Eklat in der Kreisliga

Fußballer wird rassistisch beleidigt - seine Mitspieler zeigen die einzig richtige Reaktion

Beim einem Kreisliga-Spiel in Baden-Württemberg hat es einen Rassismus-Eklat gegeben
Foto: Dan Gold/Unsplash
10. September 2018
Immer wieder kommt es im Fußball zu rassistischen Skandalen – allerdings nicht nur in den höchsten Spielklassen: Jetzt kam es zu einem Eklat in der Kreisliga – und einem beeindruckenden Statement einer ganzen Mannschaft im Anschluss.
Rassismus im Fußball ist leider immer noch und immer wieder ein Thema. Das war schon in den 90ern so, als Medienkampagnen wie "Mein Freund ist Ausländer" dem entgegenwirken sollten. Das ist aber auch 2018 noch so, wie die rassistischen Beleidigungen gegen den schwedischen Nationalspieler Jimmy Durmaz oder Frankreichs Ousmane Dembélé bei der WM in Russland zuletzt bewiesen haben.
Und das Problem reicht bis in die unteren Spielklassen.
Eine Kreisliga-Partie in Baden-Württemberg am vergangenen Samstag: Wenige Minuten vor Spielende der Begegnung zwischen dem FC Weizen und dem SC Lauchringen in der Kreisliga A Ost Hochrhein steht es 4:1 für die Weizener, als der Lauchringer Spieler Kebba Mamadou laut eines Berichts des "Südkurier" aus dem Publikum rassistisch beleidigt wird.
Mamadou verlässt daraufhin unter Tränen den Platz – und seine gesamte Mannschaft folgt ihm geschlossen. Das Spiel wird daraufhin abgebrochen. "Ein Zuschauer hat unseren Spieler Kebba Mamadou rassistisch beleidigt", so Lauchringens Vorsitzender Thomas Kummer. "Deshalb haben wir uns dafür entschieden, vom Platz zu gehen."

Rassismus im Fußball: "Schwarzer, hör auf!"

Anzeige
Anzeige
Wie der FC Weizen in einer ausführlichen Stellungnahme auf seiner Webseite mitteilt, habe ein Zuschauer nach einer Grätsche von Mamadou gerufen: "Hey du Schwarzer, hör auf!" Dies könne auch von einem Spieler des FC Weizen, der in nächster Nähe stand, bestätigt werden. Mamadou habe daraufhin "sichtlich getroffen" den Platz verlassen.
Beim FC Weizen sei man sehr betroffen und entschuldige sich beim Lauchringer Spieler für die Situation. Der Verein stehe für kulturelle Offenheit, Toleranz und Integration und werde Rassismus auf und neben dem Platz in keiner Weise dulden, heißt es weiter: "Wir werden dies natürlich mit Hochdruck vereinsintern diskutieren und Maßnahmen einleiten, dass so etwas hoffentlich in dieser Form nicht mehr vorkommen wird."

Demo in Köthen

Thügida-Chef spricht vom "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk"

tim