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Gast

Angst vor Paracetamol begründet?

Eine neue Studie besagt, dass Paracetamol, in der Schwangerschaft eingenommen, ADHS und Autismus beim Kind auslösen kann. Außerdem soll die Einnahme von Paracetamol weniger empathisch machen und das Einfühlungsvermögen einschränken.
Das kommt mir etwas sehr weit hergeholt vor. Ist das Panikmache oder ist das Medikament wirklich gefährlich?
Frage Nummer 3000053708
Antworten (25)
Ja.
Ich würde als Frau in der Schwangerschaft gar nichts einnehmen, essen oder trinken. Als Mann aber auch nicht!
Also, die Studie (doi: 10.1093/ije/dyw115) von Garvella-Garcia findet tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und ADHS und Autismus. Allerdings hat die Studie keine genauen Daten zur eingenommenen Dosis und Einnahmefrequenz erfasst. Es besteht also wirklich ein (nicht genau quantifizierbares) Risiko, das gegen einen zu erzielenden Nutzen abgewogen werden muss. Eine unkritische Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft ohne ärztliche Beratung würde ich bei dem Kenntnisstand nicht empfehlen.
Amos, Dubist aber nun mal keine Frau!
Und, lese ich das sinnentnehmend gerade richtig: Du würdest als 'schwangerer Mann' "...gar nichts einnehmen, essen oder trinken..."?

Oh, oh, da hat offenbar der Grüne Veltliner zugeschlagen, oder war's denn doch der Anblick des Wilden Kaisers?
@umjo: Du bist ein wirklicher Witzbold. ;-)
Paracetamol ist ein Schmerzmittel das meist selbst verordnet wird. Da Schmerzen, wenn sie echt sind, ein Warnzeichen sind, ist schon das unverantwortlich. Wer krank ist gehört zum Arzt. Wer nur Kopfschmerzen hat ohne krank zu sein, sollte spazieren gehen, Sport machen, nicht Saufen, nicht Rauchen und und und aber keine Tabletten einschmeissen. Schlimmer ist aber: Eine Nebenwirkung von Pracetamol ist Kopfschmerz. Wer also Paracetamol gegen Kopfschmerzen nimmt, bekommt von Pracetamol Kopfschmerzen gegen die er dann wieder Paracetamol nehmen muss von denen er Kopfschmerzen bekommt ... Finger weg von solchen Medikamenten wie Schmerzmitteln, Schlafmitteln oder Abführmedikamenten die man selbst verordnen kann, sie erzeugen häufig die Krankheit erst, gegen die sie genommen werden. Das gilt ganz unabhängig davon, ob sie auch noch fruchtschädigend sind für alle.
Profi, wa?
Lieber Dorfdepp, Dein Musikgeschmack ist jedes Mal auf's Neue bewundernswert.
Immer zu Diensten, Eure Hoheit.
Hoheit ist nicht angebracht, eher Flachmann.
machine,
da habe ich in die falsche Kiste gegriffen. Das Gute an meinem Musikgeschmack ist, dass Genesis nicht vorkommt.
Häufigste Ursache für Kopfschmerzen ist dehydrierung.
Das Glas Wasser, mit dem man die Kopfschmerztablette nehmen würde einfach ohne Kopfschmerzablette nehmen und noch ein Glas hinterher.
Das würde meistens schon reichen.
Früher glaubte man, Paracetamol könne man auch während der Schwangerschaft einnehmen. Ärzte, die auf dem aktuellen Wissensstand sind, raten jedoch dringend von Paracetamol während der Schwangerschaft ab. Dabei geht es aber nicht nur um ADHS, sondern um gravierende Missbildungen.
Abgesehen davon ist Paracetamol Leber schädigend. Es ist die häufigste Ursache für akutes Leberversagen in (West-) Europa. Unverständlich, dass es immer noch rezeptfrei erhältlich und trotz hoher Nebenwirkungsrisiken bei gleichzeitig geringem therapeutischen Nutzen überhaupt noch am Markt ist.
So eine richtig seriöse fixe Aussage konnte ich nicht finden.
ADHS und Autismus sind genetisch bedingt.

