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Fast jeder dritte Hamburger will zum Gipfeltreffen aus der Stadt flüchten

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Hamburgs Bürgern stehen angesichts der vielen Sperrungen im Zuge des G20-Gipfels einige Einschränkungen bevor. Fast jeder Dritte will sich das nicht antun und die Stadt verlassen. Generell stößt das Treffen auf wenig Zustimmung.

Am 7. und 8. Juli findet in der G20-Gipfel statt. Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten zum Treffen der Regierungschefs und weiterer Vertreter der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer:

+++ Hamburger sehen Gipfeltreffen kritisch - ein Drittel will die Stadt verlassen +++

22. Mai: Vorfreude sieht anders aus: Dass Hamburgs Bürger dem Gipfeltreffen mit gemischten Gefühlen entgegensehen, ist nicht neu. Eine Umfrage des "Hamburger Abendblatts" zufolge will gut ein Drittel (29,7 Prozent) der Hamburger die Stadt gar ganz verlassen, wenn die Mächtigen der Welt für zwei Tage zusammenkommen. Die Innenstadt zumindest meiden wollen insgesamt 73 Prozent der 5800 befragten Leserinnen und Leser.

Generell stößt der G20-Gipfel auf wenig Zuspruch: Laut "Abendblatt"-Erhebung finden es 73,6 Prozent der Befragten nicht gut, dass das Treffen in Hamburg stattfindet. Etwa zwei Drittel (62,9 Prozent) fürchten sich vor gewaltsamen Ausschreitungen, während lediglich 40,9 Prozent der Meinung sind, dass Hamburg durch die internationale Aufmerksamkeit profitieren werde.

+++ Hamburger Airport plant zum G20-Gipfel "Flughafen im Flughafen" - "Planespotter" könnten Pech haben +++

18. Mai: Wenn zum Gipfeltreffen der Mächtigen im Juli die Maschinen der Staats- und Regierungschefs einfliegen, herrscht auch am Hamburger Flughafen höchste Sicherheitsstufe. Damit der normale Linienflugverkehr parallel weitergehen kann, wollen die Verantwortlichen für die Zeit des Treffens einen "Flughafen im Flughafen" einrichten. So soll sichergestellt werden, dass der Betrieb wie gewohnt aufrecht erhalten werden kann. Wie der Hamburg Airport auf seiner Webseite mitteilt, müssen Reisende allerdings unter Umständen längere Anfahrtszeiten einplanen.

"Planespotter", also Flugzeugfreunde, die gezielt Maschinen beobachten und fotografieren, müssen zudem damit rechnen, dass Aussichtsplattformen aus Sicherheitsgründen temporär geschlossen werden. Auch das bei Flugzeug-Fans beliebte "Café Himmelschreiber" neben dem Rollfeld wird am 7. und 8. Juli wohl nicht öffentlich zugänglich sein. Wer also gern eine der Präsidentenmaschinen mit der Kamera einfangen möchte, könnte in die Röhre schauen.

+++ G20-Gegner wehren sich mit offenem Brief an Hamburger gegen Vorverurteilung +++

17. Mai: G20-Gegner aus zahlreichen Ländern wehren sich in einem offenen Brief an die Hamburger Bevölkerung vor einer Vorverurteilung als "Störenfriede" und "Krawallmacher". "Wir werden die Stadt und ihre Aktivitäten respektieren, weil wir uns wirklich freuen, nach Hamburg zu kommen", heißt es in dem von Aktivisten aus Argentinien, Irland, Frankreich, Südafrika und Italien unterzeichneten Schreiben der Gruppe "NOG20 International".

Politik und Medien wollten den Hamburgern oft Angst machen, indem sie die Aktivisten als "Störenfriede" und "Krawallmacher" bezeichneten. "Mit diesem Brief wollen wir euch aber die Hand reichen", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben. Die teilnehmenden Politiker, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, bezeichnen die Unterzeichner als "Gauner und Tyrannen".

+++ Deutschland führt zum G20-Gipfel wieder Grenzkontrollen ein +++

17. Mai: Zur Abwehr von Gewalttätern führt Deutschland zum G20-Gipfel in Hamburg im Juli Grenzkontrollen ein. Das meldet die "Welt" unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Demnach sollen die Schengen-Binnengrenzen rund um das Treffen der Staats- und Regierungschefs am 7. und 8. Juli in Hamburg "aufgrund der erhöhten Sicherheitsanforderungen" wieder kontrolliert werden.

Der konkrete Zeitraum werde aber erst unmittelbar vor der Aufnahme der Kontrollen bekannt gegeben, hieß es weiter. Dadurch solle verhindert werden, dass mögliche Gewalttäter vorzeitig anreisen.

+++ Trumps Secret Service bekommt keine Sonderrechte +++

16. Mai: Im Juli kommen die mächtigsten Menschen der Welt nach Hamburg. Und in ihrem Tross sind selbstverständlich auch etliche Sicherheitskräfte dabei. US-Präsident Donald Trump wird etwa vom Secret Service beschützt. Hamburgs Innensenator Andy Grote stellte nun in einem Gespräch mit dem NDR klar, dass die ausländischen Sicherheitskräfte während des Gipfels keinerlei hoheitlichen Befugnisse hätten.

"Natürlich werden auch ausländische Personenschützer anwesend sein. Die haben aber nur 'Jedermann-Rechte', also Notwehr, Notstand oder Nothilfe", wird der SPD-Politiker zitiert." Das Kommando über den gesamten Einsatz beim G20-Treffen habe allein die Hamburger Polizei.

