Lena Jarden

NEON-Traumjob: Wie wird man eigentlich ... Kriminalkommissarin?

Kriminalkommissarin Lena Jarden an ihrem Schreibtisch. Seit drei Jahren arbeitet die 27-Jährige bei der Mordkommission in Hamburg.
Foto: Denise Fernholz / stern.de
5. September 2018
Von: Denise Fernholz
Traumjob gefunden: Lena, 27, ist Kriminalkommissarin bei der Mordkommission in Hamburg. Aber wie wird man das? Und was macht man dort den ganzen Tag? Mit NEON hat Lena über ihre Arbeit und einen Fall gesprochen, der sie sehr beschäftigt.

Um wen geht's? 

Lena Jarden ist 27 Jahre alt und arbeitet als Kriminalkommissarin seit drei Jahren bei der Mordkommission in Hamburg

Was machst du den ganzen Tag? 

Jeder Tag ist anders. Es geht damit los, dass wir mehrfach im Monat Bereitschaftsdienste haben. Das sieht dann so aus, dass immer eine Mordbereitschaft, bestehend aus vier Sachbearbeitern und einem Chef, Rufbereitschaft hat. Zum Beispiel Montag und Dienstag oder Mittwoch und Donnerstag oder am Wochenende. Wenn man Bereitschaft hat und es zu einem Tötungsdelikt kommt, fahren wir als Mordkommission raus und bearbeiten den Fall. Wenn wir keinen Einsatz haben, bearbeiten wir unsere aktuellen Fälle, indem wir aus dem Büro heraus oder auf der Straße ermitteln, Vernehmungen machen oder Ermittlungsergebnisse zusammentragen. 
Die Anzahl der aufgeklärten Mordfälle kann ich jetzt pauschal so nicht benennen. Es gibt sehr viele Fälle, an denen ich in den letzten Jahren mitgearbeitet habe. Einer der Fälle beschäftigt mich aber nach wie vor sehr: Das ist das Tötungsdelikt zum Nachteil von Maria A. aus Äquatorialguinea, die gelegentlich in Hamburg, St. Georg der Prostitution nachging. Sie wurde letztmalig am 01.08.2017 in Begleitung eines unbekannten Mannes auf dem Hansaplatz gesehen. Anschließend wurden ihre Leichenteile in dem Zeitraum vom 3. bis zum 30. August 2017 in verschiedenen Gewässern Hamburgs aufgefunden.

Wie wird man das? 

Nach der Bewerbung gibt es verschiedene Tests, die man bestehen muss, um bei der Polizei anfangen zu können. Das sind schriftliche, mündliche und sportliche Tests, wie beispielsweise ein Diktat schreiben, ein Vorstellungsgespräch oder einen Parkourlauf     absolvieren. Wenn man anschließend eine Zusage bekommt, beginnt das Studium, in dem man Inhalte aus verschiedenen Themengebieten wie beispielsweise Strafrecht, Polizeiarbeit, Psychologie und Soziologie vermittelt bekommt. Im Rahmen des Studiums macht man zwei Praktika, eins bei der Schutzpolizei und eins im Landeskriminalamt. 

Welchen Satz kannst du nicht mehr hören? 

Was tatsächlich sehr häufig vorkommt, ist sowas wie: "Oh, du bist bei der Polizei. Da muss ich ja aufpassen, dass du mich jetzt nicht verhaftest." Sicherlich habe ich als Polizeibeamtin einen anderen Blick auf manche Dinge. Dass damit aber gleich eine Verhaftung verbunden ist, entspricht natürlich nicht der Realität. 
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Wie ist die Bezahlung? 

Die Bezahlung ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als Kriminalkommissarin steigt man in der Besoldungsstufe A9 im gehobenen Dienst ein. [Anm. d. Red.: Das Einstiegsgehalt in der Besoldungsstufe A9 liegt aktuell bei ca. 2700 Euro.] Bei einer Beförderung steigt man in der Besoldungsstufe und dadurch steigt auch das Gehalt. Dazu kommen aber auch noch Erfahrungsstufen, wodurch das Gehalt ebenfalls weiter ansteigt. 

Was ist das Beste am Job? 

Ich persönlich finde, dass es ein wahnsinnig toller Beruf ist, der nie langweilig wird. Man erlebt immer spannende, neue Dinge. Man trifft unterschiedliche Menschen aus sämtlichen Schichten und Herkunftsländern. Man hat immer wieder neue Situationen, auf die man sich einstellen muss. Die Polizeiarbeit bietet eine so große Vielfalt an Möglichkeiten: Wie zum Beispiel die Arbeit als Ermittler, in einem Fachstab, bei den Spezialeinheiten oder auch in der Pressestelle. 

Was ist das Nervigste? 

Da fällt mir spontan gerade gar nichts ein, bei dem ich sagen würde, dass mich das stört. Man arbeitet ja bei der Mordkommission, weil man Lust hat, sich in einen Fall zu verbeißen und sich richtig reinzuknien, um den Fall aufzuklären und den Täter zu ermitteln. Da ist man dann auch gerne bereit, Bereitschaften und Überstunden zu machen. Mir persönlich macht es nichts aus, wenn nachts das Telefon klingelt, ich aufstehen und mir die Nacht um die Ohren schlagen muss. In einem aktuellen Fall hat man dann vielleicht auch nicht um 16.30 Uhr Feierabend. Das mag der ein oder andere vielleicht als anstrengend empfinden, aber für mich ist das einer der Gründe, warum ich hier arbeite. Ich finde die Arbeit spannend und habe Lust, meine Zeit darin zu investieren.

Dein Tipp für Newcomer? 

Wenn man zur Polizei geht, sollte man das nicht tun, weil man verbeamtet wird und der Job daher als sicher gilt, sondern weil man den Beruf gerne machen möchte.
Mehr Traumjobs findet ihr unter neon.de/traumjob.

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