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Vettel feiert in Australien Auftakt nach Maß

Formel 1 2017: Sebastian Vettel bejubelt seinen Auftaktsieg in Melbourne

Sebastian Vettel hat zum Auftakt der Formel-1-Saison 2017 ein Ausrufezeichen gesetzt und sich in Melbourne den Sieg geholt. Dabei profitierte der viermalige Weltmeister auch von einer Strategie-Panne seines Rivalen Lewis Hamilton.

"Gentleman, please start your engines!" Es ist wieder soweit - die Formel -1-Saison 2017 beginnt traditionell Ende März auf dem Albert Park Circuit. Der Nachfolger von Silberpfeil-Pilot Nico Rosberg als Weltmeister wird nach 20 Rennen beim Grand Prix in Abu Dhabi am 26. November gekürt.

Die aktuelle Saison bringt einschneidende Veränderungen: Die Autos sind schneller, die Reifen breiter und die Motoren lauter. Mercedes bleibt das dominierende Team. Dreifach-Weltmeister Lewis Hamilton ist der größte Favorit auf den Titel. Aber die Konkurrenz wird härter. Er muss sich nicht nur teamintern gegen den Rosberg-Nachfolger Valtteri Bottas durchsetzen, sondern auch gegen Ferrari. Die Scuderia hat ein schnelleres Auto als in den vergangenen Jahren am Start. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen wollen die Silberpfeile jagen. Und Red Bull mit Daniel Ricciardo und Max Verstappen redet ebenfalls ein Wörtchen mit.

Aus deutscher Sicht richten sich die Blicke neben Vettel auf Nico Hülkenberg, der bei Renault anheuerte und oben angreifen will. Pascal Wehrlein wechselte zu seiner zweiten Formel-1-Saison zum Traditionsteam Sauber. Auch auf seine Entwicklung darf man gespannt sein. Keep Racing!

Nachfolgend erhalten Sie alle wichtige Infos und Hintergründe zur Formel 1 2017. 

  • Aktuelle News und Hintergründe zur Formel 1 2017
  • Alle Grands Prix samt Datum und Startzeit
  • Derzeitiger WM-Stand: Fahrer- und Konstrukteurswertung
  • Teams und Fahrer im Überblick 
  • Die Regeländerungen ab dieser Saison
  • Vettel, Hülkenberg & Wehrlein: Die deutschen Formel-1-Piloten im Porträt
  • Alle bisherigen Weltmeister der Formel-1-Geschichte

+++ Die neuesten Meldungen und Analysen +++

Vettel feiert in Melbourne Saisonauftakt nach Maß

So kann es für Sebastian Vettel weitergehen: Der viermalige Weltmeister hat beim Formel-1-Auftakt im australischen Melbourne eine Strategie-Panne des Mercedes-Stalls gnadenlos ausgenutzt und kürte sich zum ersten Sieger der Saison gekürt. Einen ausführlichen Rennbericht können Sie hier nachlesen:


Hamilton zeigt Vettel gleich im ersten Training die Grenzen auf 

Eigentlich sollten die umfassenden Regeländerungen die nun schon dreijährige Übermacht von Mercedes in der Formel 1 beenden. Doch schon beim ersten Training in Melbourne bot sich ein bekanntes Bild: Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton dominierte die ersten Einheiten und war bei seiner Tagesbestzeit (1:23,620) mehr als eine halbe Sekunde schneller als Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel. Platz drei belegte der Finne Valtteri Bottas, der bei Mercedes das Cockpit des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg übernommen hat. Die Silberpfeile hatten in den vergangenen drei Jahren jeweils das Auftaktrennen in Australien gewonnen und danach auch alle Titel abgeräumt. Auch nach der Regelreform zur neuen Saison hinterließ Mercedes in Melbourne zu Beginn den stärksten Eindruck.

Renault-Neuzugang Nico Hülkenberg belegte Platz neun, sein neuer Teamkollege Jolyon Palmer sorgte mit dem ersten heftigen Unfall des Jahres für kurze Aufregung. Der Brite blieb nach seinem Crash in der Zielkurve aber unverletzt. Für den zu Sauber gewechselten Pascal Wehrlein reichte es nur zu Platz 18. Der Große Preis von Australien am Sonntag (26. März; 7.00 Uhr MESZ) ist das erste von 20 Rennen in diesem Jahr.

Sebastian Vettels Neue heißt Gina

Sebastian Vettel und sein Team  pflegen eine Tradition: Vor dem ersten Rennen der Saison taufen sie den neuen Boliden des viermaligen Weltmeisters. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, fiel die Wahl in diesem Jahr auf Gina. 

