Für 50.000 Pfund

Er wurde ohne Penis geboren: Brite bekommt mit 45 Jahren ein künstliches Geschlechtsteil

Fast 40 Jahre lang wusste Andrew Wardle nicht einmal, dass es die Möglichkeit eines künstlichen Penis gibt
Foto: lolostock / Getty Images
12. September 2018
Andrew Wardle hat dank einer schmerzhaften und langwierigen Operation endlich einen Penis. Denn bislang hatte der Brite wegen eines Geburtsfehlers nur Hoden. Nun berichtet er von seinem Leidensweg.
Andrew Wardle aus Manchester hat ein sehr, sehr seltenes Problem, denn der 45-jährige Brite wurde mit einer Blasenekstrophie geboren. Das bedeutet, dass sich seine Blase außerhalb seines Körpers befand – und er keinen Penis hatte. Nun hat er sich einer langwierigen und schmerzhaften Therapie unterzogen, in der ihm Ärzte einen bionischen Penis bauten – aus seinem Unterarm. 
"Ich bin sehr zufrieden damit", sagte Andrew der britischen Zeitung "The Sun". Dennoch sei der Prozess kein leichter gewesen. Abgesehen von den vielen Operationen, die Andrew dank akuter Nierenprobleme gewohnt ist, habe er nach Einsetzen der mechanischen Teile in die Hauthülle zwei Wochen lang mit einer Erektion herumlaufen müssen. Sein neuer bionischer Penis sehe genau so aus, wie jeder andere Penis auch, sagt der Brite, der bislang nur Hoden vorzuzeigen hatte. Außerdem sei er "unfassbar groß".

Andrews Freundin ist begeistert 

Auch begeistert zeigt sich seine Freundin Fedra, mit der Andrew seit sechs Jahren liiert ist. Über den ersten Geschlechtsverkehr des Paares, der sich einige Monate nach der Operation ereignete, sagte sie der Zeitung: "Sein Penis sieht normal aus, er muss einfach ein bisschen anders benutzt werden. Wenn Leute sagen, Andrew habe mit 45 seine Jungfräulichkeit verloren, dann stimmt das nicht ganz. Man denkt dann vielleicht an jemanden, der nicht weiß, was er tut – und Andrew wusste, was er tut."
Anstatt durch Erregung pumpendes Blut hart zu werden, kann Andrews bionischer Penis mechanisch  steif gemacht werden. Fedra: "Es ist toll. Wir müssen uns keine Sorgen um Viagra oder das Alter machen. Und er kann auch, wenn er betrunken ist!"
Rund 50.000 Pfund (etwa 56.000 Euro) hat das gute Stück gekostet, das komplett von der staatlichen Krankenversicherung finanziert wurde. Nun träumt Andrew davon, Vater zu werden: "Wir wollen Kinder – am liebsten zwei. Aber wir haben da keine Eile. Und wenn es auf natürlichem Weg nichts wird, adoptieren wir eben."
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Andrew litt sehr unter seinem Zustand – bis zur Operation

Als Kind habe er früh gemerkt, dass mit seinem Körper etwas anders ist. Er habe seinen Körper mit dem seines Bruders verglichen, erzählt er: "Ich habe jeden Abend gebetet, dass ich mit einem Penis wie seinem aufwache." In der Schule habe er versucht, seinen Intimbereich so gut es ging zu verstecken, sei aber von den anderen Jungs aufs Übelste gemobbt worden. Mit 14 habe er schließlich eine Überdosis Tabletten geschluckt. 
Und auch als Erwachsener habe er sehr unter seinem Zustand gelitten. "Ich hatte keine Lust mehr auf diesen Teufelskreis, in dem ich eine Frau kennenlernen würde, ihr alles erzählte und sie mich dann wieder verließ." Eine Freundin habe ihn sogar geschlagen, nachdem sie es herausfand. Doch dann habe er Fedra kennengelernt. Nun hofft das Paar, gemeinsam in eine gesunde Zukunft zu starten.

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jgs