Umweltprotest nahe Köln

Polizei rückt in Hambacher Forst vor

Umweltprotest nahe Köln

Polizei rückt in Hambacher Forst vor

Mit schwerem Gerät waren die Waldarbeiter am Mittwoch damit beschäftigt, Müll aus dem Hambacher Forst, rund 60 Kilometer westlich von Köln, zu räumen. Mit dabei ein Großaufgebot der Polizei, das die Arbeiter schützen sollte. Seit längerer Zeit wohnen in dem betroffenen Waldgebiet Umweltschützer und Tagebaugegner, die die Abholzung des Waldes verhindern wollen. Das Energieunternehmen RWE will dort mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald für den Braunkohletagebau abholzen. Daran wolle man trotz der Proteste festhalten, sagte RWE-Sprecher Jan Cirkel: "Die Rodungsperiode beginnt jedes Jahr aus artenschutzrechtlichen Gründen Anfang Oktober und geht bis Ende Februar. Und wie angekündigt werden wir diesen nutzen, da wir im letzten Jahr nicht roden konnten, die notwendigen Rodungsarbeiten hier im Hambacher Forst durchführen zu können." Der Abriss von Baumhäusern, die von Rodungsgegnern bewohnt werden, sei nicht geplant, teilte die Polizei über Twitter mit. Bei der Aktion am Mittwoch wurden nach Angaben der Polizei auch gefährliche Gegenstände wie Metallkugeln und mit Nägeln bestückte Reifen gefunden. Die Polizei sei auf alles vorbereitet, sagte der Sprecher der Polizei Aachen, Paul Klemen: "Also, wir haben uns sorgfältig auf diesen Einsatz vorbereitet. Und aufgrund der Gewalteskalation in den letzten 14 Tagen haben wir das Kräftepotenzial entsprechend erhöht. Wir sind mit ausreichend Kräften hier. Wir sind verbal attackiert worden, das ja. Bislang ging es gewaltfrei ab, wir hoffen, dass es auch weiter so ist." Umweltschützer fordern, dass der Wald nicht gerodet werden dürfe, solange die bundesweite Kohlekommission in Berlin im Gespräch ist. Das Gremium soll bis Ende des Jahres einen Ausstieg aus der Kohleverstromung ausarbeiten. Außerdem soll es Vorschläge für die Finanzierung und Gestaltung des Strukturwandels in Tagebauregionen wie dem Rheinischen Revier vorlegen. RWE hatte in einem Brief an die Kommission die Rodung des Forstes in den nächsten Monaten als notwendig verteidigt, da sonst die Kraftwerke in der Region nicht mehr ausreichend mit Braunkohle versorgt werden könnten. mehr…
5. September 2018
Der Wald soll für den Braunkohletagebau gerodet werden. Dagegen gibt es sei Jahren Proteste.