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Wie sicher ist Deutschland?

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Was steckt hinter der Terrorattacke auf den Berliner Weihnachtsmarkt? Viele Menschen in Deutschland sind verunsichert und haben Angst: Ist man überhaupt noch irgendwo sicher? Live bei stern TV sprechen Experten über die aktuelle Gefährdungslage und Entwicklungen in der Aufklärung der Tat.


Entsetzen, Fassungslosigkeit und Angst: Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt stehen die Menschen in Deutschland unter Schock: Am Montagabend war gegen 20 Uhr ein dunkler Sattelschlepper am Breitscheidplatz vor der Gedächtniskirche über den Bürgersteig gedonnert und direkt in den Markt hinein gefahren. Auf einer Strecke von 60 bis 80 Metern überrollte er Menschen und riss Buden und Marktstände ein - bis der LKW zum Stehen kam. Die Weihnachtsmarktbesucher hatten keine Chance zu entkommen: Mindestens 12 Menschen starben bei dem Attentat, etwa 50 weitere wurden verletzt, 18 von ihnen schwebten in Lebensgefahr.

Axel Kaiser hat das Geschehen hautnah miterlebt. Er betreibt auf dem Weihnachtsmarkt die „Berliner Weihnachtsterrasse“, eine der Buden auf dem Breitscheidplatz. Jetzt liegt seine „Weinachtsterrasse“ mitten im abgesperrten Bereich. Axel Kaiser war am Montagabend nur wenige Meter von dem Anschlag entfernt: Er habe einen dumpfen Knall und Schreie gehört, erzählt er. "Wir dachten erst, es wäre ein Unfall oder eine Schlägerei", erzählt der Mann. Wäre der Sattelschlepper noch weiter durch die Marktgasse gefahren, wäre es weitaus schlimmer gekommen: Axel Kaiser hatte zahlreiche feiernde Gäste und Angestellte in seiner Bude: "Das hätte das Vielfache an Menschenleben gekostet“, so Kaiser. Doch dass 12 Menschen sterben mussten und so viele schwer verletzt wurden, ist schlimm genug.

Das grauenvolle Szenario von Berlin erinnert an den ganz ähnlichen Anschlag in Nizza am 14. Juli, der sich sogleich bei Janine Konopka in Erinnerung rief: All das hatte sie selbst schon erlebt! Janine Konopka überlebte den Terroranschlag während der Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag nur knapp. "Wenn ich nicht an die Seite gegangen wäre, wäre er komplett über uns drüber gerollt. Es war schon sehr, sehr knapp", erzählt die junge Frau. "Und dann musste ich mit ansehen, wie Menschen um uns herum oder rechts von mir überfahren worden sind. Es war schrecklich!"
Janine Konopkas Mutter, bei der sie zu Besuch war, wurde angefahren, doch beide konnten sich retten. "Wir sind nach den Schüssen aufgestanden, weil die Menschen voller Panik losliefen. Man wusste ja nicht genau, ob da noch mehr irgendwo versteckt sind oder ob da noch weiterer Terror folgt."

Genau das dachten und denken viele Menschen: Folgt noch weiterer Terror? Den Anschlag von Nizza reklamierte die Terrororganisation Islamischer Staat Monate später für sich. In einer IS-Propagandabroschüre nimmt sie Bezug auf den Attentäter - und gibt zudem Tipps zu Anschlägen mit LKW. Auch den Anschlag in Berlin beansprucht der IS inzwischen für sich, wobei Terrorexperten sich skeptisch äußern. Es könnte sich auch um einen Einzeltäter handeln, hieß es.

Inzwischen fahnden die Behörden europaweit nach Anis Amri, einem abgelehnter Asylbewerber, der auf der Abschiebungsliste steht. Amri soll Verbindungen zu dem Hildesheimer Hassprediger und mutmaßlichen IS-Kontaktmann Abu Walaa gehabt haben. Die Sicherheitsbehörden haben Anis Amri schon seit Monaten observiert, wie Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger heute bestätigte: Das LKA NRW habe eine Untersuchung initiiert, die Generalstaatsanwaltschaft Berlin habe ermittelt.