Der Name ist allemal klangvoller als die offizielle Bezeichnung des Autos SF70H. Und er zeigt an, wo Vettel mit dem Renner wieder hin will: ganz nach oben. Gina ist die Kurzform des lateinischen Namen Regina, der unter anderem "Königin" bedeutet.

Seinen ersten Titel verschafften Vettel 2010 übrigens gleich zwei "Damen": Wegen eines Chassis-Wechsel gab er - damals noch bei Red Bull - seinen Autos im Laufe der Saison zwei Spitznamen: "Luscious Liz" ("üppige Liz") und "Randy Mandy" ("geile Mandy"). 

Neuer Formel-1-Boss: Die Fahrer sollen wieder die Stars sein

Der neue Formel-1-Chef Chase Carey will die Fahrer wieder zum wichtigsten Teil des Motorsport-Zirkus machen: "Wir wollen, dass sie alle Stars sind", sagte der Amerikaner in einem Interview der britischen Zeitung "The Times". Carey traf sich demnach bereits auch schon mit mehreren Piloten und schwärmte von Dreifach-Weltmeister Lewis Hamilton. Hamilton sei "fabelhaft".

Carey nahm ansonsten die Kritik an der Formel 1 auf, die er gehört hat, seitdem er den Posten im September übernahm. Die Rennen müssten wieder spannender und weniger vorhersehbar werden. Die Regeln seien zu kompliziert geworden. "Die Ingenieure haben die Fahrer überholt, also müssen wir dafür sorgen, dass die Fahrer wieder nach vorn kommen", sagte Carey der "Times". Er möchte außerdem jeden Grand Prix zu einem "Super Bowl" machen.

Nico Rosberg: Habe sehr viel Mitgefühl für Mick Schumacher

Dass es mitunter ziemlich nervig ist, wenn man immer wieder auf die Erfolge des eigenen Vaters angesprochen wird, hat Nico Rosberg, Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg, in einem Interview mit dem "ZEITmagazin Mann" verraten. "Es war nur oft schwierig, weil ich dauernd darauf angesprochen wurde, weil jeder gefragt hat, wie es ist, der 'Sohn von' zu sein. Wenn du das hundertmal gehört hast, fängt es an zu nerven. Und die Erwartungen sind sehr hoch", sagte der 31-Jährige.

Umso mehr fühlt der jüngst zurückgetretene Formel-1-Weltmeister auch mit Michael Schumachers Sohn Mick mit. "Gerade habe ich irgendwo gelesen, er sei Favorit auf den Formel-3-Titel. Und er ist erst in seinem ersten Jahr! Lewis (Hamilton) ist in seinem ersten Jahr in der Formel 3 Fünfter geworden. Meiner Ansicht nach braucht man zwei Jahre, um dort erfolgreich zu sein. Und wenn jetzt schon geschrieben wird, dass Mick Favorit ist, kann er nur enttäuschen. Das ist heftig", so Rosberg in dem Interview. Angesichts dessen könne er nur hoffen, dass Mick "stark nach seinem Vater kommt und dem keine Bedeutung beimisst".

Williams holt Star-Ingenieur Lowe zurück

Der Formel-1-Wechsel des Briten Paddy Lowe von Mercedes zu Williams ist perfekt. Der 54-Jährige hat seine Arbeit als neuer Technik-Direktor beim Rennstall von Teamgründer Frank Williams aufgenommen. Lowe wird demnach auch zum Vorstand gehören und Anteile an der Williams-Gruppe übernehmen, wie der Rennstall in Grove mitteilte.

Mercedes hatte Lowe im Januar ziehen lassen und später den früheren Ferrari-Mann James Allison als Technik-Chef verpflichtet. Lowe hatte seine Zeit in der Formel 1 bei Williams begonnen, ehe er dann viele Jahre für McLaren tätig war. Während seiner dreieinhalb Jahre bei Mercedes hatte er die Silberpfeile gemeinsam mit Teamchef Toto Wolff dreimal in Serie zum Konstrukteurs-Titel geführt.

Hülkenberg dankt Niederländern für Wahlergebnis

Nico Hülkenberg hat sich bei den Niederländern für viele Stimmen gegen Rechts bedankt. "Dank u wel!", schrieb der neue Renault-Pilotauf Niederländisch auf Twitter. Dazu stellte der 29-Jährige das Schlagwort "#NoToRacism" - "Nein zum Rassismus". Hülkenberg kommt gebürtig aus Emmerich am Rhein, das direkt an der niederländischen Grenze liegt.