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=64141

Das ist nicht wirklich eindeutig.

Vorsichtshalber würde ich es weglassen, bis das genauer untersucht wurde.
lion19, woher hast du diese informationen?
aktueller stand der dinge ist immer noch, paracetamol in der schwangerschaft unter ärztlicher aufsicht ist ok, eben weil es nicht fruchtschädigend ist. die wirkung von paracetamol ist fiebersenkend und schmerzstillend, auch für säuglinge ist es in entsprechender konzentration als zäpfchen geeignet, wird von jedem kinderarzt verordnet.
was dabei aber immer beachtet werden muss, ist die tageshöchstdosis, da paracetamol bei überschreiten dieser grenze zu leberschädigungen führen kann.
ein schmerzmittelinduzierter kopfschmerz kann bei jedem schmerzmittel (aspirin, paracetamol oder ibuprofen) entstehen, wenn das medikament mehr als 10mal im monat eingenommen wird.
tatsächlich hat diese studie diskussionen ausgelöst, meiner meinung nach ist es aber zu früh, schlüsse zu ziehen, mehr untersuchungen zu diesem thema sind nötig.
gruß, eine apothekerin
Es gibt Forschung die belegen das großer anhaltener Stress als Umwelteinfluss während der Schwangerschaft ein Auslöser für Autismus oder ADHS sein kann. Autismus und ADHS sind beides Behinderungen die mit Wahrnehmungsstörungen zu tun haben. In den Zusammenhang wird auch Paracetamol als Medikament gesprochen, das die betroffenden Frauen gegen diesen Stress nehmen. Ich würde die Einnahme von Medikamente in der Zeit mit deinen behandelnen Ärzten absprechen. Das andere was wichtig ist, ist Ruhe und massiven langanhaltenden Stress vermeiden! Ich arbeite mit Autisten und wir sind mit ihnen auch in Behandlung. Das mit den langandauerden massiven Stress hat die behandelne Neurologin als mögliche Ursache für diese Erkrankungen bestättigt. Es kommen aber meistens verschiedene Faktoren zusammen, die solche Behinderungen auslösen können.
@karinwie: Schön, dass Sie als Apothekerin trotz Ihrer offensichtlichen Sorge um Ihren Umsatz immerhin die kopfschmerzerzeugende Wirkung von Schmerzmitteln zugeben. Der Name Schmerzmittel ist schon richtig, sie erzeugen Schmerzen.
Bedauerlich ist allerdings, dass Sie als Fachfrau nicht darauf hinweisen, dass der Abstand zwischen Wirkmenge und toxischer Menge gerade bei Paracetamol extrem gering ist. Dass das bei einer Schwangeren zwischen Mutter und ungeborenem Kind oder bei Kleinkindern verantwortlich abgegrenzt werden kann, erscheint äußerst zweifelhaft.
Ich möchte aber auch zum Thema ADHS etwas anfügen. Natürlich gibt es diese Störung. Aber es gibt auch immer mehr Eltern, die von ihrem "ein und alles", ihrem Kind, eine Funktionalität wie von einem Blumenstrauß zur Zierde des Wohnzimmers erwarten aber kein kindgerechtes Verhalten. Wenn das Töchterchen dann nicht mit fein gebügeltem Schleifchenkleid auf dem Sofa sitzt und die Gäste entzückt, sondern lieber mit dem Roller durch den Garten tobt, hat sie gleich ADHS und braucht dringend Medikamente. Eigentlich sind aber die Eltern behandlungsbedürftig.
Nicht nur Eltern, die schmerzmittelsüchtig sind, sind eine Gefahr für ihr Kind und immer mehr Kinder mit ADHS heißt nicht, dass es immer mehr ADHS gibt. Es kann auch heißen, dass es immer mehr durchgeknallte Eltern gibt, die behandelt werden müssen, damit sie nicht gesunde Kinder behandeln lassen.
