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"Anti-Trump" triumphiert in Georgia, doch Trump feiert einen großen Sieg

Jon Ossof umringt von Schildern mit seinem Namen - Der Gegenentwurf zu Donald Trump hat eine Distriktwahl in Georgia gewonnen

Es geht um den früheren Kongress-Sitz von US-Gesundheitsminister Tom Price. Donald Trump feiert einen großen Sieg der Republikaner bei der Nachwahl in Georgia. Dabei lag der als "Anti-Trump" gefeierte Demokrat Jon Ossoff klar vorne.

Mit einem klaren Sieg in der ersten Runde der Wahl um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus hat der Demokrat Jon Ossoff in der Republikaner-Hochburg Georgia seiner Partei neue Hoffnung gegeben. Eine Hoffnung, für die es nach Lesart von US-Präsident Donald Trump allerdings keinen Grund gibt.

Der als "Anti-Trump" gehandelte 30-jährige Politiker verfehlte bei der Wahl in dem Kongress-Wahlbezirk im Norden Atlantas zwar die entscheidende Marke von 50 Prozent und muss nun in die Stichwahl gegen die republikanische Widersacherin Karen Handel. Doch kam Ossoff nach Auszählung von fast 90 Prozent der Stimmen auf 48,3 Prozent und lag damit weit vor Handel mit 19,7 Prozent. Die Stichwahl am 20. Juni dürfte zwar wegen möglicher Mobilisierungseffekte im republikanischen Lager nach der deutlichen Wahlniederlage Handels schwieriger zu gewinnen sein, dennoch zeigte sich Ossoff am Dienstag siegessicher. "Kein Zweifel, das war schon ein Sieg für die Ewigkeit", sagte er vor begeisterten Anhängern. "Wir sind bereit zu kämpfen und werden im Juni gewinnen", sagte der Politjungstar und frühere Dokumantarfilmer.

Donald Trump feiert trotzdem großen Sieg

Die Demokraten hatten bereits im Vorfeld gehofft, dass Ossoff aus dem Niedergang der Popularitätswerte von US-Präsident Donald Trump während der ersten rund hundert Tage der Präsidentschaft Kapital schlagen würde. Trump hatte angesichts einer möglichen Niederlage in Georgia seine Parteianhänger in dem Bundesstaat zur Stimmabgabe aufgerufen - zumal Ossof nicht im Wahlbezirk lebe. Letzteres störte ein Großteil der Wähler offensichtlich nicht.

Am Mittwochmorgen meldete sich via Kurzbotschaftendienst Twitter erneut zu Wort und versuchte die weniger als 20 Prozent Handels als Erfolg zu deuten.


Was zunächst wie Realitätsverlust wirkt, ergibt möglicherweise doch Sinn. Alle republikanischen Kandidaten zusammen erreichten nämlich 50,8 Prozent der Stimmen. Sollte Handel also diese Stimmen auf sich vereinigen, würde sie die anstehende gewinnen.

Die Wahl war angesetzt worden, um den Sitz des republikanischen Abgeordneten Tom Price neu zu vergeben. Price ist seit Februar Gesundheitsminister im Kabinett von Donald Trump.


dho/DPA/AFP

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