Preisexplosion

Darum sind Salatgurken plötzlich 130 Prozent teurer

Rekordsommer 2018

Supermarktpreise: Dieses Gemüse wird jetzt teurer – und dieses günstiger

Des einen Freud, des anderen Leid. Der Rekordsommer 2018 ist nicht jedermanns Freund. Die diesjährige Hitzewelle macht vor allem Landwirten zu schaffen. Die Rechnung ist einfach: Wenig Regen, gleich weniger Ernte.Das schlägt sich auch auf die Preise im Supermarkt aus. Wie die Agrarmarkt Informationsgesellschaft AMI ermittelt hat, kosten Kartoffeln 10,7 Prozent mehr, Eier sind um rund 8 Prozent im Preis gestiegen. Auch Gemüse wie Salat, Broccoli, Blumenkohl oder Kohlrabi sind dieses Jahr teurer. Trotz künstlich er Bewässerung ist der Wasserbedarf nicht gedeckt. Die Folge: Die geringere Ernte Lässt den Marktpreis steigen. Für Eisbergsalat müssen Verbraucher zwei Drittel mehr zahlen, Kohlrabi kostet derzeit 20 Prozent mehr. Doch es gibt auch Ausnahmen. Sonnenhungrige Sorten wie Zucchini, Tomaten oder Paprika sind dieses Jahr bis zu 20 Prozent billiger. Und auch das Pausenbrot kann getrost geschmiert werden. Die Dürre wirkt sich kaum auf Getreide aus, die Preise für Backwaren bleiben konstant. mehr…
11. September 2018 8:23 Uhr
Vor einem Jahr kosteten Salatgurken zur gleichen Jahreszeit 49 Cent, heute sind es im Schnitt 1,14 Euro. Der Grund für die Preisexplosion ist nicht nur der heiße Sommer.
Salatgurken sind in Deutschland so teuer wie schon lange nicht mehr. Der durchschnittliche Verbraucherpreis für deutsche Salatgurken hat laut Daten der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) in der vergangenen Woche bei 1,14 Euro je Stück gelegen. "Selbst für Wintermonate sind Preise über 1 Euro das Stück eher die Ausnahme", sagte der AMI-Marktanalyst für den Gartenbau, Michael Koch, der Deutschen Presse-Agentur. Gegenüber dem niedrigen Preisniveau des Vorjahreszeitraum sei die Salatgurke gut 130 Prozent teurer. Damals kostete sie im bundesweiten Durchschnitt nur 49 Cent.
Salatgurken sind gerade besonders teuer
© Patrick Pleul / DPA

"Die Gurke ist ein Sensibelchen"

Die Salatgurke sei schon seit längerem eher im hochpreisigen Segment angesiedelt. Koch sieht mehrere Gründe für das knappere Angebot. Fast zeitgleich hätten etliche Erzeuger in mehreren Ländern ihre alten Pflanzen herausgenommen und neu gepflanzt, entsprechend falle das Angebot zunächst einmal geringer aus.
Auch könnten die Pflanzen im Gewächshaus Stress etwa durch Hitze bekommen. "Die Gurke ist schon ein bisschen ein Sensibelchen", meinte Koch. "Wenn sie es zu warm hat oder zu sonnig, das macht der Gurke schon auch Stress." So könne etwa die Gefahr entstehen, dass Pflanzen Blüten abwerfen. 

Komplizierte Zuordnung

Ist eine Gurke eigentlich Obst oder Gemüse?

bak/DPA
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