Neue Q900-Serie

8K-Auflösung: So will uns Samsung das Fernsehen der Zukunft schon jetzt verkaufen

Samsungs neue Fernseher der Q900-Serie wollen vor allem mit dem knackscharfen 8K-Standard punkten
Foto: Hersteller / Hersteller
30. August 2018
Von: Malte Mansholt
Im TV läuft nicht nicht mal FullHD - und Samsung stellt ab Herbst die ersten 8K-TVs in die Läden. Die fehlenden Inhalte will man mit einem cleveren Trick ausgleichen. 
Scharf, schärfer, 8K: Während die deutschen TV-Anstalten noch mit der Umsetzung des FullHD-Standards 1080p hadern, sind die Fernseher-Hersteller schon bei der übernächsten Generation angekommen. 8K verspricht noch schärfere Bilder. Ab Herbst bietet Samsung mit der Q900-Serie die ersten Geräte zum Kauf an. Und will die Zuschauer mithilfe von künstlicher Intelligenz von der Technologie überzeugen. 
An sich spricht das Bild bei 8K durchaus für sich. Tatsächlich sind noch einmal mehr Details als bei der ohnehin schon extrem scharfen 4K-Technologie zu sehen. Dank der unglaublichen 7680 x 4320 Pixel wirkt das Bild plastisch. Vor allem weil auch die Displays noch weiter wachsen. In Samsungs neuer Q900-Serie, die ab Oktober im Laden steht, misst selbst das kleinste Modell satte 65 Zoll. Viel Platz, um die Riesenmenge an Bildpunkten unterzubringen. 

8K-Material ist rar

Das grundsätzliche Problem: Mit Ausnahme weniger Demo-Clips und einiger YouTube-Videos gibt es kaum passendes Material. Kein Wunder, wenn die passende Hardware lange Zukunftsmusik blieb. Das klassische Henne-Ei-Problem eben. 
Und genau das will Samsung nun gelöst haben.  Während Upscaling, also das Hochrechnen niedrig-aufgelöster Inhalte, an sich nichts Neues ist, soll es mit den Q900 ein neues Niveau erreichen. Dazu berechnet eine künstliche Intelligenz aus dem vorhandenen Bild ein noch höher aufgelöstes, verfeinert etwa Texturen und schärft Kannten. Auch feine Farbnuancen sollen so herausgearbeitet werden. Wichtig für Sportfans und Zocker: Eine Verzögerung soll dabei nicht entstehen, alles passiert live. 
Bei einer ersten Vorführung klappte das recht gut, wirklich weltbewegend fiel das Ergebnis aber nicht aus. 4K-Material sah zwar tatsächlich schärfer aus, dafür erschienen die Farben aber etwas zu knallig. So, wie man es etwa von den automatisch nachbearbeiteten Fotos von Samsungs Smartphones kennt. Immerhin: Ist das Bildmaterial niedriger aufgelöst, sah es besser aus als beim klassischen Upscaling. Vor allem, wenn man die immer weiter wachsenden Bildschirme betrachtet, könnte der Nutzen bei deutschen TV-Zuschauern also durchaus gegeben sein. 
Anzeige
Anzeige

Samsung setzt weiter auf QLED

Ansonsten setzt Samsung auf altbewährte Premium-Ausstattung. Der Wechsel auf OLED wird weiter vermieden, Samsung baut auf die eigene QLED-Technologie. Dank einer besonders hohen Beleuchtung bis zu 3000 Nit (65 Zoll und 75 Zoll) und gar 4000 Nit beim großen 85-Zoller wird das Bild noch einmal heller als beim aktuellen Q9FN (hier bei uns im Test). So versucht Samsung die im Vergleich zu OLED geringeren Kontraste der eigenen Technologie auszugleichen, was auf den ersten Eindruck tatsächlich sehr gut aussah.
Schade: Statt dem sich langsam durchsetzenden Dolby Vision wird weiter der eigene Standard HDR10+ gepusht. Die Ausstattung ist mit der des Q9FN vergleichbar. So setzt Samsung etwa weiter auf ein einzelnes Kabel, dass den TV mit einer Box verbindet, an dem die weiteren Anschlüsse zu finden sind. So wirkt die Umgebung der Geräte stets schön aufgeräumt.

Teurer Spaß

Ob die Kunden dafür die horrenden Preise zahlen wollen, steht auf einem anderen Blatt. Der "günstigste" Q900 mit 65 Zoll kostet satte 4999 Euro, für 75 Zoll peilt Samsung 6999 Euro an. Und für das große Modell in 85 Zoll werden gar unglaubliche 14999 Euro fällig. Das ist dann doch eher etwas für gut situierte Liebhaber. Vor allem, weil es bis zur weiten Verbreitung von nativem 8K-Material noch durchaus einige Jahre dauern dürfte. 

Teurer Patzer

Bowling: Dieser Wurf wird zum peinlichen Desaster