+++ Innensenator: G20-Gipfel ein "Festival der Demokratie"  - kein Protestcamp im Stadtpark +++

14. Mai: Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat friedliche Protestaktionen gegen den G20-Gipfel in Hamburg ausdrücklich begrüßt. "Es ist eine Chance, dass die Regierungschefs mit einem autokratischen, populistischen Background mitkriegen, wie eine lebendige demokratische Gesellschaft funktioniert und wie intensiv auch die Auseinandersetzung ist", sagte Grote der Deutschen Presse-Agentur. "Eigentlich muss das ein Stück der Hamburger Gipfelkultur sein."

Erwartet werden zu dem Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am 7. und 8. Juli unter anderen US-Präsident Donald Trump und seine Amtskollegen aus Russland und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan. Grote geht davon aus, dass der allergrößte Teil der Protestaktionen friedlich sein wird. "Im Prinzip ist das ein Festival der Demokratie", sagte der Innensenator. Er rechne nur ganz vereinzelt mit Problemen.

Einem Protestcamp im Hamburger Stadtpark erteilte Grote jedoch laut NDR eine Absage. Er halte dies problematisch. Befürchtungen, dass es stattdessen eine Vielzahl kleinerer unangemeldeter Camps geben könnte, hat Grote dagegen nicht.

+++ Trump schlägt zum Gipfel sein Hauptquartier an der Alster auf +++

G20 Gipfel Hamburg Konsulat

20. April: Vielen Hamburger ist es ohnehin als "kleines Weißes Haus an der Alster" bekannt, nun wird das markante US-Generalkonsulat tatsächlich zum Trump-Hauptquartier - zumindest für die Dauer des G20-Gipfels. Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, werden Mitarbeiter der Geheimdienste und des präsidialen Stabes die Räumlichkeiten als Schaltzentrale nutzen. Dafür wird das nach dem 11. September 2001 ohnehin schon stark abgesicherte Gebäude noch mit weiteren Sicherheitsvorkehrungen bestückt. 

Wo der Präsident übernachten wird, ist allerdings offenbar weiter ungeklärt. Gerüchten zufolge könnte Donald Trump auch in Berlin Quartier beziehen und zum Gipfel nach Hamburg pendeln.

+++ Hat Donald Trump Probleme bei der Hotelsuche in Hamburg? +++

10. April: Während des sind Hotelzimmer ein rares Gut an der Elbe. Bis zu 9000 Zimmer sollen für das Treffen der Mächtigen und ihrer Delegationen in Hamburg benötigt werden. Für Touristen und Geschäftsreisende könnte es schwer werden, in der Zeit rund um den Gipfel eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Aber offensichtlich haben auch die prominenten Gäste Probleme bei der Herbergssuche:

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, soll das "Vier Jahreszeiten" an der Außenalster eine Anfrage der USA abgelehnt haben. Auch Wladimir Putin hat angeblich bereits eine Absage des Luxushotels kassiert. Zu den Gründen schreibt das Blatt nichts. Andere Delegationen sollen bereits Unterkünfte gebucht haben, darunter China, Brasilien, Großbritannien und Indien. Angela Merkel hat übrigens auch schon ein Zimmer: Sie wird im "Atlantic" wohnen, das sich ebenfalls am Alsterufer befindet und in Udo Lindenberg einen berühmten Dauergast beherbergt.

+++ Polizei will Demonstrationen während des G20-Gipfels verbieten - Gegner wollen das nicht hinnehmen +++

9. April: Mehrere hundert G20-Gegner haben auf einer Aktionskonferenz im Hamburg ihren Protest beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs im Juli vorbereitet. Den rot-grünen Senat forderten sie auf, Planungen für ein Demonstrationsverbot in der Innenstadt umgehend fallenzulassen. Hamburg würde weltweit Hohn und Spott auf sich ziehen, wenn die Stadt "zwar in der Lage wäre, einen viele, viele Millionen teuren Gipfel auszurichten, aber nicht in der Lage wäre, Demonstrationen mit bis zu 100.000 Menschen durchführen zu lassen", sagte Werner Rätz von der globalisierungskritischen Organisation Attac am Sonntag.

Kurz vor Beginn der zweitägigen Konferenz hatte die überraschend mitgeteilt, dass sie während des Gipfels am 7. und 8.
Juli die gesamte Innenstadt bis zum Flughafen im Norden für Demonstrationen sperren wolle. Im Nachhinein erklärte sie, dass noch nichts entschieden sei. Aus Sicht der Gipfelgegner ist ein Verbot juristisch nicht haltbar. 

Die Gipfelgegner hatten sich während des gesamten Wochenendes auf ihre Proteste vorbereitet. Workshops drehten sich etwa um Blockaden des Gipfels, um Aktionen im Hafen oder um die geplante Großdemonstration am 8. Juli. In den Gruppen ging es auch um die Organisation von Protestcamps, die Vernetzung untereinander oder um die Planung spezieller Jugend- und Schülerproteste. Eine Demonstration am Samstagabend mit rund 850 Teilnehmern sei friedlich verlaufen, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

+++ Interaktive Karte: Sperrzone rund um G20-Veranstaltungsort +++

4. April: Für Anwohner und Besucher wird der G20-Gipfel zur Geduldsprobe. Wenn Angela Merkel, , Wladimir Putin und Co. in den Messehallen tagen, wird das Gebiet drum herum zur Hochsicherheitszone. Die Sicherheitsbehörden rechnen mit bis zu 100.000 Demonstranten, mehr als 10.000 Polizisten sollen für Sicherheit sorgen.

Eine regelmäßig aktualisierte interaktive Karte der Polizei zeigt, wo mit Einschränkungen zu rechnen ist: 



rös/DPA

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