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Noch Fragen?

Bankenrettung Teil III - Aktionäre sollen ran!

SPON titelt heute morgen: "Aktionäre müssen Banken jetzt selber retten". Wie dargelegt, sind die Kurse der notleidenden Banken (HRE,Coba) ohnehin zusammengebrochen.
Aktionäre haben aber keine Nachschusspflicht. Kann jemand erklären, wie sich die Aktionäre nun darüber hinaus beteiligen sollen?
Frage Nummer 69674
Antworten (9)
Na, mit den üblichen Rezepten: Durch Verwässerung mit neuen Aktien oder Gründung einer Auffanggesellschaft, durch Beteiligung frischen Kapitals oder Üernahme.
Die Aktionäre alleine können eine Bank nicht retten, dazu ist die Eigenkapitalbasis der Banken viel zu gering und eine Nachschusspflicht besteht tatsächlich nicht.
Ich hoffe jedoch, dass, wenn die Aktionäre nun wissen, dass sie als erstes dran sind und eben nicht mehr, wie in der Vergangenheit, ihr Kapital durch den Steuerzahler gerettet wird, dass sie dann als Eigentümer der Bank auch mehr Einfluss auf die Art der Geschäfte nehmen. Und, nicht zu vergessen, dadurch dass auch in zweiter Linie dann die Gläubiger der Banken dran sind, steigen wegen des höheren Risikos endlich wieder die Zinsen bei bankeigenen Produkten.
Wer Aktien kauft, investiert in ein Unternehmen. Wenn dieses Unternehmen pleite ist, ist die Investition futsch. Die Aktionäre haben keine Pflichten, sie haften nur mit ihrem Kapital. Das ist ihr Beitrag zur Rettung. Das ist ganz normal und war schon immer so. Dieser Ablauf wurde in den letzten Jahren nur verwässert mit der Rettung der systemrelevanten Banken und vor allem mit der unsäglichen Zusicherung von Merkel und Steinbrück. "Die Einlagen sind sicher" Das war ein großer Fehler, wenigstens eine kleine Beteiligung am Destaster hätte dann manchen Gierschlund von riskanten Anlagen abgehalten. Aber bei Null Risiko kann man weiterhin jeden Scheiss machen. Sogar die (auch die überhöhten) Zinsen wurden garantiert. Da kann man sich nur noch an die Stirn tippen. Aber sie haben es gemerkt und in Zukunft läuft es eben so ab wie früher. Da sprechen dann manche von Enteignung, dabei haben sie selbst falsch investiert.
Sehr gute Antwort, elfigy, mit der einen kleinen Einschränkung, dass Angie und Steini die EINLAGEN garantiert haben (Schutz der Gläubiger und Kunden) und nicht die Aktienkurse. Die Garantie umfasste nicht die Eigentümer. Das ist auch deshalb logisch, weil sie sonst die Kurse aller Aktien, die in Deutschland gehandelt werden, hätte garantieren müssen. Und so mental challenged waren noch nicht mal die beiden.
Nur ist das allgmein nie verstanden worden. Aber, wie auch immer, es war ein leeres Versprechen, das nicht hätte eingelöst werden können. Was mich immer noch erschüttert ist, dass die Leute den Scheiß geglaubt haben und immer noch glauben.
Ja die Spareinlagen waren gemeint. Da glaubten manche, ihre Aktiendepots wären mit abgesichert. Diese Zusicherung damals war eine übereilte, nicht ausreichend überdachte Äußerung als die Finanzkrise begann und man eine Panik befürchtete. So gesehen machte es schon Sinn. Nur ob es in diesem Umfang nötig war, bezweifle ich. Aber es war eine Ausnahmesituation. Man fürchtete Schlangen vor den Geldinstituten wo aufgescheuchte Bürger ihr Geld in bar abholen wollten, das hätte einen Zusammenbruch der Geldwirtschaft bewirkt. Ich erinnere mich, daß auch meine fast 90jährige Mutter damals in höchster Alarmbereitschaft wegen ihrem Sparbuch war und diese Zusicherung hat sie wieder ruhig schlafen lassen. Man hätte aber als sich die Lage wieder beruhigt hatte, den Hintergrund dieser Zusicherung erklären sollen und modifizieren, damit sich nicht so ein Besitztumsdenken einschleichen hätte können , wie wir es jetzt haben.
@elfigy: Null Risiko? Aktie der IKB: Von 27 Euro auf Null, HRE: Aktionäre wurden mit 1,35 Euro abgefunden, Coba bei 0,7 Euro.
Das Geld der Aktionäre ist nahezu komplett weg! Mehr Beteiligung geht doch gar nicht, oder?
Deswegen ist das doch ein Schmarrn zu sagen, dass künftig die Aktionäre ran sollen. War doch in der Vergangenheit auch schon so.
@elfigy

Wieso unsägliche Zusicherung. Steinbrück und Merkel haben dadurch eine mögliche Massenpanik vermieden. Das war sogar ausgesprochen gut gemacht meiner Meinung nach.
Die Aktionäre können insofern beteiligt werden, dass sie keine Dividende mehr erhalten oder dass eine Kapitalerhöhung gemacht wird, sodass der Aktienkurs sinkt.
@ Zombijäger, das mit der Vermeidung der Massenpanik schrieb ich ja. Aber die Zusage war zu weitreichend und hätte nach kurzer Zeit sofort modifiziert werden müssen, damit die Leute das nicht als Besitzstand betrachten.
@ Stechus. Du hast recht, ich habe vieles eingekürzt wegen der Zeilenbeschränkung. Und dann Spareinlagen und Aktien nicht richtig voneinander getrennt. Dass manche Leute glauben, dass die Aktionäre bis jetzt nicht mit ihrem Kapital ran mußten, kommt von dem was ich hier an Zombiejäger schreibe. Es glauben viele, daß alles gesichert wäre. Die schreiben von Enteignung, wenn ihre Aktien nichts mehr wert sind.