Dass das den Umsätzen der Apotheken schadet ist ein Gerücht, denn die Eltern brauchen die Medikamente, die die Kinder verabreicht bekommen.
da die therapeutische breite von paracetamol tatsächlich gering ist, ist die beratung in der apotheke durchaus wichtig. ohne entsprechende abklärung der symptome, ob eine selbstbehandlung überhaupt sinnvoll ist, wechselwirkungen mit anderen medikamenten usw, gebe ich dieses präparat niemals ab. die jeweilige zulässige dosis hängt von alter und gewicht ab, diese wurde nach über 50 jahren forschung durch zahlreiche studien festgelegt. paracetamol ist immer noch die nummer eins der von kinderärzten verschriebenen präparate für kinder bei fieber und schmerzen.
bei dem preis von ca 1,99 pro packung kann man nicht gerade von Umsatzsteigerung reden.
paracetamol ist jetzt auch nicht die erste Wahl wenn es um Schmerzmittel geht. Aber bei kunden mit asthma oder besonders magenempfindlichen ist paracetamol trotzdem eine gute wahl.
natürlich muss man sich auch auf die compliance verlassen, das bedeutet man muss vom gesunden menschenverstand ausgehen dass sich der kunde nicht die ganze schachtel auf einmal reindrückt. auf die tageshöchstdosis wird immer hingewiesen.
gruß karin
Das was Spock über ADHS reingeworfen hat, da stimme ich zum Teil zu. Man muss sich Eltern und das Kind anschauen. Es reicht sicher nicht den Kind Medikamente zu verschreiben damit es funktioniert. Man muss bei den Eltern mitansetzen. Das Problem ist zum Teil wirklich oft, das vieles auf das Kind bezogen wird. Das Kind wird nicht als Syntom gesehen sondern als Hauptursache. Wenn die Eltern was an sich ändern müssen oder sollen, machen leider viele dicht! Auf der anderen Seite können Medikamente auch wirklich Kindern helfen sich zu focussieren, die davon betroffen sind. Das heißt auch Familie entlassten. Das kann wirklich heftig sein, mit einen solchen Kind in einer 2 oder 3 Zimmer zu leben. Das zu dem, bei jemanden der Alleinerziehend ist, usw... Das ist aber eine andere Geschichte und da machen wir hier ein anderes Faß auf!
Ich denke, dass dieses Faß dringend aufgemacht werden muß. Nach Zahlen der Barmer BEK ist die Zahl der ADHS-Erkrankungen von 2006 bis 2011 um 50% und von 2000 bis 2010 sogar um 90% angestiegen.
Ich glaube nicht, dass die Frauen in Deutschland nur noch verwirrte Kinder zur Welt bringen. Ich glaube, dass sich der Wunsch der Gesellschaft von dem entfernt hat, was ein Kind ist, will und leisten kann.
Das Problem ist nicht ADHS, das Problem sind die Eltern.
Ach ja, übrigens, karinwie: Dieses Wachstum des Marktes, das erkennbar ohne jeden Grund stattfindet meinte ich mit den verbesserten Umsatzerwartungen.
@Karinwie
Antworten zur Gefährlichkeit von Paracetamol findet man u.a. in der Pharmazeutischen Zeitung, z. B. Ausgabe 25/2015 (SALT-Studie) und Nr. 23/2015: Kryptorchismus (Hodenfehlstellung bei männlichen Feten), über den nicht vorhandenen therapeutischen Nutzen z.B. bei Rückenschmerzen s. Deutsche Apothekerzeitung v. 24.07.2014.
Es schadet also nicht, gelegentlich einen Blick in die Fachzeitschriften zu werfen.
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62006
man beachte den letzten satz. genau meine aussage
Viele Eltern, so schätze ich mal, lassen ihr Kind positiv auf ADHS testen und legen sich das Ritalin selber ein, jetzt nur mal so fiktiv gedacht, gibt es ja als N3 vom Arzt verschrieben.