Krebskranke BBC-Moderatorin

Sie hinterließ ihrem kleinen Sohn ein rührendes Abschiedsgeschenk – nun ist Rachael tot

Die Podcasterin Rachael Bland (mitte) ist nach schwerer Krankheit gestorben
Foto: Claire Wood/BBC/ / Picture Alliance
6. September 2018
Rachael Bland hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Bis zuletzt hatte die BBC-Moderatorin einen festen Plan, wie ihr zweijähriger Sohn sich auch als Erwachsener an sie erinnern kann.
Sie hat es wohl am besten gewusst. Noch am Montag hatte die beliebte Radio-Moderatorin Rachael Bland von ihren Fans Abschied genommen. Die Ärzte hätten ihr nur noch wenige Tage zum Leben gegeben, schrieb sie damals auf Twitter. Bereits Ende Mai  hatte sie eine erneute Krebsdiagnose mit voller Wucht getroffen.
Es hatten sich erneut Metastasen unter der Haut gebildet, die Chancen auf Heilung schätzten die Mediziner auf Null ein. An vielen Tagen fiel ihr das Atmen schwer. Zwei Liter Flüssigkeit mussten ihr vor Kurzem aus der Lunge abgepumpt werden. Am Mittwochmorgen hatte sie den Kampf endgültig verloren. Ihr Ehemann bedankte sich in einer Twitter-Nachricht an die Fans, für deren Anteilnahme der vergangen Monate.

Ein Abschiedsgeschenk für ihren Sohn

Rachel Bland erlangte in Großbritannien vor allem durch ihren Podcast für die BBC Bekanntheit. Dort sprach sie mit zwei anderen Frauen über ihre Erfahrungen mit Krebs. Damit würden sie versuchen, "das Gespräch über Krebs am Laufen zu halten und den Menschen die Angst davor zu nehmen", sagte Rachael. "Selbst in dieser schlimmen Situation, im Angesicht einer Unheilbar-Diagnose, können noch gute Dinge daraus entstehen. Du kannst noch immer leben und dein Leben genießen."
Als ihr die Ärzte die Diagnose im Frühjahr mitteilten, dass sie nur noch wenig Zeit hätte, fasste sie den Entschluss, ihre Memoiren zu schreiben. Doch nicht etwa aus Eitelkeit, sondern ihrem Sohn zu Liebe. Freddie sei "nicht wirklich in einem Alter, dass er sich später an mich erinnern wird", erzählte sie der "Sunday Times" im Juli. Ihr Sohn solle sich als Erwachsener noch ein Bild von seiner Mutter machen können. "For Fred" soll das Buch heißen. Die langjährige BBC-Nachrichtensprecherin suchte bis zuletzt nach einem Verleger, "damit ich mir keine Sorgen machen muss, dass er mal keine Ausgabe zur Hand hat", scherzte sie damals.
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Die Krebsdiagnose kam kurz nach der Geburt des Kindes

Die 40-Jährige hatte bis zu ihrem Tod einen schweren Lebensweg hinter sich. Im Jahr 2016 war bei der damals frisch gebackenen Mutter der Brustkrebs entdeckt worden. Es folgten Chemo- und Strahlentherapie, eine Tumor entfernende Operation und letztlich eine Amputation der rechten Brust. Zwischenzeitlich sah es deutlich besser aus, doch in diesem Jahr kam der Krebs heftig zurück.
Ihre Hoffnung und vor allem ihre Leichtigkeit hatte sie auch trotz des jüngsten Rückschlages nie verloren, wie ihre Follower auf Twitter und Instagram sowie die Leser ihres Blogs erfahren konnten. Ständig teilte sie dort Updates zum Verlauf ihrer Krankheit, Informationen zu ihren verschiedenen Behandlungen und unzählige Fotos von sich und ihrer kleinen Familie. "Ich habe einen Großteil von Freddies Erbe für Haare, Wimpern und Nägel ausgegeben. Von Außen käme keiner auf die Idee, ich sei todkrank. So soll es auch bleiben", schrieb sie dort.

Bis zuletzt reagierte Rachael Bland mit Humor

Die Laune ließ sie sich durch den Krebs aber nicht vermiesen. "Ich hab eine Tasche voller Medikamente, auf die jeder Dealer stolz wäre", schreibt sie etwa in ihrem Blog. Über die Nebeneffekte einiger Medikamente scherzt sie: "Ich nehme eimerweise Steroide und schlucke dabei auch meine eitlen Sorgen herunter, dass ich fett sterben könnte."
In ihren Memoiren wollte sie ihrem Sohn den Humor näher bringen, ihm aber auch Tipps für alltägliche Situationen geben, damit er als Erwachsener "immer mal wieder" in dem Buch stöbern könne. "Lachen ist gut für die Seele", steht dort etwa. "Ich hoffe, du lachst in Zukunft so viel, wie du es jetzt gerade tust. (...) Ich liebe es, dich so glücklich zu sehen und deinen eigenen Sinn für Humor zu erkunden. Behalte dir das bei!"

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sos / fin