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Warum Dirk Nowitzki der größte deutsche Sportler aller Zeiten ist

Dirk Nowitzki

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Basketball-Superstar Dirk Nowitzki hat seinen 30.000 Punkt in der NBA erzielt. Das haben in der Geschichte der US-amerikanischen Profiliga vor ihm nur fünf Spieler geschafft. Der nächste Meilenstein einer unglaublichen Karriere, die hierzulande noch zu wenig gewürdigt wird.

Natürlich war es sein Paradewurf, ein Fadeaway-Jumpshot, mit dem im Spiel der Dallas Mavericks gegen die Los Angeles Lakers seinen 30.000 Punkt in der US-Profiliga NBA erzielte. 30.000 Punkte - eine Marke, die vor ihm nur fünf weitere Spieler geknackt haben: Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone, Kobe Bryant, Michael Jordan und Wilt Chamberlain. Allesamt absolute Ikonen des Basketballsports, zu denen auch Nowitzki nicht erst seit gestern zählt. Trotzdem geht die sportliche Lebensleistung des Würzburgers in der öffentlichen Wahrnehmung hierzulande immer noch ein wenig unter. Denn angesichts der unglaublichen Karriere gerät der neueste Meilenstein fast zur Fußnote.

Es ist keine Übertreibung, es ist auch kein Superlativ um des Superlativs willen: Alle widrigen Umstände in Betracht gezogen, ist Dirk Nowitzki der größte deutsche Sportler aller Zeiten. Als 20-Jähriger kam er 1998 in Dallas an, ein schlaksiger Blondschopf sollte die chronisch erfolglose Mavericks-Franchise in eine bessere Zukunft führen. Obwohl das schon zu übertrieben formuliert ist: Allzu große Hoffnung, dass sich der brave Junge in einer der härtesten Sportligen der Welt durchsetzen würde, hatten sie in der texanischen Metropole nicht.

Dirk Nowitzki: Immer noch Exot in der Glitzerwelt

Europäer haben es in der traditionell schwer. Vor Nowitzki schafften es selbst die begabtesten Spieler des alten Kontinents nur selten überhaupt in die Liga - erfolgreiche Ausnahmen wie Vlade Divac, Toni Kukoc oder der früh verstorbene Drazen Petrovic bestätigen die Regel. Heute wimmelt es nur so vor europäischen Schlüsselspielern wie Tony Parker, Pau Gasol oder Joakim Noah, auch weil Nowitzki ihnen den Weg geebnet hat.

Trotzdem kommt der Deutsche in der grellen Glitzerwelt des US-Sports bis heute wie ein Exot daher. Seine Bescheidenheit ist fast sprichwörtlich. In lieben sie ihren "Big German" dafür. Es gibt keinen Mavs-Mitarbeiter, der nicht über die Umgänglichkeit von "Dirkules" ins Schwärmen gerät. Jedes Jahr kurz vor Weihnachten besucht Nowitzki mit einem Sack voller Geschenke das Kinderkrankenhaus der Stadt - und es versteht sich von selbst, dass er dabei in der Regel keine Fotos und Videos erlaubt. Einen besseren deutschen Botschafter hat es mindestens in Texas noch nicht gegeben.

Aber so normal Nowitzki als Privatmensch geblieben ist, so außergewöhnlich ist sein sportlicher Werdegang: Als erster Europäer wurde er 2007 zum MVP ("Most Valuable Player"), zum besten Spieler der Liga, gewählt; 2006 führte er die Mavericks in ihr erstes NBA-Finale, das gegen die Miami Heat verloren ging - satte fünf Jahre später gelang Nowitzki schließlich mit einem besseren Durchschnittsteam gegen denselben Gegner die Revanche: Die erste Meisterschaft als Krönung einer legendären Laufbahn.

"GOAT": Dirk, der Größte aller Zeiten

Jetzt also der 30.000 Punkt. Als Nowitzki seinen Fadeaway-Jumpshot und kurz darauf noch einen Dreier versenkte, rastete die American Airlines Arena - Heimspielstätte der Mavs - Fans und Mitspieler kollektiv aus. Nur der gewohnt zurückhaltende Nowitzki-Mentor Holger Geschwindner verdrückte auf der Tribüne lediglich eine stille Träne des Stolzes auf seinen Schützling, der ihm alles verdankt. Mittendrin in der Jubeltraube auch Mavs-Besitzer Mark Cuban, eine Art halb so großer väterlicher Freund Nowitzkis. Vor allem ihm dürfte in diesem Moment sehr bewusst gewesen sein, dass Dirk die Mavericks auch in schlechten Zeiten nie verlassen hat, sondern lieber auf Gehalt verzichtet hat, damit das Team verstärkt werden konnte. Er wollte den NBA-Titel um jeden Preis, aber eben mit Dallas. Das hat er geschafft. Wie er alles geschafft hat, was ein dürrer Basketballer aus Deutschland in der besten Liga der Welt gegen alle Widrigkeiten erreichen kann.

In Dallas nennen sie Dirk Nowitzki gerne "GOAT" ("Greatest of all time") - weil er für sie nun mal der Größte aller Zeiten ist. In Deutschland dürfen wir ihn gerne auch so nennen.

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