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Wegen plumpen Verhaltens: Lufthansa schmeißt Passagier aus Flieger

Boeing 747-8 der Lufthansa,

Ein Passagier erhält in Rio für seinen Nachtflug nach Frankfurt ein Upgrade in die Business Class. Doch an Bord verhält er sich so, dass sich Mitreisende über ihn beschweren. Der Pilot schreitet noch vor dem Start ein.

Die Freude war nur kurz: Der Schweizer Passagier hatte beim Check-in am Schalter der am Flughafen von Rio de Janeiro großes Glück. Anscheinend war der Flug LH 501 nach Frankfurt so gebucht, dass ihm anstatt seines Sitzplatzes in Premium Economy Class eine Bordkarte für die Business Class ausgehändigt wurde.

Ihm passierte am Abend des 1. Mai am Flughafen Antônio Carlos Jobim genau das, wovon jeder träumt: ein zu erhalten, ohne dafür extra zahlen zu müssen. Statt den Nachtflug in einem Sitzplatz mehr oder weniger verkrampft zu verbringen, kann man es sich nach einem mehrgängigen Abendessen in der Business Class an Bord der Boeing 747-8 der Lufthansa richtig bequem machen. Denn der Sessel lässt sich in ein knapp zwei Meter langes Bett mit waagerechter Liegefläche verwandeln.

"Ich habe mich super, super gefreut", erzählt der Glückspilz der Schweizer Zeitung "Blick". Doch der Geschäftsmann aus kam nicht weit. Als er sich auf dem Platz 10C am Gang setzte, der vorletzten Reihe der Business Class gleich hinter der Bordküche, teilt er seine Freude überschwänglich mit den Sitznachbarn. "Die beiden Herren hinter mir hatten ebenfalls Spaß und reagierten positiv auf meine gute Laune."

Dann nahm eine "junge, attraktive Frau" neben ihm Platz, die sich an seinem Verhalten zu stören schien. Die Sitznachbarin nahm nicht mit ihm Kontakt auf, sondern mit der Kabinen-Crew, packte ihre Sachen, und sagte "bye-bye": Sie setzte sich um.

Flugkapitän versucht zu schlichten

Eine Flugbegleiterin fragte ihn, was los sei. "Ich sagte, dass ich nichts gemacht habe und ich nicht verstehe, was da passiert. Sie verlangte mein Indianer-Ehrenwort, dass ich nicht aggressiv werde. Ich dachte, ich sei im falschen Film", berichtet der 55-Jährige.

Dann wurde der Pilot gerufen. "Er fragte mich, ob ich imstande sei mitzufliegen. Ich war sprachlos." Dann muss alles sehr schnell gegangen sein. Der Upgrade-Passagier wurde des Flugzeugs verwiesen. Drei Stationsmitarbeiter begleiteten ihn zurück ins Terminal, und er musste mit einer anderen Maschine zurück in die Heimat fliegen.

Er war laut und respektlos

Ein Sprecher der Lufthansa rechtfertigte das Verhalten der Crew. "Der Passagier ist bereits am Gate aufgefallen. Er verhielt sich gegenüber anderen Fluggästen respektlos", sagte er dem "Blick". "Im Flugzeug ging es gleich so weiter. Er war laut und respektlos. Mehrere Fluggäste beschwerten sich. Sie waren aufgebracht." Zum Schutz der Mitreisenden wurde er des Flugzeuges verwiesen. "Er war schlicht nicht ansprechbar, Kapitän und Flugbegleiterin versuchten vergebens zu deeskalieren." "Ich habe doch nur gelacht und geschäkert", sagt der Schweizer, der sich ungerecht behandelt fühlt. "Ich lasse das nicht auf mir sitzen".

Inzwischen wird in Internet-Foren der Fall heiß diskutiert. "Offenbar eine Art 'Hans Dampf in allen Gassen'. Gefällt nicht jedem. Da hat der lustige Schweizer noch was zu lernen", schreibt User Flygobal auf vielfliegertreff.de. Fast alle halten die Entscheidung der Lufthansa für richtig. "Bei dem Typen könnte ich mir noch vorstellen, dass er den Rausschmiss provoziert hat, nur damit er sich nachher in der Zeitung wiederfindet", postet ein anderer User.

Doch am Ende bleibt die Frage: Wieso hat gerade dieser Passagier ein Upgrade erhalten? "Der hat ja nicht mal einen Vielfliegerstatus bei der Lufthansa", kommentiert ein User. 


tib

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