12. September 2018
E-Autos müssen heute vor allem protzig aussehen – so auch das Elektro-SUV von Mercedes. Es wiegt satte 2,4 Tonnen und markiert den Beginn der reinen E-Autos mit einem Stern.
Niemand kann behaupten, Mercedes fahre bei den Elektrofahrzeugen voran. Und das, obwohl Showfahrzeuge wie der elektrische Supersportwagen SLS AMG Electric Drive schön anzuschauen waren. Wenigstens wollte man als Marke das erste vollelektrische SUV vorstellen – aber da überholte der Jaguar i-Pace die Schwaben. Aber sei es drum: Nun kommt der EQC als erster Modell der rein elektrischen Sub-Marke EQ. "Mit dem EQC als erstem vollelektrischen SUV von Mercedes-Benz legen wir den Schalter um", sagt Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. "Der E-Antrieb ist ein wichtiger Baustein der Mobilität der Zukunft. Daher investieren wir in den nächsten Jahren mehr als zehn Milliarden Euro in neue EQ Produkte und über eine Milliarde in die Batterieproduktion."

Mächtiges Auftreten ist Pflicht

Während vor fünf Jahren noch Elektrofahrzeuge vor allem Bescheidenheit und einen gewissen Verzicht signalisierten, kann ein E-Auto heute gar nicht mächtig genug aussehen. Auch der EQC ist vor allem groß und bullig. Vor der schwarzen Front mit verbundenen Tagfahrlichtern hat eine Konzeptstudie bereits gewarnt. Design-Chef Gorden Wagener sagt dazu: "Der EQC verkörpert die Design-Sprache des progressiven Luxus unserer neuen Produkt- und Technologiemarke EQ. Damit wird ein Erlebnis geschaffen, das einen Vorgeschmack auf unsere Zukunft gibt."
Derzeit ist es eine Zukunft der schwergewichtigen Dinosaurier – zumindest was das Gewicht angeht. Der EQC bringt 2,4 Tonnen auf die Waage. In Sachen Sicherheit will Mercedes neue Maßstäbe definieren. Zur Erinnerung: Explosionsartige Batteriebrände haben das Image von Tesla gewaltig angekratzt. Besonders strenge Vorgaben für Batterie und alle Bauteile, die Strom führen, sollen so ein Debakel bei einem EQ-Benz verhindern. Die Stromspeicher wiegen satte 650 Kilogramm und sollen laut Mercedes über 450 Kilometer Norm-Reichweite bieten.

Das Batterie-Dilemma

Hier wurzelt auch das Übergewicht: Soll ein Auto eine Praxisreichweite von über 300 Kilometer haben, muss eine gewaltige Batterie an Bord sein. Leichtbau ist dann kaum möglich. Der EQC wird in die Serienproduktion des Mercedes-Benz-Werks in Bremen integriert. Es wird keine eigene Stromer-Fabrik geben, so kann der Anteil von Verbrennern und E-Autos flexibel gesteuert werden. Auch eine Besonderheit: MB setzt auf eigene Batterien, die in Kamenz bei Dresden produziert werden.
Im Innenraum treffen Teile aus der Zukunft auf bewährte Oldies. Der Mercedes EQC ist mit dem innovativen MB-UX-Cockpit ausgestattet, das bereits bei Mercedes A-Klasse und dem Nutzfahrzeug Sprinter Einzug hielt. Mittelkonsole und zentrale Schalterbatterie kennt man dagegen schon lange aus anderen Daimler-Modellen. Die Zeit der Lüftungsdüsen im Turbinenstil geht offenbar zu Ende, hier wurden welche in rechteckiger Form verbaut. Das Platzangebot in dem 4,76 Meter langen SUV ist vorne wie hinten insbesondere durch den 2,87 Meter langen Radstand sehr gut. In den Kofferraum passen 500 Liter. Für den EQC gibt es sogar eine Anhängerkupplung.
Bei den Leistungsdaten tummelt sich der über 2,4 Tonnen schwere Mercedes EQC im Feld der Mitbewerber. Die Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse leisten 408 PS. Das maximale Drehmoment liegt – typisch für E-Antriebe - bei unglaublichen 765 Nm. 5,1 Sekunden dauert es, bis Tempo 1000 erreicht wird, doch bei 180 km/h Spitze wird abgeregelt. Der Basispreis für den Mercedes EQC steht noch nicht fest. Vermutlich wird er unter 80.000 Euro liegen. Zu den Händlern soll der E-SUV im Frühjahr 2019 rollen.
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Kra mit Pressinform/MID

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