Chatplattform

Was, die gibt's noch? Knuddels.de wurde von Hackern angegriffen

Wer chattet denn heutzutage noch bei Knuddels.de?
Foto: iStockphoto
9. September 2018
Knuddels.de – da werden Erinnerungen an die wunderbaren Nullerjahre wach. Aber gibt es die Seite eigentlich noch? Ja! Und offenbar auch eine Menge Nutzer, denn die Plattform wurde nun Opfer eines Hackerangriffs.
Ja, Knuddels existiert immer noch. Ich kann es auch kaum glauben. Schon der Name weckt Erinnerungen an eine Zeit, in der Facebook noch niemand kannte, das Drücken der Internet-Taste am Handy noch einer Todsünde gleich kam und man zum Chatten ins Internetcafé gehen musste, weil man zu Hause nur eine Stunde an den Heimcomputer durfte – und Mama einem die ganze Zeit im Rücken stand, um zu fragen, wer das da ist, mit dem man chattet. (Rückblickend war das wohl auch besser so, denn die ganzen süßen Boys hießen meistens gar nicht Jonas und waren auch nicht 15.) 
Die prähistorische Chatplattform scheinen aber immer so viele Menschen zu nutzen, dass sich ein Hackerangriff lohnt. Knuddels hatte den Vorfall gemeldet und sich bei den betroffenen Nutzern entschuldigt. Im Netz veröffentlicht worden seien in den vergangenen Tagen rund 808.000 Email-Adressen sowie 1.872.000 Pseudonyme und Passwörter, teilte das Unternehmen am Samstag mit. 

Der erste Hackerangriff auf Knuddels.de in der Geschichte

Was? Über 800.000 Adressen?! Das klingt erstmal viel, doch bei der Mehrzahl erbeuteten Daten habe es sich wohl um ungültige Fantasie-Email-Adressen gehandelt. (Ob meine erste Mail-Adresse von AOL wohl auch dabei war?) "Lediglich 320.000 Email-Adressen waren verifiziert", sagte ein Sprecher. Es sei allerdings der erste Vorfall dieser Art in der 19-jährigen Geschichte von Knuddels. Woher die Attacke kam, war demnach unklar. Das Portal habe seine Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verstärkt. "Wir haben bereits alle erforderlichen Schritte in die Wege geleitet und die Behörden informiert. Der Schutz der Nutzerdaten hat für uns höchste Priorität", sagte Gründer und Geschäftsführer Holger Kujath, einer Mitteilung zufolge.
Knuddels hat nach eigener Darstellung mehr als zwei Millionen registrierte Mitglieder. Und auch optisch hat die Chatplattform gar nichts mehr mit dem schmuddeligen Image aus den frühen 2000ern zu tun. Mit Fotos von tätowierten, hippen Leuten und dem Spruch "Chatte mit neuen Freunden" scheint das Portal eine neue Zielgruppe ansprechen zu wollen. Weg von den Teenies und dubiosen, alten Männern. Nur einer, der mich auf der Startseite begrüßt, kommt mir sehr bekannt vor: "Ich bin dein Butler James. Was möchtest du bei Knuddels tun?"

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def mit DPA