Hamburg-Billstedt

Streit um Halal-Fleisch in Kantine: So wirkte sich die Umstellung an einer anderen Schule aus

Eine Schulkantine (Symbolbild): In einer Hamburger Schule ist ein Streit darüber entbrannt, ob dort das Essen "halal" sein sollte, also nach islamischen Regeln zubereitet
Foto: Fredrik von Erichsen / Picture Alliance
12. September 2018
Im Hamburger Stadtteil Billstedt kocht ein Streit über halales Schulessen hoch. Der Catering-Chef, der die Grundschule beliefert, spricht in einem Medienbericht darüber, wie sich die Umstellung auf Halal-Fleisch an einer anderen Schule ausgewirkt hat.
An einer Hamburger Grundschule hat es einen Streit zwischen Elternvertretern und der Schulleitung darüber gegeben, ob das Essen für die Schüler dort "halal" sein sollte oder nicht. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor. Der Elternratsvorstizende habe im Februar 2018 vehement gefordert, es müsse zukünftig Halal-Fleisch in der Schulkantine angeboten werden. Der Senat beruft sich dabei auf die Aussagen der Schulleitung.
Gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" widerspricht der Elternrat dieser Darstellung. Diese Forderung habe es so nicht gegeben. Laut Schulleitung hätten sich andere Eltern gegen die Halal-Forderung gestellt, weswegen im Mai zeitweise sogar auf ausschließlich vegetarisches Essen umgestellt worden sei. Seit September gibt es wieder reguläre Mahlzeiten in der Kantine, ohne Halal-Fleisch.

Siebenmal so viele Kinder in Mensa nach Halal-Umstellung

Das "Hamburger Abendblatt" hat mit dem Geschäftsführer des Catering-Services gesprochen, der die Schule Bonhoefferstraße in Hamburg-Billstedt beliefert. Der Lieferant versorgt demnach zahlreiche weitere Schulen, darunter auch zwei im Stadtteil Billstedt, die Halal-Fleisch beziehen würden: die Stadtteilschule Öjendorf und das Kurt-Körber-Gymnasium.
Letztere Schule hat laut Geschäftsführer Okan Saiti "vor gut sechs Jahren" als erstes eine Anfrage zu Halal-Fleisch gestellt. Dort habe sich die Umstellung auf halal sehr gelohnt, berichtet der Catering-Chef. Vorher hätten nicht einmal 30 Kinder in der Mensa gegessen, anschließend rund 200.
Die Anfrage sei "für uns auch neu" gewesen, so Saiti, der auf stern-Anfrage am Mittwoch nicht zu erreichen war. Man habe daraufhin einen lokalen Anbieter gesucht, der die Schlachttiere vor der Schächtung nach islamischem Recht mit einer "Minutennarkotisierung" betäube, um deutsches Recht zu erfüllen.
Anzeige
Anzeige

"Solange es nicht unethisch ist, gehen wir auf die Wünsche ein"

Rund 60 Schulen beliefere die Firma von Saiti. Dabei gebe es "die unterschiedlichsten Anforderungen". Manche würden vermehrt veganes Essen verlangen, bei anderen sei kein Schweinefleisch gewünscht, weswegen dann auch beim Nachtisch auf die Gelantine verzichtet werden müsse. "Solange es nicht unethisch ist, gehen wir auf die Wünsche ein", sagt Saiti dem Blatt.
Allerdings könne der Catering-Service nicht Halal-Fleisch und normales parallel anbieten. Dies sei "aufgrund der religiös-hygienischen Vorschriften und der örtlichen Gegebenheiten" nicht möglich. Es werde aber immer eine vegetarische Alternative geben.
Der Streit um die Fleischvorschriften ist mittlerweile sogar beim Hamburger Schulsenator Ties Rabe angelangt: "Einen Anspruch bestimmter Gruppen, ihre eigenen Speiseriten oder -vorschriften für das Schulessen durchzusetzen, gibt es nicht. Und wir werden ihm auch weiter entgegentreten", sagte der SPD-Politiker dem "Hamburger Abendblatt".

Spaß am Geschlechtsverkehr

Muslima-Sex-Handbuch sorgt für Aufruhr in Großbritannien

fin