"Wir müssen sehen, wie wir unser Land sicher machen können"

Hätte der Anschlag womöglich verhindert werden können? Wie sicher können wir uns in unserem Land noch fühlen? Und: Welche Gefahr geht möglicherweise von Flüchtlingen aus, die mit dschihadistischer Gesinnung ins Land kommen? Darüber sprach Steffen Hallaschka am Mittwochabend unter anderem mit dem CDU-Abgeordneten Wolfgang Bosbach, der sich mit deutlichen Worten zur Sicherheitslage in Deutschland äußerte: "Angesichts der Bedrohungslage müssen wir sehen, wie wir unser Land sicher machen können – ohne unsere Freiheit einzuschränken." Und dafür "müssen wir wissen, wer in unser Land kommt." Eines zeige der aktuelle Fall deutlich, so Bosbach: "Wenn Hunderttausende ohne Pässe kommen, wenn viele mit ungeklärter Identität und Nationalität kommen, dann haben wir ein Sicherheitsproblem."

Auch Schauspieler Wotan Wilke Möhring, der am Mittwochabend zu Gast in der Sendung war, äußerte sich im stern TV-Studiogespräch zu dem Anschlag in Berlin: "Hundertprozentige Sicherheit gab es nie", so der 49-Jährige. Doch, auch das machte Möhring deutlich: "Wir müssen wachsam sein, uns aber nicht dem Gefühl der Angst hingeben." Ähnlich formulierte es auch Augenzeugen Axel Kaiser:  "Wir können uns von diesen Idioten nicht vorschreiben lassen, wann und wo wir feiern. Nein, jetzt erst recht!"


Kommentare (6)

  • , Online-Redaktion zur Sendung stern TV

    Was bedeutet es für unser Leben, dass der Terror nun auch in Deutschland durch eine Tat angekommen ist?

  • yourself
    yourself
    Vielleicht sollte man dringend allen Parteien etwas Gehör schenken. Denn in gewisser Weise steckt in so manchen Äußerungen auch etwas wahres. Sei es die CDU, CSU & AfD. Es gab schließlich Tote und Schwerverletzte , weil unser System nicht funktioniert hat. Also bitte.... stellen Sie sicher, dass an der gravierend, fehlerhaften Einwanderungsmöglichkeit gearbeitet wird. In keinem anderen Land ist eine Einreise ohne Kenntnis über die Person oder gar fehlenden Ausweis, möglich. Warum bei uns ?????? Und........ vielleicht sollte man über gesonderte Gesetzte für Flüchtlinge & Einwanderer nachdenken. Täglich zeigen sich Regelungen und Gesetze, die nicht auf Zuwanderer & Flüchtlinge abgestimmt sind.
  • andyhh31
    andyhh31
    Mein Lebensgefährtin empfindet Trauer und Angst für die Zukunft.
    Wir Leben am Stadtrand von Hamburg, seit Heute ist auch hier der Weihnachtsmarkt stark bewacht.
    ich denke, das man sich nicht durch diese Taten einschränken lassen darf, da sonst das eigene Leben und das der gesamten Familie arg leidet.
    Man weiss nie wann etwas passiert und sollte nun nicht davon ausgehen das an jedem Ort den man eventuell besuchen möchte, ein Anschlag verübt wird.
    Kinder leiden unter diesen Einschränkungen am meissten, da hier das Verständnis noch fehlt.
    Ich sage, wie Herr Bosbach, seit etwas sensibilisiert bei Grossveranstaltungen, aber lasst euch nicht die Lebensfreude nehmen. Genießt jeden Tag und geht herzlich mit euren Mitmenschen um.
    Weihnachten soll eine schöne besinnliche Zeit sein, selbst der Stress beim einkaufen sollte nicht sein.
    Unser Mitgefühl ist bei den Opfern, den Angehörigen, den Berlinern und den Budenbetreibern auf dem Weihnachtsmarkt.
    Schönen Gruss und trotz allem ein besinnliches Weihnachten an alle.
  • Tom Mol
    Tom Mol

