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Nach Plus-Size-Kollektion macht Nike jetzt auch Mode für Muslima

100-Meter-Sprinterin Kariman Abuljadayel aus Saudi-Arabien - eine der wenigen Sportlerinnen mit einem Kopftuch

Erst in der vergangenen Woche hatte Nike seine neue Plus-Size-Kollektion für Frauen vorgestellt. Jetzt legt der US-Sportartikelhersteller nach und will Bekleidung für Muslima herausbringen.

Ein Jahr lang hatten die Designer und Entwickler getüftelt. Nun ist es offiziell. Nike bringt im Frühjahr 2018 ein sportliches Kopftuch auf den Markt – den "Pro Nijab". Er besteht aus Polyester, ist extrem dehnbar, atmungsaktiv und wird zunächst einmal in den Farben Schwarz, Grau und Dunkelblau erhältlich sein.

Bereits im letzten Monat hatte die US-Sportmarke mit einem Werbevideo, in dem eine Frau mit einem Kopftuch auf einem Skateboard durch die Straßen Dubais fährt und dabei von allen Leuten komisch angeguckt wird, das neue Produkt angekündigt.


In einem offiziellen Statement heißt es, dass es das Ziel sei, Frauen jeder Herkunft und Kultur die Chance zu geben, selbst Sport zu machen. Dazu gehört auch die Eiskunstläuferin Zahra Lari aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die 21-Jährige ist eine der bekanntesten muslimischen Sportlerinnen und durfte den "Pro Hijab" testen. "Ich kann es kaum glauben, dass er endlich raus ist", schrieb sie auf ihrem Instagram-Account.


Macht Nike das "nur" aus moralischen Gründen?

So ganz ohne Hintergedanken hat es das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Oregon natürlich nicht gemacht. Denn der arabische Markt hat ein riesiges Potenzial. Mehrere Milliarden erhofft sich der Sportartikelhersteller hier durch Produkte wie den Hijab in den nächsten Jahren umzusetzen.

Im Netz waren die Reaktionen auf das Sportkopftuch durchweg positiv, obwohl Nike nicht der erste Hersteller ist, der ein Kopftuch für Sportlerinnen produziert.



Das Pardon zu Trumps Politik

Irgendwie passt das nicht ganz zusammen. Da hat die USA mit Donald Trump einen amtierenden Präsidenten, der nicht gerade die Werte von Weltoffenheit, Gleichberechtigung und Freiheit präsentiert. Und eines der größten amerikanischen Unternehmen bringt gefühlt wöchentlich neue Kampagnen raus, die sich eben genau für diese Werte aussprechen. Der Sportartikelhersteller ist momentan quasi das Pardon zu Trumps Politik. Erst vor gut einem Monat hatte das Unternehmen mit seiner Equal-Kampagne für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Botschaft: "Gleichberechtigung hat keine Mauern." In einem 90-sekündigen Clip waren Sportstars wie Serena Williams, LeBron James oder Kevin Durant zu sehen. Das Video wurde bis heute über vier Millionen Mal bei YouTube aufgerufen.

Damit nicht genug – vergangene Woche brachte der Branchenprimus eine Plus-Size-Kollektion für "mollige Frauen" raus. Statt bis Kleidergröße 42 bietet der Sportartikelhersteller im Online-Shop nun Leggings, Trainingsjacken und Shirts bis Größe 46 an. Jetzt kommt das Kopftuch, ob Trump das gefällt? 


rpw

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