Force India bringt Farbe in die Rennen

Die neue Formel-1-Saison beginnt der Rennstall Sahara Force India gewissermaßen mit der rosaroten Brille. Während die Rennwagen bei den Testfahrten in Barcelona noch mit der Lackierung der letzten Saison an den Start gingen, sollen die kommenden 20 Rennen in rosa bestritten werden. Am Dienstag präsentierte der Rennstall mit indischer Lizenz die in weiß, rosa und rot gehaltenen Autos. Die beiden Rennfahrer Sergio Perez und Esteban Ocon sollen passend dazu pinke Helme tragen.

Mit der Farbwahl präsentiert Force India gleichzeitig seinen neuen Sponsor BWT. Das österreichische Unternehmen ist auf Wasseraufbereitungssysteme spezialisiert. Teamchef Vijay Mallya verkündete auf der Website des Rennstalls, dass der Farbwechsel die Stärke der neuen Partnerschaft symbolisiere. 

Formel 1 im TV: RTL und Sky bleiben ihren Teams treu

Das Motto "Never change a winning team" gilt offensichtlich auch für RTL und Sky, die 2017 wieder von der Formel 1 berichten werden. Für den Kölner Privatsender moderiert weiterhin Florian König. Die Kommentatoren bleiben Heiko Waßer und Christian Danner. Vor der Kamera im Einsatz sind Kai Ebel als Reporter in der Boxengasse sowie bei den meisten Rennen Niki Lauda als Experte. Auch beim Bezahlsender Sky können sich die Zuschauer auf bekannte Gesichter einstellen: Kommentator bleibt demnach Sascha Roos, Experte Marc Surer. Aus der Boxengasse berichtet Tanja Bauer. 

In der abgelaufenen Saison mit dem Titel für Nico Rosberg waren die Zuschauerzahlen seitens RTL gestiegen. Durchschnittlich 4,51 Millionen Zuschauer verfolgten die 21 Rennen. Das waren nach Angaben des Senders 310.000 mehr als im Vorjahr, als die 19 Rennen im Durchschnitt 4,20 Millionen schauten. Auch der Marktanteil stieg leicht an. 

Kimi Räikkönen fährt Bestzeit bei Abschlusstests

Sebastian Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen hat am letzten Tag der Formel-1-Abschlusstests in Barcelona mit Abstand die Bestzeit hingelegt. Der Finne unterbot auf dem Circuit de Catalunya mit 1:18,634 Minuten die zuvor gültige Marke des Heppenheimers von 1:19,024 Minuten. Mercedes-Pilot Lewis Hamilton schloss den Testtag auf Rang fünf ab direkt vor Renault-Fahrer Nico Hülkenberg. Pascal Wehrlein musste sich in seinem Sauber mit der langsamsten Zeit aller 13 aktiven Piloten begnügen. Für McLaren liefen auch die letzten Proberunden alles andere als zufriedenstellend. Fernando Alonsos Dienstwagen wurde auf dem Kurs in Spanien von mehreren Elektronikproblemen ausgebremst und landete weit hinten. Das erste Saisonrennen findet am 26. März in Melbourne statt.

Ferrari beeindruckt die Konkurrenz

Vielleicht wird der Kosename für Sebastian Vettels neuen Ferrari ja wieder ein bisschen verführerischer ausfallen. Derzeit schwärmt ja sogar die Konkurrenz vom SF70H. "Der Ferrari schaut am schnellsten aus. Das Auto liegt wie ein Brett", zitierte auto-motor-und-sport.de Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda.

Am Donnerstag absolvierte Vettel auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona seine letzten Runden vor dem Beginn der neuen Formel-1-Saison. "Margherita" hieß Vettels Wagen der vergangenen Saison. Um die gleichnamige Pizza ging es nicht, eher um eine Assoziation mit einer ehemaligen italienischen Königin. Vom Thron war der viermalige Weltmeister Vettel aber ebenso wie sein Teamkollege Kimi Räikkönen - noch immer der letzte Champion im Ferrari - weit entfernt. 

Die Chancen stehen gut, dass sich das in der neuen Saison ändert. Vettel fuhr am Ende Bestzeit der gesamten Testphase. Der im vergangenen Jahr von Nico Rosberg entthronte dreimalige Weltmeister Lewis Hamilton wies der Scuderia vorerst die Favoritenrolle zu. "Wir können unsere Augen nicht vor ihnen verschließen, sie machen im Moment einen großartigen Job."


