Mädchen jahrelang verschollen

Maria H. hat nicht die Wahrheit über ihr Verschwinden gesagt

Im Mai 2013 verschwindet die damals 13-jährige Maria-Brigitte H. aus Freiburg. Ihr mehr als doppelt so alte Begleiter wurde inzwischen in Italien festgenommen worden
Foto: Polizei
11. September 2018
Der Fall Maria H. bleibt rätselhaft. Jetzt stellt sich heraus: Das nach mehr als fünf Jahren wiederaufgetauchte Mädchen hat bei ihrer Geschichte nicht ganz die Wahrheit gesagt.
Die nach mehr als fünf Jahren wieder aufgetauchte Freiburgerin Maria H. will nun gemeinsam mit ihrem 40 Jahre älteren Begleiter mit dem Fahrrad von Polen nach Italien gefahren sein. Die 18-Jährige korrigierte damit ihre ursprünglichen Angaben, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.
Maria H. hatte der Polizei zunächst gesagt, sie habe eine Zeit lang mit ihrem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Begleiter in Polen gelebt und habe dabei im Auto übernachtet. Sie sei dann alleine mit Fahrrad und Zelt weiter gezogen. Nach drei Monaten sei sie in Italien angekommen und habe sich den Lebensunterhalt eigenständig mit Gelegenheitsjobs verdient.

Gemeinsam mit Begleiter von Polen nach Italien

Laut Polizei sagt sie jetzt, sie habe Polen im Sommer 2013 mit ihrem Begleiter verlassen. Vor zwei Jahren hätten sie in Sizilien gemeinsam eine Wohnung bezogen. Sowohl der in der vergangenen Woche in Sizilien Festgenommene als auch Maria jobbten ihrer Aussage nach als Tagelöhner, um den gemeinsamen Lebensunterhalt zu finanzieren.
Sie hat demnach erstmals zugegeben, von Mai 2013 bis vor kurzem mit ihrem Begleiter zusammen gewesen zu sein. "Wir haben nun ein etwas klareres Bild", sagt die Freiburger Polizeisprecherin Laura Riske. Die 18-Jährige habe ihre bisherige Aussage nicht komplett revidiert - sondern lediglich um die Tatsache erweitert, dass sie nicht, wie anfangs behauptet, alleine war. Weitere Einzelheiten nennen die Ermittler nicht.
Die heute 18-jährige Maria hatte sich vorletzte Woche überraschend bei ihrem Vater gemeldet und war dann von Freunden des Vaters aus Mailand nach Hause zurückgeholt worden. Sie war im Frühjahr 2013 als 13-Jährige mit ihrer Internetbekanntschaft verschwunden.
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Begleiter muss sich wegen Kindesentzug verantworten

Verantworten müsse sich ihr Begleiter, weil er ohne Einwilligung der Eltern mit einer Minderjährigen untergetaucht sei, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Auch wenn Maria freiwillig mitgegangen sei, stelle dies eine Straftat dar. Bei Kindesentzug drohen laut Strafgesetzbuch Angeklagten den Angaben zufolge bis zu fünf Jahre - in schweren Fällen bis zu zehn Jahre - Haft
kng/DPA