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Riesenwirbel um die DFB-Nominierung von Kerem Demirbay

Kerem Demirbay

Gleich nach seiner erstmaligen Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft sorgt Hoffenheims Kerem Demirbay für Unruhe - weil der Star von 1899 Hoffenheim auch in Kontakt mit dem türkischen Verband stand.

Nach einem Hin und Her hat sich kurzfristig entschieden, doch für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu spielen. Vor seiner Nominierung für den Confederations Cup in Russland durch Bundestrainer Joachim Löw hatte der Mittelfeldspieler vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim "seit vielen Monaten" auch Kontakt mit dem türkischen Verband TFF.

"Ich habe mich nach sehr guten Gesprächen mit dem Bundestrainer ganz bewusst für die deutsche Nationalmannschaft entschieden und dies Herrn gestern Abend mitgeteilt", ließ der 23-Jährige am Mittwoch wenige Stunden nach seiner Berufung in das DFB-Team für den WM-Vorlauf in Russland über seinen Berater mitteilen.

Kerem Demirbay: Brief an den türkischen Verband

Am Nachmittag hatte ein vom TFF veröffentlichter Brief an den Fußball-Weltverband Fifa vom Montag für Irritationen gesorgt. Das in Englisch verfasste und auf den 15. Mai datierte Schreiben war von Demirbay unterzeichnet. Darin hatte er seinen Wunsch geäußert, für die zu spielen.

Um zu prüfen, ob für ihn überhaupt die Möglichkeit bestünde, für die Türkei zu spielen, sei am Montag ein Mitarbeiter auf ihn zugekommen und habe ihm das Schreiben vorgelegt. "Für mich war klar, dass dieses ausschließlich zur rechtlichen Prüfung verwendet werden sollte", sagte Demirbay. "Ich habe das Schreiben dann leichtsinnigerweise ohne inhaltliche Prüfung unterschrieben."

Demirbay betonte in der Mitteilung über seinen Berater, dass er ausschließlich deutscher Staatsbürger sei und "somit überhaupt nicht für die türkische Nationalelf spielberechtigt ist". Schon deshalb ergebe dieses Schreiben an die Fifa keinen Sinn, meinte der Spieler.

Der hoch veranlagte Mittelfeldspieler hatte allerdings einst für Junioren-Teams der Türkei gespielt. Nach Medienberichten bemühte sich der in Herten geborene Demirbay kürzlich sogar um einen türkischen Pass. Nach der Entscheidung für das schrieb der türkische Verband auf seiner Webseite, dass er die Last-Minute-Entscheidung Demirbays "respektiert" und dem Spieler viel Erfolg für seine Karriere wünsche.

"Für mich geht ein Traum in Erfüllung"

Nach Bekanntgabe des Confed-Cup-Kaders durch Löw hatte Demirbay sich klar zum DFB-Team bekannt. "Für mich ist klar, dass ich der Einladung folge und für mich ein Traum in Erfüllung geht", sagte er laut Mitteilung seines Klubs. "Ich habe mich entschieden, für Deutschland zu spielen, da ich hier geboren wurde und aufgewachsen bin und mich auch mit der deutschen Nationalmannschaft identifiziere."

Bei der U21-EM 2015 in Tschechien stand Demirbay schon im deutschen Aufgebot, war aber nicht zum Einsatz gekommen. Aber erst mit einem Pflichtspieleinsatz im Sommer für das A-Team beim Confed Cup in Russland hätte sich Demirbay für Deutschland festgespielt.

tim/Claas Hennig/Ulrike John/DPA

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