jenes. Aber ich möchte nicht nur meine Handtaschen und mein tolles Abendessen posten, da komm ich mir wie ein Angeber vor. Man darf dazu stehen, wenn etwas nicht so gut läuft. Es gab auch Tage, an denen ich geheult hab, gerade bin ich aber wieder frohen Mutes.

Wie waren die Reaktionen auf Ihren Text?

Die meisten fanden es gut, dass es nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen war. Aber Hater gibt’s immer. Die werfen mir jetzt vor, dass ich jammere, obwohl mein Mann sehr gut verdient. Dabei geht es in meinem Text überhaupt nicht um Geld, sondern um berufliche Träume und Ziele. Ich versuche immer, mit Humor ran zu gehen und das nicht so ernst zu nehmen.

Theoretisch könnten Sie sich als ein schönes Leben machen - warum wollen Sie mehr sein?

Ich habe nie gesagt, dass ich nicht nur Spielerfrau sein möchte. Ich will mich gar nicht gegen den Begriff wehren, ich bin ja schließlich mit einem Fußballspieler verheiratet. Aber ich muss mich dafür nicht rechtfertigen – sonst ist man schnell im Klischee gefangen. Ich hatte früher selbst Vorurteile und dachte, dass ich das alles nicht brauche und einfach mit meinen Studentenfreunden zusammenbleibe. Mittlerweile habe ich aber in diesem Kreis superenge Freundinnen gefunden, die großartig sind. Ja, sie sind Spielerfrauen – aber sie sind auch normale Menschen. Außer, dass sie vielleicht mehr teure Handtaschen haben als die meisten Leute.

Sie haben ein abgeschlossenes Kommunikations-Studium in der Tasche, haben Sie schon mal überlegt, es mit einem anderen Job zu versuchen?

Letztes Jahr habe ich an einer Grundschule für eine Organisation gearbeitet, die Lehrer und Eltern vernetzt. Aber ich wollte mich wieder auf meine Stärken konzentrieren. Jetzt arbeite ich an meinem Blog und gehe auch wieder mehr raus. Ich war jahrelang nicht auf Events, weil meinem Mann und mir unsere Privatsphäre sehr heilig ist. Doch ich habe gemerkt, dass aus der 'Schauspielerin Lilli Hollunder' mehr und mehr die 'Spielerfrau Lilli Hollunder' wurde. Deshalb zeige ich mich inzwischen auch ohne ihn in der Öffentlichkeit. Aber er unterstützt mich sehr.

Wäre ein Umzug nach Berlin für Ihre Karriere vielleicht förderlich? 

Wir sind noch jung und man weiß nie, was das Leben bringt, aber derzeit bleiben wir definitiv in Hamburg. Wir haben ein Haus hier und fühlen uns sehr wohl. Ich schließe aber auch meine Heimat das Rheinland nicht aus, das ist nochmal eine andere Mentalität. Als Schauspielerin ist es auch fast egal, wo man wohnt. Natürlich ist es super, in Berlin zu sein und mit den richtigen Cliquen abzuhängen - aber da wohn ich halt nicht.


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