Gipfel von Trump und Kim

USA und Nordkorea bereiten zweites Spitzentreffen vor

Sprecherin des US-Präsidenten

Kim Jong Un will zweites Treffen mit Donald Trump

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un könnten sich bald erneut treffen. Das sagte die Sprecherin des US-Präsidialamtes Sarah Sanders: "Der Präsident hat einen sehr warmen und positiven Brief von Kim Jong Un bekommen" In diesem Brief habe Kim um ein weiteres Treffen gebeten, sagte Sanders. Es werde bereits geprüft, wie dies zeitlich eingeplant werden könne und welcher Ort dafür infrage komme: "Wir werden Sie informieren, wenn wir mehr wissen. Aber das ist etwas, was wir wollen. Und wir arbeiten schon daran, dass es möglich wird." Trump und Kim hatten sich erstmals im Juni in Singapur getroffen, um über das umstrittene nordkoreanische Atomwaffenprogramm zu beraten. Kim erklärte sich zu einer Denuklearisierung Nordkoreas bereit, wurde aber nicht konkret. Nach dem Treffen erklärte Trump, Nordkorea stelle keine atomare Gefahr mehr dar. Seitdem seien viele Fortschritte gemacht worden, sagte Sanders: "Es sind einige Dinge passiert, zum Beispiel sind die Geiseln zurückgekehrt. Es gab keine Raketenstarts oder Atomversuche. Und der historische Gipfel und auch dieser Brief sind Zeichen für einen guten Weg, den wir weitergehen wollen." Sanders verwies auch darauf, dass bei der Militärparade zum 70. Jahrestag der Gründung Nordkoreas am Sonntag nicht das Atomarsenal des kommunistischen Staates präsentiert worden sei. Trump hatte das als "große und positive Erklärung Nordkoreas" gewertet. Trotz dieser Worte waren nach dem Gipfel im Juni auch andere Töne zu hören. Zuletzt hatte Trump eine Reise seines Außenministers Mike Pompeo nach Nordkorea abgesagt und dies mit dem Mangel an Fortschritten bei der Denuklearisierung begründet. mehr…
11. September 2018
Trotz großer Worte gab es nach dem Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong Un bislang nicht den erhofften Durchbruch bei der atomaren Abrüstung. Beide Seiten arbeiten an einem zweiten Treffen. Aber in der US-Regierung zeigt sich nicht jeder geduldig.
Das Weiße Haus und die Regierung Nordkoreas bereiten ein zweites Spitzentreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong Un vor.
Das gab Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Montag in Washington bekannt, ohne Details zu nennen. Ort und Zeit eines möglichen Treffens blieben unklar. Zuvor hatte Trump einen Brief Kims erhalten. Auch dieser befasse sich mit einem möglichen zweiten Gipfel, sagte Sanders.
Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton hatte wenige Stunden zuvor erklärt, dass der Ball bei Nordkorea liege und das Land die notwendigen Maßnahmen für eine atomare Abrüstung ergreifen müsse. «Sie sind diejenigen, die die Schritte zur Denuklearisierung unternehmen müssen, und darauf warten wir», sagte Bolton bei einem Auftritt in Washington. Kim habe dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In im April vorgeschlagen, innerhalb von zwei Jahren atomar abzurüsten. Moon habe daraufhin vorgeschlagen, es innerhalb eines Jahres zu tun und der nordkoreanische Machthaber sei darauf eingegangen, fügte der Sicherheitsberater hinzu.
Kim und Trump waren am 12. Juni in Singapur erstmals zu einem historischen Gipfel zusammengekommen. Anschließend erklärte Trump die nukleare Bedrohung durch Nordkorea für beendet. Kim bekräftigte zwar seine Bereitschaft zur «Denuklearisierung». Bisher gab es jedoch keine konkreten Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden solle. Ein von Trump und Kim unterzeichnetes Papier bleibt als Absichtserklärung inhaltlich weit hinter früheren Vereinbarungen der USA mit Nordkorea und anderen Ländern zur atomaren Abrüstung zurück.
Die Internationale Atomenergiebehörde hatte Nordkorea zuletzt attestiert, keine spürbaren Anstrengungen zu unternehmen, sein atomares Arsenal zu verringern. Auch in Trumps eigener Regierung gab es Skepsis: So warf Bolton Nordkorea im August vor, noch keine konkreten Schritte zur atomaren Abrüstung unternommen zu haben.
Am Sonntag lobte Trump die Führung in Nordkorea dafür, dass bei einer Militärparade in Pjöngjang keine Interkontinentalraketen gezeigt wurden. Tatsächlich hatte das Regime bei der Schau auf die Drohgebärden der vergangenen Jahre verzichtet. Diese Zurückhaltung wurde auch als Signal Kims gewertet, die Verhandlungen mit den USA über das Atomwaffenprogramm seines Landes möglichst bald fortsetzen und die Annäherung nicht abbrechen zu wollen.
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dpa