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Erst Gesicht scannen, dann gibt es Klopapier

Eine leere Rolle Toilettenpapier

In China wird auf öffentlichen Toiletten massenhaft Klopapier geklaut. An einem der beliebtesten touristischen Orte haben die Betreiber das Papier nun streng rationiert – mit einer High-Tech-Maßnahme. 

Es gibt Dinge, deren Wert man oft erst dann erkennt, wenn sie fehlen. Die besten Freunde. Die Eltern. . Wer nach vollendeter Sitzung auf die leere Rolle neben dem Örtchen starren muss, der ist wirklich nicht zu beneiden – und würde wohl in diesem Moment ziemlich viel gegen ein paar Fetzen Papier eintauschen.

Dann aber gibt es Menschen, denen der Wert dieses Alltagsgegenstandes sehr wohl bekannt ist. In beispielsweise scheint vielen Menschen so viel am Toilettenpapier zu liegen, dass es sogar kriminelle Energie freisetzt: Der Klopapier-Diebstahl greift im Reich der Mitte um sich. Und zwar so sehr, dass die Betreiber öffentlicher Toiletten dem mit ungewöhnlichen Maßnahmen begegnen müssen.

Himmelstempel in Peking: Erst Gesichtsscan, dann Toilettenpapier

Am Himmelstempel, einer bei Touristen sehr beliebten Tempelanlage in Peking, finden die Toilettenbesucher nun kein Papier mehr vor. Stattdessen muss, wer muss, zunächst sein Gesicht an einem Terminal vor der Toilette scannen lassen. Dann spuckt die Maschine genau 60 Zentimeter Toilettenpapier aus. Erst nach neun Minuten ist für die gleiche Person wieder die Ausgabe von Klopapier möglich. Das berichten unter anderem der "Telegraph" und die "New York Times".


Bei wem es also schnell gehen muss, der könnte ein ernsthaftes Problem bekommen. Eine Minute soll das Prozedere standardmäßig dauern – und wer schon einmal von einem Fuß auf den anderen trippelnd in der Toilettenschlange stand, weiß, wie lange eine Minute werden kann. Zumal einige Nutzer bereits von Problemen mit der Software berichteten.

Klopapier-Diebstahl weit verbreitet

Diese Radikallösung wurde nötig, weil offenbar zu viele Toilettengänger sich zu großzügig am Papier bedient hatten. "Manche Leute haben viel mehr Papier genommen als sie brauchten und sogar eine ganze Rolle einfach mitgenommen. Manchmal war das Papier nach 20 Minuten verbraucht", sagt einer der für die Toiletten Verantwortlichen. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, wie Menschen Meter von Toilettenpapier aus den Spendern zogen. Das hat nun hoffentlich ein Ende.


epp

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