Mindestens 166 Leichen

Ermittler entdecken illegales Massengrab in Mexiko

An mindestens 32 Stellen auf einem 300 Quadratmeter großen Grundstück in Veracruz, Mexiko haben  Ermittler Schädel, Knochen- und Kleidungsreste entdeckt
Foto: Veracruz State Prosecutor's Office/AP / DPA
7. September 2018
Mindestens 166 Menschen sind in einem illegalen Massengrab im Osten Mexikos verscharrt worden. Sie fielen vermutlich dem dort wütenden Drogenkrieg zum Opfer. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Seit dem 8. August sind Ermittler und Forensikexperten im Osten Mexikos mit den Ausgrabungen und Untersuchungen an einem Massengrab beschäftigt. Mindestens 166 Leichen wurden auf einem Grundstück im Bundesstaat Veracruz verscharrt. Neben Schädeln und Knochenresten fanden die Ermittler 200 Kleidungsstücke, 144 Ausweise und andere persönliche Gegenstände.
Der genaue Fundort werde aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben, sagte Staatsanwalt Jorge Winckler am Donnerstag. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um mindestens 32 Gräber. Wie es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft weiter hieß, sagte ein Informant den Behörden, dass mehrere hundert Menschen an dem Ort verscharrt worden seien. Die Behörden versuchen derzeit mit Drohnen und Bodenradar-Geräten, weitere Leichen zu orten. Nach ersten Erkenntnissen sind die Gräber mindestens zwei Jahre alt.

Mexikanischer Drogenkrieg fordert unzählige Tote

In dem Massengrab wurden mindestens 166 menschliche Schädel gefunden
© Veracruz State Prosecutor's Office/AP / DPA
In Mexiko liefern sich rivalisierende Banden einen Krieg um die Vorherrschaft über den Drogenhandel. Mehr als 200.000 Menschen wurden seit 2006 im mexikanischen Drogenkrieg ermordet. Damals startete die Regierung unter Einsatz der Armee einen Feldzug gegen die Drogenkartelle. Kritiker machen diesen Einsatz maßgeblich für den Anstieg der Morde verantwortlich. Im östlichen Bundesstaat Veracruz ist die Mischung aus Drogenkriminalität, Bandenkonflikten und Korruption besonders brisant. Allein in dieser Region gelten seit 2006 etwa 3600 Menschen als vermisst. In einem anderen, 2016 in Veracruz gefundenen Massengrab wurden 280 Leichen gefunden. 
Bürgerrechtler und Ermittler werfen dem inhaftierten ehemaligen Gouverneur von Veracruz, Javier Duarte, schwere Verbrechen vor. Zwei ehemalige Polizeichefs und eine Reihe von Behördenmitarbeitern stehen im Verdacht, während der Amtszeit Duartes von 2010 bis 2016 Auftragsmörder angeheuert und Entführungen in Auftrag gegeben zu haben. Duarte wird vorgeworfen, persönlich Entführungen und Morde in Auftrag gegeben zu haben. Er soll zudem hunderte Millionen Dollar an öffentlichen Geldern veruntreut haben, um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren.
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fri/AFP