Felipe Massa sichert sich erste Bestzeit bei zweiter Testphase

Williams-Fahrer Felipe Massa hat sich zum Auftakt der Formel-1-Abschlusstests in Barcelona die erste Bestzeit gesichert. Der für diese Saison reaktivierte Brasilianer legte am Dienstag auf dem Circuit de Catalunya mit 1:19,726 Minuten die schnellste Runde vor Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo hin. Massa absolvierte zusammen mit Ferrari-Star Sebastian Vettel mit jeweils 168 Runden die meisten Runden. Vettel wurde Dritter direkt vor Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Der Brite brachte es wegen eines Unterbodenschadens an seinem Silberpfeil nur auf 49 Umläufe, ehe Valtteri Bottas am Nachmittag das Steuer übernahm.

Seine ersten Runden mit dem neuen C36 konnte Sauber-Pilot Pascal Wehrlein drehen. Wegen einer Nackenverletzung war er für die ersten Probefahrten ausgefallen, nun absolvierte er 47 Umläufe. Dann übernahm sein schwedischer Teamkollege Marcus Ericsson. "Es ist toll wieder im Auto zu sitzen", sagte der 22-jährige Deutsche bei "Auto, Motor und Sport". Schmerzen habe er keine gehabt. Nico Hülkenberg drehte die siebtschnellste Runde und brachte es auf 58 Runden.

Auf einen reibungslosen Tag hoffte McLaren wieder einmal vergeblich. Das britische Team musste den Motor wechseln, deshalb konnte Stoffel Vandoorne mehrere Stunden keine Ausfahrt unternehmen. Am Ende kam der Belgier auf 80 Runden.

Ferrari macht in Testphase Druck auf die Silberpfeile 

Sebastian Vettel traute der zarten Ferrari-Hoffnung noch nicht. "Wir haben immer noch viele Dinge, bei denen wir uns verbessern müssen. Die Liste ist noch ziemlich lang", sagte der 29-Jährige zu den Komplimenten für seinen neuen Dienstwagen nach der ersten Formel-1-Testwoche, die am Donnerstag in Barcelona zu Ende ging. Der SF70H erwies sich an den vier Probetagen auf dem Circuit de Catalunya als vorerst stärkster Gegner für den neuen Silbperpfeil vo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

Auch am Abschlusstag auf einer künstlich bewässerten Strecke zum Test der neuen Regenreifen machte der Ferrari eine gute Figur, war erneut schnell und zuverlässig. Vettels Teamgefährte Kimi Räikkönen fuhr wie am Dienstag die schnellste Runde des Tages. Am Montag und Mittwoch hatten sich Hamilton und Bottas im Mercedes die Bestzeiten gesichert, dabei aber Vettel jeweils nur hauchdünn distanziert.


Zudem wurde Hamilton am Donnerstag von einem elektronischen Defekt ausgebremst und verzichtete in Absprache mit dem Team auf weitere Runden. Bottas musste am Nachmittag auf Anraten der Ingenieure ebenfalls vorzeitig Feierabend machen. An den ersten drei Tagen hatten sich die beiden Mercedes-Fahrer noch als Kilometerfresser betätigt. Neuzugang Bottas, der das Cockpit des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg übernahm, wusste seinen neuen Arbeitgeber dabei auf Anhieb zu überzeugen. "Er macht einen guten Job, hat sich toll ins Team eingefügt", lobte Hamilton seinen neuen Kollegen.

Völlig neu gebaute Autos am Start

Der zweite Teil der Testfahrten in der kommenden Woche an gleicher Stelle muss nun zeigen, ob die Formel 1 zum ersten Grand Prix am 26. März im australischen Melbourne tatsächlich auf ein enges Duell zwischen Mercedes und Ferrari zusteuert. Vorerst scheint die Scuderia die Regelformen genutzt zu haben, um den Rückstand auf das Weltmeister-Team zumindest spürbar zu verringern.

Alle Teams mussten für dieses Jahr völlig neue Autos bauen, die breiter, flacher, schneller und schwerer beherrschbar sind. Zudem sind auch die Reifen breiter, die wieder von Pirelli bereit gestellt werden. "Diese Autos trennen die Männer von den Buben", sagte Dreifach-Champion Hamilton.

