Demo in Köthen

Thügida-Chef spricht vom "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk"

Demo in Köthen

Thügida-Chef spricht vom "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk"

Sonntagabend, Köthen in Sachsen-Anhalt: Der Chef des rechten Bündnisses Thügida hält während einer Kundgebung eine äußert polarisierende Rede. David Köckert spricht dabei unter anderem vom "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk". "Und zwar ist es Krieg und das kann m an wirklich so sagen. Ein Rassenkrieg gegen das deutsche Volk, was hier passiert und dagegen müssen wir uns wehren. Wollen wir weiterhin die Schafe bleiben, die blöken, oder wollen wir zu Wölfen werden und sie zerfetzen?" Zu einem "Trauermarsch" in Köthen erscheinen am Sonntag laut Polizei rund 2500 Teilnehmer. Die Demonstration entsteht als Reaktion auf den Tod eines 22-jährigen Kötheners, der am Samstagabend nach einem Streit mit zwei afghanischen Asylbewerbern stirbt. In den sozialen Medien verbreiten sich schnell Gerüchte, dass der junge Deutsche erstochen worden sei. Kurz vor Beginn der Demonstration gibt die Staatsanwaltschaft bekannt, dass der Tote  an einem Herzinfarkt gestorben sei. Laut "dpa" und der "Mitteldeutschen Zeitung" hatte der 22-Jährige eine kardiologische Vorerkrankung. Gegen die beiden Afghanen, 18 und 22 Jahre alt, wird wegen Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. David Köckert ist ehemaliges NPD-Mitglied und wegen Volksverhetzung vorbestraft. In seiner Rede ruft Köckert auch zum Widerstand gegen den Staat auf: "Warum haben wir nicht den Mut und die Kraft, uns nach Berlin zu bewegen und sie zum Teufel zu jagen?" Auch Medienvertreter werden zur Zielscheibe der wuterfüllten Rede. "Die Presse schweigt und sagt dann irgendwo, es gab da eine Auseinandersetzung zwischen ein paar Jugendlichen. Liebe Freunde, weil die genau wissen, was hier abläuft. Denen geht der Arsch auf Grundeis. Ich kann Euch sagen: '89 war ein Possenspiel dagegen. Wenn wir noch einmal die Macht bekommen, dann werden diese Flitzpiepen sich im dunklen Kellerverließ wiederfinden." Während der Kundgebung kommt es zu vereinzelten Angriffen auf Journalisten. "BuzzFeed"-Reporter Marcus Engert berichtet von seinen Erfahrungen: "Ich mache ne kurze Pause hier am Rand, um euch zu erzählen, dass ich doch nochmal zurück gelaufen bin zu dem Ort , wo die Reden gehalten wurden da am Spielplatz. In der hinteren Ecke des Spielplatzes, wo nicht so viele Laternen sind und trotzdem Leute waren, man mich offensichtlich erkannt hat und herumgeschubst hat. Das T-Shirt hat es erwischt, ansonsten aber  nicht so wahnsinnig viel. Das ist nicht so schön, aber es ist nichts passiert. Jedenfalls verlass ich jetzt hier den Ort und geh zum Hauptbahnhof." Auch der "Taz"-Journalist Martin Kaul berichtet auf Twitter, er sei geschubst worden, jemand habe versucht, ihm sein Handy abzunehmen. Laut Polizei bleiben die Proteste "störungsfrei". "Wenn sie genau das bekommen, was sie uns zumuten. Und zwar Auge um Auge, Zahn um Zahn!" mehr…
10. September 2018
Von: Kyra Funk
David Köckert ist ehemaliges NPD-Mitglied und wegen Volksverhetzung vorbestraft. Nachdem ein 22-jähriger Köthener nach einem Streit mit zwei afghanischen Asylbewerbern stirbt, nutz der Thügida-Chef die Bühne, um seinen nationalistischen Ideologien Gehör zu verschaffen.