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Noch Fragen?

Alle reden vom Wetter - wir nicht

Das war vor langer Zeit einmal ein Werbeslogan der Bahn. Jetzt fallen bei Hitze mitunter Klimaanlagen aus, bei Kälte frieren Weichen ein, bei Schnee gibt es Ausfälle, und bei Sturm wird der Zugverkehr eingestellt, weil niemand die Bäume an den Strecken pflegt. Was ist da schief gelaufen? Liegt es an der Privatisierung?
Frage Nummer 3000090561
Antworten (8)
Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten:
- wir kehren zurück in die gute alte Zeit, in der der Schnellzug mit Tempo 90 raste (bei dem Tempo reichte eine grob in die richtige Richtung weisende Weiche aus), wo man bei Hitze einfach das Fenster aufmachte, wo man bei einer Panne auf freier Strecke noch nicht den Bahnvorstand wegen Nötigung auf Schadenersatz verklagt hat; wo ein Streckenwärter seinen Vorgänger angerufen hat, wenn der Zug durch war, damit der den nächste auf die Strecke ließ.

- oder wir akzeptieren, dass High-Tech-Züge High-Tech-Schienen und eine High-Tech-Steuerung haben müssen, die bei extremen Wetterverhältnissen schlicht mal aussetzen.
So ist es.

Außerdem ist zu bedenken, dass eine größere Zahl von zu verwaltenden Parametern schneller eine Störung erzeugt.
KI kann noch immer nichts.
@ ing 793
In der guten alten Zeit standen auch noch auf größeren Bahnhöfen Ersatzlokomotiven als Ersatz für Ausfälle bereit, die gibt es seit Mehdorns Börsengangsversuch nicht mehr. Beim Baumschnitt will man jetzt nachbessern, also wurde auch das in den letzten x Jahren grob vernachlässigt. Bei den Klimaanlagen wurde einfach bei den Anforderungen gespart, das hat nichts mit moderner Technik zu tun.
Es mag abgedroschen klingen, aber mal wieder hat seit langem die Regierung versagt. Noch immer wird die Straße bevorzugt in Form von Steueraufwendungen, selbst Fliegen ist billiger, als mit der Bahn zu reisen. Ein ökonomisch und ökologisches Unding. Auf Dauer werden wir nicht überwiegend mit sauberen (?) KfZ und LKW hinkommen, auch der Flugverkehr wird sich irgendwann an seinen Emmisionen berechnen müssen, d.h. deutlich teurer werden.
Am Verlust des Individualverkehrs geht kein Weg vorbei.
Daher wären wir m.E. gut beraten, den Personen-und Güterverkehr mehr auf die Schiene zu verlagern, diesen aber auch vernünftig auszubauen und zu pflegen.
Das es bei extremen Witterungsverhältnissen zu Ausfällen kommt, wird jeder verstehen. Jedoch scheint mir die Bahn 4 Grundprobleme zu haben: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Und das kann es nicht sein.
Da sitzen hoch, sehr hoch bezahlte Manager im Vorstand, und der neueste Hochgeschwindigkeitszug , besetzt mit diesen Herrschaften, Politiker und Presse, bekommt bei normalen Witterungsverhältnissen noch nicht mal pannenfrei seine erste Jungfernfahrt hin.
Das hat nichts mit Privatisierung oder Verstaatlichung zu tun, es ist organisierte Misswirtschaft.
Seine erste Jungfernfahrt?
Vielleicht schafft er ja seine zweite Jungfernfahrt … hihihi ...
Wenn ich mich so umsehe nach Norden (NL) oder Süden (CH) dann bilde ich mir das wohl ein, dass nur wir solche starken Probleme haben?

Wie es im Westen und Osten von uns aussieht, mag ich nicht beurteilen.

Aber ja, gefühlt ist die Privatisierung mit Schuld Oder hat Schuld. Wie auch immer.
Die Bahn ist privatisiert? Dann weißt du mehr als ich.
Sie wird als profitorientiertes Unternehmen geführt, nach privatrechtlichen Regeln. Auch wenn der Staat nach wie vor Eigentümer ist.
Und ja, das ist ein Unterschied zu vorher.