Red Bull hat Nachholbedarf

Noch Nachholbedarf hat offenbar Red Bull, dessen RB13 erst kurz vor dem Test fertig wurde und zu Beginn technische Probleme hatte. "Es ist zu früh, um Vergleiche anzustellen. Die anderen fahren ihr Programm, wir unseres", sagte Max Verstappen nach seinen ersten Runden gelassen.
Dahinter formiert sich ein breites Mittelfeld, aus dem wohl auch Nico Hülkenberg nach seinem Wechsel zu Renault so schnell nicht herausfahren wird. Die größten Sorgen hat wie schon in den Vorjahren McLaren, weil der neue Honda-Motor abermals Schwächen hat. Dem einst titelverwöhnten Traditionsteam und Altmeister Fernando Alonso droht eine weitere Frustsaison.


Impressionen aus der Ferrari-Vergangenheit

Rennkalender 2017: Alle Grands Prix im Überblick

Grand PrixDatumStartzeit
Australien/Melbourne26. März 7.00 Uhr MESZ
China/Shanghai9. April 8.00 Uhr MESZ
Bahrain/Sachir16. April17.00 Uhr MESZ
Russland/Sotschi30. April14.00 Uhr MESZ
Spanien/Barcelona14. Mai14.00 Uhr MESZ
Monaco/Monte Carlo28. Mai14.00 Uhr MESZ
Kanada/Montreal9. Juni20.00 Uhr MESZ
Aserbaidschan/Baku25. Juni15.00 Uhr MESZ
Österreich/Spielberg9. Juli14.00 Uhr MESZ
Großbritannien/Silverstone16. Juli 14.00 Uhr MESZ
Ungarn/Budapest30. Juli14.00 Uhr MESZ
Belgien/Spa-Francorchamps27. August14.00 Uhr MESZ
Italien/Monza3. September14.00 Uhr MESZ
Singapur/Singapur17. September 14.00 Uhr MESZ
Malaysia/Sepang1. Oktober 9.00 Uhr MESZ
Japan/Suzuka8. Oktober 7.00 Uhr MESZ
USA/Austin22. Oktober 21.00 Uhr MESZ
Mexiko/Mexiko-City29. Oktober 20.00 Uhr MEZ
Brasilien/Sao Paulo12. November17.00 Uhr MEZ
V.A.E./Abu Dhabi26. November 14.00 Uhr MEZ

WM-Stand: Fahrer- und Konstrukteurswertung

Fahrerwertung:

PlatzFahrerTeamPunkte*
1Sebastian VettelFerrari25
2Lewis HamiltonMercedes18
3Valterri BottasMercedes15
4Kimi RäikkönenFerrari12
5Max VerstappenRed Bull10
6Felipe MassaWilliams8
7Sergio PerezForce India6
8Carlos Sainz jr.Toro Rosso4
9Daniil KvyatToro Rosso2
10Esteban OcanForce India1

* nach 1/20 Rennen

Konstrukteurswertung:

PlatzTeamPunkte*
1Ferrari37
2Mercedes33
3Red Bull10
4Williams8
5Force India7
6Toro Rosso6

* nach 1/20 Rennen

Die Formel 1: Fahrer & Teams 2017

Mercedes AMG Petronas

Fahrer/Startnummer:

Lewis Hamilton/44 Großbritannien32 Jahre
Valtteri Bottas/77 Finnland27 Jahre
Teamchef:Toto Wolff
Debütsaison:2010
Chassis/Motor:W08/Mercedes-Benz
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:136/55
Konstrukteurs-WM-Titel:2014-2016

Red Bull Racing

Fahrer/Startnummer:

Daniel Ricciardo/3Australien27 Jahre
Max Verstappen/33Niederlande19 Jahre
Teamchef:Christian Horner
Debütsaison:2005
Chassis/Motor:RB13/Renault
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:222/52
Konstrukteurs-WM-Titel:2010-2013

Scuderia Ferrari

Fahrer/Startnummer:

Sebastian Vettel/5Deutschland29 Jahre
Kimi Räikkönen/7Finnland37 Jahre
Teamchef:Maurizio Arrivabene
Debütsaison:1950
Chassis/Motor:SF70H/Ferrari
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:929/224
Konstrukteurs-WM-Titel:1961,64,75-77,79,82,83,99-2004,07,08

Sahara Force India

Fahrer/Startnummer:

Sergio Perez/11Mexiko27 Jahre
Esteban Ocon/31Frankreich20 Jahre
Teamchef:Vijay Mallya
Debütsaison:2008
Chassis/Motor:VJM10/Mercedes-Benz
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:171/-
Konstrukteurs-WM-Titel:-

Williams Martini Racing

Fahrer/Startnummer:



Felipe Massa/19Brasilien35 Jahre
Lance Stroll/18Kanada18 Jahre
Teamchef:Frank Williams
Debütsaison:1975
Chassis/Motor:FW40/Mercedes-Benz
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:682/114
Konstrukteurs-WM-Titel:1980,81,86,87,92-94,96,97

