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Flugzeug verliert Propeller im Landeanflug auf Sydney

Saab 340 der australischen Airline Regional Express Rex

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Im Sinkflug ist bei einer Maschine der australischen Fluglinie Rex einer der beiden Propeller abgebrochen. Die Piloten wollte eine Notlandung in Sydney einlegen. Doch noch eine weitere Maschine hatte einen Notruf abgesetzt.

Alyce Fisher war am Freitag eine der 16 Passagiere an Bord des Fluges ZL-768 von Albury im Süden des Bundesstaates New South Wales nach Sydney in Australien. Sie saß in der Propellermaschine vom Typ Saab 340 auf der rechten Seite an einem Fensterplatz und traute ihren Augen nicht, was sie sah: "Ich schaute gerade zufällig aus dem Fenster, als etwas Großes das Flugzeug traf", sagte sie dem "Sydney Morning Herald". "Zuerst dachte ich, dass es ein sehr großer Vogel war, der den Flügel traf und in der Ferne verschwand. Aber es war kein Vogel - es war der sich ablösende Propeller."

Nach Angaben des "Aviation Herald" befand sich das Flugzeug mit der Registrierung VH-NRX in gut 2000 Metern Höhe, als sich der Zwischenfall ereignete. Die beiden Piloten der 25 Jahre alten Maschine setzten die Dringlichkeitsmeldung Pan-pan ab und baten um eine bevorzugte Landung auf dem Kingsford Smith International Airport in .

"Rex 768 erklärt einen Notfall, wir haben gerade einen Propeller verloren". Doch der Fluglotse im Tower erfasste die Situation nicht korrekt: "Verstanden 768. Sie haben ein Treibwerk verloren?" Daraufhin meldete sich erneut der Pilot, wie aus dem veröffentlichten Funkspruchverkehr hervorgeht. "Nein, das Triebwerk hängt noch am Flügel, nicht aber der Propeller."

Bange 25 Minuten für die Passagiere

Mit nur einem funktionstüchtigen steuerte die Crew die Saab in Richtung Landebahn Sydney Airport. Alle anderen sich im Anflug befindlichen Jets wurden in Warteschleifen geschickt - mit einer Ausnahme: Eine weitere Maschine hatte zum selben Zeitpunkt ebenfalls einen Notruf abgesetzt, weil es an Bord einen medizinischen Notfall gab.

25 Minuten nachdem sich der Propeller gelöst hatte, setzte die Saab sicher auf der Landebahn 16R auf. Keine Person kam zu Schaden, da der vierblätterige Propeller zum Glück weder den Flügel noch die Kabine durchschlagen hatte.

Dass sich ein Propeller vom Turboprop-Triebwerk trennt, kommt äußert selten vor. Doch bei einer Maschine diesen Typs eignete sich ein solche Zwischenfall schon einmal im Jahre 1991. Von der schwedischen Saab 340 wurden zwischen 1984 bis 2005 mehr als 450 Exemplare gebaut. Mit 52 Maschinen in der Flotte der australischen Regionalfluggesellschaft ist Rex der weltweit größte Betreiber dieses Regionalflugzeugs.

Noch ist der abgefallene Propeller nicht gefunden worden. Das Australian Transport Safety Bureau (ATSB) hat einen Aufruf gestartet und bittet die Bevölkerung bei der Suche um  Mithilfe. Wer das Trümmerteil findet, sollte es nicht anfassen, sondern die Polizei verständigen.



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