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Frau findet 20.000 Euro in Bus - und bekommt fast nichts ab

In einem Hamburg Linienbus hat Sophie Dorison 20.000 Euro in 500-Euro-Scheinen gefunden - und geht jetzt fast leer aus

Eine Frau findet in einem Hamburger Linienbus 20.000 Euro in bar, gibt das Geld bei der Polizei ab - geht aber fast leer aus. Schuld ist das Bürgerliche Gesetzbuch aus dem 19. Jahrhundert.

Sophie Dorison hat das erlebt, wovon viele träumen. Sie hat Geld gefunden - richtig viel Geld: Im August 2016 sitzt sie in Hamburg in einem Linienbus, als eine Frau aussteigt und eine Plastiktüte im Bus liegen lässt. Der Inhalt: 20.000 Euro in 500-Euro-Scheinen! Und Sophie Dorison ist ehrlich: Nach kurzem Zögern entscheidet sie sich, das Geld bei der Polizei abzugeben, berichtet die 46-Jährige dem "Hamburger Abendblatt"

Bis jetzt hat sich die eigentliche Besitzerin des Geldes noch nicht beim Fundbüro gemeldet. Normalerweise geht ein Fund nach sechs Monaten in den Besitz des Finders über. Der Fall von Sophie Dorison liegt aber anders: Mehrere Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches sehen für Funde in öffentlichen Verkehrsmitteln besondere Bestimmungen vor.

Im Linienbus gelten andere Gesetze

Danach geht das Geld nach Ablauf der Frist an die Stadt Hamburg und die ehrliche Finderin geht (fast) leer aus. Sie hat nur Anspruch auf Finderlohn, aber auch der ist nur halb so hoch wie bei üblichen Fundsachen. In diesem Fall also 300 statt 600 Euro.

Bis sie den Finderlohn in Empfang nehmen kann, dauert es aber noch: Erst muss sich Dorison durch Papierkram kämpfen.

Nach dieser Erfahrung bleibt für die Finderin das Gefühl, dass der Ehrliche der Dumme ist: "Ich bin echt wütend. Welcher Finder wird nach dieser Geschichte noch so handeln, wie man es sich wünscht?", fragt sich die 46-Jährige.


wue

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