McLaren Honda

Fahrer/Startnummer:

Fernando Alonso/14Spanien35 Jahre
Stoffel Vandoorne/2Belgien24 Jahre
Teamchef:Eric Boullier
Debütsaison:1966
Chassis/Motor:MCL32/Honda
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:801/182
Konstrukteurs-WM-Titel:1974,84,85,88-91,98

Scuderia Toro Rosso

Fahrer/Startnummer:

Carlos Sainz jr./55Spanien22 Jahre
Daniil Kwjat/26Russland22 Jahre
Teamchef:Franz Tost
Debütsaison:2006
Chassis/Motor:STR12/Renault
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:206/1
Konstrukteurs-WM-Titel:-

Haas F1 Team

Fahrer/Startnummer:

Romain Grosjean/8Frankreich30 Jahre
Kevin Magnussen/20Dänemark 24 Jahre
Teamchef:Guenther Steiner
Debütsaison:2016
Chassis/Motor:VF-17/Ferrari
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:21/-
Konstrukteurs-WM-Titel:-

Renault Sport F1 Team

Fahrer/Startnummer:

Nico Hülkenberg/27Deutschland29 Jahre
Joylon Palmer/30Großbritannien26 Jahre
Teamchef:Cyril Abiteboul
Debütsaison:1977
Chassis/Motor:RS17/Renault
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:398/37
Konstrukteurs-WM-Titel:2005-2006

Sauber F1 Team

Fahrer/Startnummer:

Marcus Ericsson/9Schweden26 Jahre
Pascal Wehrlein/94Deutschland22 Jahre
Teamchef:Monisha Kaltenborn
Debütsaison:1993
Chassis/Motor:C36/Ferrari (Version von 2016)
Grand-Prix-Teilnahmen/Siege:332/-
Konstrukteurs-WM-Titel:-

Was sich in dieser Saison regeltechnisch alles ändert

Die Formel-1-Boliden sehen 2017 nicht nur deutlich anders aus als in den Vorjahren. Auch sollen einige Regeländerungen für mehr Spannung sorgen. Das wird in dieser Saison anders:

  • Reifen: Die Gummiwalzen sind um ein Viertel breiter. Vorn sind es nun 30,5 Zentimeter anstatt 24,5. Hinten 40,5 Zentimeter statt 32,5. Zudem sind die Pneus jetzt haltbarer, sollen weniger stark abbauen und es dem Fahrer ermöglichen, länger am Limit zu fahren.
  • Karosserie: Der Frontflügel ist mit 180 Zentimetern nun 15 Zentimeter breiter, die Gesamtbreite des Autos wuchs um 20 auf 200 Zentimeter. Der Heckflügel ist ebenfalls breiter, aber flacher als in der Vorsaison. Der Diffusor, der im Unterboden durch einen Sog für eine bessere Aerodynamik sorgt, ist durch seine deutlich vergrößerten Ausmaße um einiges wirksamer.
  • Gewicht: Ein Rennwagen darf nun 20 Kilogramm mehr wiegen, also 722 statt bisher 702 Kilogramm. Nicht eingerechnet sind die Reifen.
  • Kosten: Kundenteams müssen pro Motoreneinheit in diesem Jahr eine Million Euro weniger an die Hersteller wie Mercedes oder Renault zahlen.
  • Antrieb: Das mit Startplatzstrafen belegte Wechseln von Teilen der Motoreneinheit kann auch bei nachfolgenden Rennen noch zu Strafen führen. Damit soll verhindert werden, dass bei einem Fahrer unnötig mehrere Motorenteile gewechselt werden, um bei späteren Grand Prix durch neuere Bauteile einen Vorteil zu haben. Das umstrittene System der sogenannten Token, mit denen die Motorenentwicklung während der Saison begrenzt wurde, ist abgeschafft.
  • Start: Wenn ein Rennen wegen schlechter Witterung zunächst hinter einem Safety-Car beginnt, gibt es künftig einen stehenden Neustart, sobald die Streckenbedingungen es zulassen.
  • Helme: Fahrer dürfen ihr Helmdesign für ein von ihnen gewähltes Rennen pro Jahr einmalig verändern. Auch im Fall eines Wechsels zu einem anderen Team während der Saison ist ein neugestalteter Helm erlaubt.

