Letzte Plädoyers im Fall des "Horror-Haus von Höxter"

Verteidiger fordert Freispruch für Angelika W.

Letzte Plädoyers im Fall des "Horror-Haus von Höxter"

Verteidiger fordert Freispruch für Angelika W.

Am Dienstag sollten die Plädoyers enden im Mordprozess um das sogenannte "Horror-Haus" von Höxter. Fast zwei Jahre nach Prozessbeginn waren nun die beiden Verteidiger der Mitangeklagten Angelika W. an der Reihe. Einer von ihnen, Rechtsanwalt Peter Wüller, sagte am Rande der Verhandlung vor dem Landgericht Paderborn, es gebe gute Gründe, für seine Mandantin einen Freispruch zu beantragen. O-Ton: "Angelika hat im Laufe des Ermittlungsverfahrens gegenüber den Vernehmungsbeamten auf die Frage, warum haben Sie die Opfer gequält hat, wortwörtlich geantwortet: Dann hatte ich meine Ruhe. Was meinte sie damit? Das ist völlig verniedlicht dargestellt, wenn sie sagt, ich hatte meine Ruhe, das heißt nichts anderes als, dann wurde ich nicht mehr von Wilfried geschlagen, ich wurde nicht mehr von Wilfried verbrannt, ich wurde nicht mehr von Wilfried gewürgt, getreten, mir ist die Luft nicht mehr abgewürgt worden. Das meinte sie, als sie sagte, ich hatte dann meine Ruhe. Sie hat sich irgendwann dazu entschieden, gemeinsam mit Wilfried auf die Frauen einzuwirken, um hierdurch selbst weitere Misshandlungen durch Wilfried zu entgehen." Der 48-jährige Wilfried W. und seine ein Jahr ältere Ex-Frau Angelika W. sollen mehrere Frauen über Jahre hinweg in ein Haus in Ostwestfalen gelockt und dort zum Teil schwer misshandelt haben, zwei der Opfer erlagen ihren Verletzungen. Die Rechtsvertreter des Angeklagten Wilfried W. hatten ihre Schlussworte bereits gehalten, sie fordern für ihren Mandanten nach den Ereignissen in diesem sogenannten "Horror-Haus" in Höxter-Bosseborn siebeneinhalb Jahre Haft. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hingegen fordern lebenslange Freiheitsstrafen für Beide wegen versuchten und vollendeten Mordes durch Unterlassung. Wilfried W. solle zudem in einer Psychiatrie untergebracht werden. mehr…
11. September 2018
Am Dienstag sollten die Plädoyers enden im Mordprozess um das sogenannte "Horror-Haus" von Höxter. Der Verteidiger von Angelika W. fordert für die Mitangeklagte einen Freispruch. Das ist seine Begründung.