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Leiche von Salvador Dalí wird exhumiert

Salvador Dalí

Seit knapp 30 Jahren liegt der Maler Salvador Dalí unter der Erde. Jetzt wird sein Leichnam für einen Vaterschaftstest wieder ausgegraben. Skurril: Der Künstler behauptete, eine Vagina-Phobie zu haben. 

Er leide unter sexuellen Störungen, habe trotz seiner 48-jährigen Ehe mit Gala Dalí in seinem Leben nur zwei oder drei Mal Geschlechtsverkehr gehabt und hätte außerdem eine Phobie vor Vaginas - das behauptete der verstorbene Künstler Salvador Dalí Zeit seines Lebens. Vor dem Hintergrund der aktuellen Schlagzeilen klingen diese Aussagen jedoch recht heuchlerisch: Nach Berichten der "Bild"-Zeitung, hat die spanische Zeitung "El Mundo" erfahren, dass der Leichnam des 1989 verstorbenen Malers jetzt exhumiert werden soll - aufgrund einer Vaterschaftsklage.

Pilar Abel Martínez heißt die Frau, die behauptet, die uneheliche Tochter des verstorbenen Künstlers und eines seiner ehemaligen Dienstmädchen zu sein. 1956 in Figueres - der Heimatstadt Dalís - als Tochter eines 16-jährigen Hausmädchens geboren, versucht die Spanierin seit zwei Jahren vor Gericht einen Vaterschaftstest durchzusetzen. Ein spanisches Gericht hat dem Gesuch nun stattgegeben und die Exhumination des 28 Jahre alten Leichnams angeordnet.

Salvador Dalí: Seine Tochter hätte Anspruch auf den Millionen-Gewinn seiner Werke

Sollte der Vaterschaftstest positiv ausfallen, wäre Martínez das einzige Kind Dalís - mit seiner langjährigen Ehefrau Gala hat der Künstler keine Nachkommen - und hätte einen Anspruch darauf, am Verkauf der Kunstwerke ihres Vaters beteiligt zu werden. Der spanische Maler, Grafiker und Schriftsteller zählt zu den erfolgreichsten, wenn auch umstrittensten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Über die Grenzen der Kunstszene hinaus bekannt wurde er vor allem mit surrealistischen Bildern von schmelzenden Uhren und brennenden Giraffen. Für sein Gemälde des französischen Dichters Paul Eluard zahlte ein anonymer Käufer 2011 eine Rekordsumme von umgerechnet 16 Millionen Euro.

Ursprünglich hatte Dalí vor seinem Tod testamentarisch dem spanischen Staat sein gesamtes Eigentum vermacht. 2001 erklärte jedoch ein EU-Gericht, dass auch die gesetzlichen Erben eines verstorbenen Künstlers Anspruch auf Gewinnbeteiligung an dessen posthum verkauften Kunstwerken haben - selbst, wenn sie nicht namentlich im Testament erwähnt wurden. 

lis

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