+++ Die deutschen Formel-1-Piloten im Porträt +++

Sebastian Vettel: Saison der Entscheidung

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel


Sebastian Vettel läuft die Zeit davon. Nach einer verkorksten Formel-1-Saison muss der Heppenheimer Ferrari endlich zu einem weltmeisterfähigen Team machen. Sonst könnte die mit so großen Hoffnungen geschlossene Beziehung zum Ende seines Dreijahresvertrags bereits im Winter 2017 gelöst werden. "2017 ist eine Saison voller Unbekannten", räumte Ferrari-Boss Sergio Marchionne mit Blick auf die gravierenden Regeländerungen ein. "Ich kann aber versprechen, dass wir kämpfen werden. Wir haben den Ansporn, die Hingabe und die Leidenschaft, wieder an die Spitze zurückzukehren."

Marchionnes Worte klingen zurückhaltend. Selbstbeherrschung ist aber keine Stärke der notorisch aufgeregten Scuderia. Ferrari hat Vettel schließlich 2015 als viermaligen Weltmeister verpflichtet, um aus der "Roten Göttin" wieder das Nonplusultra in der Königsklasse des Motorsports zu machen. So wie einst Michael Schumacher.

Der Kerpener brauchte vier Aufbaujahre, ehe er fünf WM-Titel in Serie mit dem italienischen Traditionsteam folgen ließ. Aus dem Deutschen wurde in Maranello eine Legende. Vettel weiß um Schmumachers langen Schatten. Der 29-Jährige weiß aber auch, dass Erfolge mit Ferrari in der Formel 1 eine ganz eigene Kategorie darstellen.

"2015 war ein tolles Jahr, um die Mission zu starten, wieder zu gewinnen. 2016 war ein Rückschritt bei den Ergebnissen, aber was das Organisatorische betrifft ein massiver Fortschritt", sagte Vettel zum Abschluss der Tests in Barcelona, wo sich Ferrari mit Mercedes um die Bestzeiten duellierte. "Es fügt sich, wir müssen aber geduldig sein. Wenn das Team gut arbeitet, werden wir auch Resultate sehen."

Viel Zeit bleibt Vettel aber nicht. Der Druck auf die Scuderia und ihn wächst. Falls Vettel nicht wie Schumacher Ferrari zu neuem Glanz führt, könnte sich dem viermaligen Champion aber schon für 2018 eine attraktive Ausfahrt bieten: ein Cockpit bei Mercedes, wenn Nico Rosbergs Nachfolger Valtteri Bottas nicht die Erwartungen erfüllt.

Nico Hülkenberg: Raus aus dem Mittelmaß

Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg


Für einen Formel-1-Rennstall zu fahren, in dem offen über den Gewinn der Weltmeisterschaft geredet wird, ist für Nico Hülkenberg etwas Ungewohntes. Sein neuer Arbeitgeber Renault hat den WM-Titel 2020 als Ziel ausgegeben - und setzt dabei voll auf den 29-Jährigen. "Er ist ein toller Fahrer, und er hat sehr starke Anführer-Qualitäten", sagt Renault-Sportdirektor Cyril Abiteboul. 

Umgekehrt hofft auch Hülkenberg, dass ihn die Franzosen im letzten Drittel seiner Karriere in die Spitze katapultieren. Schließlich hat Renault als Hersteller mehr Mittel als die meisten Privat-Rennställe. "Es war stets ein Traum, für ein Werksteam zu fahren", versichert Hülkenberg. Ein Traum, der ihm nebenbei angeblich auch ein Multi-Millionen-Salär bringt.

In seinen bisherigen sechs Formel-1-Jahren war er stets mittendrin im Mittelmaß. Bei Williams, Sauber und Force India zeigte Hülkenberg seine Qualitäten, für das Podest reichte es wegen der Unterlegenheit seiner Dienstwagen in keinem der 117 Rennen. Und wenn über die Besetzung von Cockpits bei Top-Teams spekuliert wurde, zirkulierte oft auch sein Name. Eine Chance bekam der Rheinländer aber nicht. 

Nun soll es mit Renault klappen, endlich in die Elite der Formel 1 vorzudringen. Doch der gelernte Speditionskaufmann braucht Geduld. Er selbst hat in der Winterpause so hart wie nie trainiert. Sein Team ist für den Angriff auf die Spitze längst noch nicht soweit.

Sofort Kandidat für das Podium zu sein, erwartet er nicht. Auch am Renault-Saisonziel, ein Platz unter den ersten Fünf, hat er Zweifel. Der in Monaco lebende Hülkenberg nennt sein Engagement auch lieber ein "langfristiges Projekt, in dem 2017 noch ein Aufbaujahr ist". 