    Guten Abend .Fragen sie doch Bitte mal den Politiker Herrn Bosbach was er von einer Bannmeile ,für schwere Lkw,s Hält in der Nähe der Feste Märkte und Großverantstaltugen .. damit jemand der mit dem Lkw so etwas wieder holen möchte erst gar keine Chance hat in die Nähe von gr Menschen Ansammlungen zu kommen . sagen wir bis zu 2 Kilometer im Radius .Be & entladen dann nur Nachts dort möglich zum Beispiel liebe grüße
  • maurice.g
    maurice.g
    Ich wünsche allen Familienangehörigen, Freunde und Kinder der verstorbenen Menschen viel Kraft auf dem weiteren Weg. Ich kann mir das kaum vorstellen, wenn meine Mutter, mein Vater oder mein Bruder nicht mehr da währe!! Unvorstellbar!! Die Menschen hatten sicherlich einen grossen Schock, ich würde bei jedem Motorgeräusch Angst bekommen. #PrayForBerlin

    Maurice G, von Bern, Schweiz



  • Grizzly5973
    Grizzly5973
    Und zu den islamistischen Terroristen an sich:
    Wenn es wirklich irgendwo einen Gott gibt und er so mächtig ist, dass er das Weltall, die Erde, die Menschen, die Tiere und Pflanzen geschaffen hat, glaubt Ihr kleingeistigen, schleimigen, dahinkriechenden, verblendeten und degenerierten Idioten tatsächlich, dass dieser allmächtige Gott so arrogant und strunzdoof ist wie Ihr? Glaubt Ihr allen Ernstes, dass dieser Gott so armselig ist und ausgerechnet Eure Hilfe benötigt, um angeblich Ungläubige zu vernichten und von der Erde zu tilgen? Denkt Ihr wahrhaftig, dass hirnlose Parolen brüllen und Unschuldige töten, so ein intelligenter Weg ist, um andere von Euren Ansichten, Weltanschauungen und Glauben zu überzeugen? Aber wer zu blöd ist, so wie Ihr um seine Argumente verbal vorzubringen, bzw. wer so doof ist, dass er gar keine Argumente hat, versucht es eben mit Gewalt.
    Doch egal wie laut und dumm Eure Sprache der Gewalt auch sein mag, sie wird niemals unsere freiheitlichen Werte vernichten, denn dafür ist sie einfach zu doof.
    Ihr werdet es niemals schaffen unsere Freiheit zu vernichten, denn je mehr Ihr gegen die freie Welt, den freien Glauben und die Nächstenliebe ankämpft umso stärker werden diese Werte uns zusammenschweissen!!!
    Eins sei noch gesagt, die Terroristen von Frankreich, Belgien, Deutschland und überall in der Welt haben nichts mit dem islamischen Glauben oder dessen Werten zu tun.
    Es waren und sind geisteskranke, vernunftsintollerante, vernagelte und hirnlose Vollidioten die einen Glauben vorschieben um freie Menschen zu unterjochen. Und wenn es wirklich einen Gott gibt, so wird er diesen Idioten die andere haben leiden lassen um ihre vermurkste Gottesvision zu predigen oder gewaltsam durchzusetzen hoffentlich einen heiligen Blitz in den Arsch jagen um sie mit einem gesegneten Tritt in selbigen zu seinem Kollegen mit den Hörnern schicken, damit dieser sie bis in alle Ewigkeit in dem Sud ihrer eigenen Dämlichkeit im Fegefeuer röste!!!

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