Treibhausgas

Energie statt Klimaschutz: Trump will Freisetzung von hochschädlichem Methan erleichtern

Klimaschutz? Nein danke!: US-Präsident Donald Trump
Foto: Mandel Ngan / AFP
11. September 2018
US-Präsident Donald Trump hat noch nie besonders viel vom Klimaschutz gehalten. Jetzt will er ein Gesetz zur Begrenzung der Freisetzung des Treibhausgases Methan kippen - zugunsten der Öl-und Gasindustrie.
Eine der letzten bislang unangetasteten Klimaschutzregelungen aus der US-Präsidentschaft von Barack Obama soll jetzt offenbar fallen. Die Regierung seines Nachfolgers Donald Trump habe am Montag (Ortszeit) Schritte unternommen, um eine Regelung, die den Ausstoß des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre begrenzt, abzuschaffen, berichtet die "New York Times".
Die Richtlinie gilt für Energieunternehmen, die auf Bundesgebiet nach Öl- oder Gasvorkommen bohren. Sie verpflichtet die Firmen, austretendes Methan aufzufangen, ihre Ausrüstung auf den neuesten Stand zu bringen und neue Pläne zur Abfallminimierung bei Bohrungen auf staatlichem Gelände zu erstellen.

Methan ist wesentlich schädlicher als CO2

Das Treibhausgas Methan hat eine etwa 25 Mal so starke Erwärmungswirkung wie Kohlendioxid. Es entsteht durch die industrielle Tierhaltung, auf Mülldeponien, beim Reisanbau, bei der Verrottung abgestorbener Pflanzen, beim Auftauen von Permafrostböden, aber eben auch in der Erdöl- und Erdgasindustrie. Laut "New York Times" macht Methan neun Prozent aller inländischen Treibhausgasemissionen in den USA aus; etwa ein Drittel davon komme Schätzungen zufolge aus der Öl- und Gasgewinnung.
Die nun von Trump ins Visier genommene Regelung zielte auf versehentliche Gaslecks und den Prozess des Abbrennens von austretendem Gas, dem sogenannten Flaring. Obama hatte sie kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Teil einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels erlassen. Nach Schätzungen von 2016 würde die Maßnahme bis zu 180.000 Tonnen Methanemissionen pro Jahr verhindern, was in etwa dem Ausstoß von 950.000 Autos entspricht, wie die "New York Times" berichtet.

Donald Trump setzt auf heimische Energie

Das Innenministerium nannte die Regel dem Blatt zufolge kostspielig, redundant und übermäßig belastend. "Um Energiedominanz durch verantwortungsbewusste Energieerzeugung zu erreichen, brauchen wir intelligente Vorschriften, keine Strafvorschriften", zitiert die Zeitung aus einer Erklärung der zuständigen Abteilung. Die US-Regierung hat dem Innenministerium gerade 11,3 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, mit denen heimische Energieressourcen erschlossen und die Energiegewinnung auf öffentlichem Grund und in öffentlichen Küstengewässern vorangetrieben werden sollen.
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Die Öl- und Gasindustrie argumentierte, dass sie die Regelung bis zu 279 Millionen Dollar kosten könnte und sie die Produktion behindern würde. Sie hat die Aufhebung der Verordnung zur obersten Priorität erklärt.
Umweltaktivisten verurteilten den Plan laut "New York Times". Die Aufhebung der Regelung würde zu Richtlinien über Methanabfälle zurückführen, die fast 40 Jahre alt seien, so ihr Argument. Außerdem hätte sie eine unkontrollierte Verschwendung von Erdgas und unnötige Umweltverschmutzung zur Folge.
Erst im Mai hatte die Trump-Regierung das Herunterfahren eines wissenschaftlich anerkannten Klimaschutz-Programmes der US-Raumfahrtbehörde Nasa zur Messung der Treibhausgaskonzentration eingeleitet. Kritiker monierten damals, Trump schwäche mit dem Schritt die US-Klimawissenschaft und verhindere verlässliche Angaben über Veränderungen von Treibhausgasausstößen in der Zukunft über die USA hinaus. Damit sei auch die Überwachung der Klimaziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in Gefahr. Trump hat allerdings im Juni 2017 bereits angekündigt, aus dem Abkommen auszutreten, weil dieses die Vereinigten Staaten benachteilige und Jobs koste. Ein formeller Ausstieg ist allerdings frühestens Ende 2020 möglich.

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mad