Die Test-Eindrücke in Barcelona gaben Hülkenberg dem Anschein nach recht. Der Abstand zum Top-Trio Mercedes, Ferrari und Red Bull ist groß. Hülkenberg steckt mit den Franzosen vorerst wieder mittendrin im Mittelmaß. Doch das soll nur eine Momentaufnahme bleiben.

Pascal Wehrlein: Zwischensaison auf dem Weg nach oben

Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein


An der Spekulations-Börse wurde Pascal Wehrleins Name nach dem Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg hoch gehandelt. Doch die Mercedes-Verantwortlichen konnten sich nicht durchringen, das unerfahrene Talent aus eigenem Hause neben Dreifach-Champion Lewis Hamilton zu setzen. "Wir wollen ihn nicht verheizen", nannte Motorsportchef Toto Wolff als Grund, den 22-Jährigen - vorerst - nicht zu befördern. 

Der Sprung vom hoffnungslos unterlegenen und mittlerweile insolventen Manor-Rennstall zum Weltmeister-Team wäre in der Tat riesig gewesen. Nun macht Wehrlein beim Privatteam Sauber einen Zwischenschritt auf dem erhofften Weg nach oben. Er habe sich nicht groß mit einem Wechsel zu Mercedes beschäftigt, meint der DTM-Champion von 2015: "Das sind Sachen, die man selbst nicht beeinflussen kann."

Sauber habe mächtig Potenzial, "mittelfristig wieder richtig gut zu werden. Das ist natürlich das Ziel", sagt der Worndorfer. Die Schweizer haben dank der Millionen aus der schwedischen Tetrapak-Dynastie nach langer Zeit keine Existenzängste mehr und können sich wieder verstärkt auf das Sportliche konzentrieren.

Wehrlein will davon profitieren und sich für Höheres empfehlen. Schon im Manor hatte er sein Können angedeutet und holte im Rennen in   Österreich seinen bislang einzigen Punkt. 2017 sehe er "auf jeden Fall nicht als Lehrjahr. Ich will das Maximale aus dieser Saison herausholen, fehlerfrei bleiben, so viele Punkte wie möglich holen." 

Daher störte es ihn gewaltig, in der ersten Woche der Tests in Barcelona zu passen. Grund war eine Rückenblessur, die er sich im Januar in Miami bei einem Unfall im "Race of Champions" zugezogen hatte. Erst in der zweiten Woche durfte er sein Gefährt kennenlernen.

An das mögliche Mercedes-Cockpit für 2018 denke er nicht, versichert Wehrlein. "Das einzige, was ich machen kann, ist, eine gute Leistung zu zeigen." Mercedes-Mann Wolff wird ihn genauestens beobachten.

Die erfolgreichsten Fahrer der Formel-1-WM-Geschichte

Sieben WM-Titel

Michael Schumacher (Kerpen): 1994,95,2000-04

Fünf WM-Titel

Juan Manuel Fangio (Argentinien): 1951,54-57

Vier WM-Titel

Sebastian Vettel (Heppenheim): 2010-13

Alain Prost (Frankreich): 1985-86,89,93

Drei WM-Titel

Lewis Hamilton (England): 2008,14,15

Ayrton Senna (Brasilien): 1988,90,91 

Nelson Piquet (Brasilien): 1981,83,87

Niki Lauda (Österreich): 1975,77,84

Jackie Stewart (Schottland): 1969,71,73

Jack Brabham (Australien): 1959-60,66

Zwei WM-Titel

Fernando Alonso (Spanien): 2005,06 

Mika Häkkinen (Finnland): 1998,99

Emerson Fittipaldi (Brasilien): 1972,74 

Alberto Ascari (Italien): 1952,53

Graham Hill (England): 1962,68

Jim Clark (Schottland): 1963,65

Ein WM-Titel

Nico Rosberg (Wiesbaden): 2016 

Jenson Button (England): 2009 

Kimi Räikkönen (Finnland): 2007 

Jacques Villeneuve (Kanada): 1997

Damon Hill (England): 1996 

Nigel Mansell (England): 1992 

Keke Rosberg (Finnland): 1982 

Alan Jones (Australien): 1980

Jody Scheckter (Südafrika): 1979

Mario Andretti (USA): 1978

James Hunt (England): 1976

Jochen Rindt (Österreich): 1970

Dennis Hulme (Neuseeland): 1967

John Surtees (England): 1964 

Phil Hill (USA): 1961

Mike Hawthorn (England): 1958

Giuseppe Farina (Italien): 1950

tis/DPA/AFP

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