Medienbericht

Deutsche Atomkraftwerke weisen enorme Sicherheitsmängel auf

Dichter Dampf quillt aus den Kühltürmen vom Atomkraftwerk Grundremmingen in Bayern
Foto: Sven Hoppe / DPA
11. September 2018
Deutsche Atomkraftwerke sind einem Bericht zufolge nicht sicher. Demnach müssten vor allem Brandschutzklappen erneuert werden. Die Betreiber scheinen sich darauf zu verlassen, dass bis zur geplanten Abschaltung 2022 "schon nichts passieren" werde.
Deutsche Atomkraftwerke haben mit erheblichen Sicherheitsmängeln zu kämpfen. Eingebaute Brandschutzklappen stellen die Hauptschwachstelle dar, berichtet der Sender RTL. Demnach wären Nachrüstungen notwendig, würden aber aus Kostengründen unterlassen.
Aus Schutz vor Radioaktivität seien Atomkraftwerke so konstruiert, dass bei einem Brand betroffene Räume besser ausbrennen sollen, als dass Dämpfe in andere Teile der Anlage gelangen. Daher sollen Brandschutzklappen bei Feuer die Lüftungsanlagen dicht machen. Diese seien fest im Beton verbaut und eine Nachrüstung oder ein Austausch deswegen sehr aufwändig.

Das "Es wird schon nichts passieren"-Prinzip

Jedoch habe "jede Technik ihr Verfallsdatum", zitierte das "Nachtjournal" den Brandschutz-Experten Matthias Dietrich. So könnten in den bis zu 42 Jahre alten Anlagen mit der Zeit Haarrisse oder andere Beschädigungen aufgetreten sein. In diesem Fall könne es sein, dass hier "das Schutzniveau nicht erreicht wird, was wir von dieser Klappe erwarten", sagte Dietrich demnach weiter. RTL bezieht sich in seinem Bericht auf gemeinsame Recherchen mit dem journalistischen Zentrum Correctiv.
Derzeit sind in Deutschland noch sieben Atomkraftwerke in Betrieb, die bis 2022 alle abgeschaltet werden sollen. Nachfragen von Correctiv ergaben dem Bericht zufolge, dass von insgesamt etwa 5500 Brandschutzklappen in diesen Anlagen seit ihrer Inbetriebnahme lediglich 20 bisher ausgetauscht wurden. "Es wird darauf gesetzt: Es wird schon nichts passieren", zitierte RTL dazu den Atomexperten des Umweltverbands BUND, Thorben Becker.
fri/AFP
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