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Prozess um Steuerbetrug: Freispruch für Infantin Cristina, Haft für ihren Mann

Infantin Cristina, Inaki Urdangarin

Ihr drohten bis zu acht Jahre Haft, ihrem Ehemann eine mehr als doppelt so hohe Gefängnisstrafe: Ein Gericht fällte nun das Urteil im Betrugsskandal um die spanische Infantin Cristina und Iñaki Urdangarin. Die Schwester von König Felipe kommt glimpflich davon.

Die spanische ist vom Vorwurf der Beihilfe zum Steuerbetrug freigesprochen worden. Das berichten spanische Medien unter Berufung auf das zuständige Gericht in Palma de Mallorca. Während die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädierte, forderte die Nebenklage eine achtjährige Gefängnisstrafe für die 51-Jährige.

Sechs Jahre Haft für Cristinas Mann Iñaki Urdangarin

Ihr Ehemann, der ehemalige Handball-Profi , wurde schuldig gesprochen und zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, zitierte die Zeitung "El País" die Urteilsschrift. Dem 49-Jährigen drohten bis zu 19 Jahren Haft.

Insgesamt waren in der Finanzaffäre rund um die vermeintlich gemeinnützige Stiftung "Nóos" 17 Verdächtige angeklagt. Ob Urdangarin sofort ins Gefängnis muss oder ein mögliches Berufungsverfahren in Freiheit abwarten darf, war noch nicht klar. Die hatte ihm die Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern sowie Betrug, Geldwäsche und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Cristina, die ältere Schwester von König Felipe und Nummer sechs der spanischen Thronfolge, war Mitglied im Nóos-Vorstand. Während des mehr als fünfmonatigen Prozesses hatte sie stets betont, in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben. Der Anwalt der Infantin erklärte, seine Mandantin sei sehr glücklich, dass ihre Unschuld anerkannt worden sei. "Sie ist aber auch weiter von der Unschuld ihres Ehemannes überzeugt." Das Paar hat vier Kinder.

Infantin Cristina muss Geldstrafe zahlen

Trotz des Freispruchs müsse Cristina eine Geldstrafe von 262.000 Euro bezahlen, Urdangarin sei zu einem Bußgeld von 512.000 Euro verurteilt worden, hieß es. Es war das erste Mal, dass eine direkte Angehörige des spanischen Königshauses vor Gericht stand.

Bereits im Juni 2015 hatte Felipe seiner Schwester wegen des Skandals den Herzoginnentitel aberkannt, der ihr 1997 von ihrem Vater, dem damaligen König Juan Carlos, verliehen worden war. Auch bei der Krönung ihres Bruders war Cristina im Sommer 2014 von den Festakten ausgeschlossen worden.

jum/DPA

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