Vermisste aus Freiburg

"Sie ist wieder zu Hause": Maria H. taucht nach 1944 Tagen wieder auf

Im Mai 2013 verschwindet die damals 13-jährige Maria-Brigitte H. aus Freiburg. Sie soll damals mit diesem Mann unterwegs gewesen sein.
Foto: Polizei
31. August 2018
Anfang Mai 2013 verschwindet Maria H. aus Freiburg, taucht mit einem 40 Jahre älteren Mann unter. Nun ist die heute 18-Jährige wieder zu Hause. Nach ihrem mutmaßlichen Begleiter wird weiterhin mit einem internationalen Haftbefehl gesucht.
Monika B. kann ihre Freude kaum verschleiern: "MARIA IST SEIT LETZTER NACHT WIEDER ZUHAUSE", schreibt die Mutter am Freitag auf Facebook. Es ist eine kleine Sensation: Seit Mai 2013, seit exakt 1944 Tagen, war Maria H. vermisst. Die damals 13-Jährige war mit einem 40 Jahre älteren Mann untergetaucht. "Sie hat hier über Facebook Kontakt zu ihrer Familie gesucht und ganz ganz liebe Freunde haben sie letzte Nacht aus Mailand abgeholt", schreibt die Mutter weiter. 
Ein Polizeisprecher bestätigt der "Badischen Zeitung": "Es handelt sich um Maria und sie ist körperlich wohlauf." In der kommenden Woche wolle die Kripo sie dann vernehmen, um zu erfahren, wie das Mädchen die vergangenen Jahre verbracht hat. "Über die Geschehnisse der letzten fünf Jahre liegen der Polizei zum jetzigen Zeitpunkt noch keine gesicherten Erkenntnisse vor", heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Fall Maria H.

Im Mai 2013 verschwand Maria offenbar mit dem damals 53-jährigen Bernhard Haase, den sie in einem Chat kennenlernte - womöglich freiwillig, vielleicht sogar aus Liebe. Die Beamten erwirken einen internationalen Haftbefehl, dem Mann wird Kindesentziehung und schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen. Schnell holen die Ermittler bei der Suche nach dem ungleichen Duo die Öffentlichkeit mit ins Boot: Zeitungen drucken Fotos der beiden, Radio- und Fernsehsender berichten, die Mutter des Mädchens richtet in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" einen eindringlichen Appell an den mutmaßlichen Entführer ihrer Tochter: "Bitte bringen Sie mein Kind nach Hause!"
Immer wieder gibt es Hinweise - insgesamt 1000 habe die Polizei laut "Badischer Zeitung" in den vergangenen fünf Jahren geprüft - auf den Verbleib von Maria H. und Bernhard Haase. So war das Duo in seinem Skoda Octavia unterwegs, zudem haben sie einen Hund dabei gehabt. Auto und Hund werden rund zwei Monate nach dem Verschwinden in Gorlice im Süden von Polen gefunden: Der Wagen hat in Sachsen gestohlene Kennzeichen, der Hund ist in einem Garten angebunden. 
Anzeige
Anzeige

Mutmaßlicher Begleiter Haase noch nicht gefasst

Zum Aufenthaltsort von Bernhard Haase gibt es laut Polizeisprecher "keine neuen Erkenntnisse", berichtet die "Badische Zeitung". "Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Begleiter, Bernhard Haase aus Blomberg (NRW), bleibt mit internationalem Haftbefehl weiterhin bestehen", heißt es in der Polizeimitteilung.
Für Mutter Monika B. dürfte das - trotz eigens für Hinweise eingerichteter Homepage und Facebook-Seite - eher eine Nebensächlichkeit sein: "Es gibt heute keine glücklichere Familie als unsere!!!!", schreibt sie.

Drei Jahre vermisst

Der mysteriöse Fall Drage: Als eine Familie plötzlich verschwindet

fs / wue