Sony Xperia XZ3

Sony verspricht den Fernseher in der Hosentasche - doch etwas fehlt

Wie seine Vorgänger ist das Xperia XZ3 nach P65/68 wasser- und staubgeschützt
Foto: Malte Mansholt / stern-online
30. August 2018
Von: Malte Mansholt
Beim neuen Xperia XZ3 hat Sony von der eigenen TV-Sparte gelernt - und setzt erstmals die Bravia-Technik in einem Smartphone ein. Vor allem deutsche Kunden dürften aber etwas vermissen.
Neben der Playstation hat Sony in den letzten Jahren vor allem zwei Vorzeigeprodukte: Smartphones und TV-Geräte. Mit dem neuen Xperia XZ3 will man nun erstmals beide zusammen bringen und verspricht "einen OLED-TV in der Hand". Auch sonst muss sich das Smartphone nicht verstecken.

Der TV in der Hand?

Wie beim Fernseher ist das Highlight der Bildschirm. Der ist mit 6 Zoll im Vergleich zu den 5,7 Zoll des Vorgängers noch mal größer geworden, erstmals setzt Sony bei Smartphones auf die OLED-Technologie. Und die soll es sogar mit den eigenen Bravia-TVs aufnehmen können: Dank HDR und QHD+-Auflösung (2880 x 1440 Pixel) sollen Filme praktisch genauso aussehen wie auf den eigenen Spitzenfernsehern, verspricht Sony. Auch das Hochrechnen von niedrig aufgelösten Inhalten will Sony 1:1 von den Bravia-TVs übernommen haben.
Damit es wie im Heimkino rumst, setzt Sony wie schon beim XZ2 wieder auf sein Dynamic Vibration System. Bei Action-Szenen erschüttern die Handy-Vibratoren das Gerät. Dazu kommt Pseudo-Surround-Sound. Ob der Film-Genuss durch die Bild- und Sound-Tricks tatsächlich so gut ist wie beim heimischen TV, kann erst ein Test zeigen.
Die Rückseite des Sony Xperia XZ3 schmückt eine schillernder Perlmut-Effekt. Hier sind die beiden Farbvarianten "Forest Green" und "Bordeaux Red" zu sehen, die je nach Licht anders wirken. Zudem gibt es natürlich die Klassiker Schwarz und Silber.
 
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Nah am Vorgänger

Sonst gleicht das XZ3 stark seinem Vorgänger. Wegen des größeren Displays ist es knapp 5 Millimeter länger geraten, sonst hat es dasselbe, runde Design, das schon das XZ2 eingeführt hatte - inklusive dem unbequem platzierten Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite.
Auch technisch ändert sich wenig. Der Kamera-Sensor mit seinen 19 Megapixeln und f2,0-Blende ist der gleiche wie beim XZ2, soll aber durch einige Software-Tricks trotzdem bessere Bilder knipsen. Eine Doppelkamera wie beim Spitzenmodell XZ2 Premium gibt es nicht. Die Selfie-Kamera hat nun mit 13 Megapixeln aber deutlich auf dem Kasten und dürfte mit einer f1,9-Blende auch bei schlechterem Licht gute Bilder einfangen. Mit dem Snapdragon 845 hat es weiterhin den schnellsten Android-Prozessor am Markt, der Arbeitsspeicher fällt mit 4 GB ordentlich aus, der Akku ist mit 3330 mAh etwas größer.
Vor allem deutschen Kunden dürfte trotzdem etwas fehlen: Die hierzulande beliebte Compact-Version des XZ3 hat Sony bisher nicht vorgestellt. Ob man eine spätere Enthüllung plant oder sie dieses Jahr einfach ausfällt, ist nicht bekannt. Letzteres wäre schade: Nachdem Sony zwischendurch nur eine abgespeckte Compact-Variante anbot, waren die letzten technisch wieder fast auf dem Niveau der großen Modelle. Außer Apple bietet mittlerweile kein anderer Hersteller mehr soviel Leistung im kleinen Gehäuse an. Ab September könnte auch der iPhone-Konzern das kleine Gerät einstellen.
Das Sony Xperia XZ3 ist ab Oktober in den Farben Schwarz, Silber, Forest Green und Bordeaux Red erhältlich und soll 799 Euro kosten.