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Gast

Bedingungsloses Grundeinkommen - Wozu?

Einige Parteien ... jetzt allen voran die PIRATEN ... forden ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden. Fragt sich nur: warum und wozu? Wir haben heute bereits ALG und ALG II. Das muss reichen ... ich will jedenfalls keine arbeitsscheuen Schmarotzer unterstützen.
Frage Nummer 31160
Antworten (10)
Aber das tust Du doch auch jetzt schon... und beim bedingungslosen Grundeinkommen muss ja keiner mehr arbeiten, der Staat zahlt alles ... super Idee (man beachte die Ironie!!!)
Hinter dieser Forderung steckt ein anderes Menschenbild:
Der Mensch ist nicht von Natur aus faul, sondern möchte sich gerne verwirklichen. D.h. einer Arbeit nachgehen, die ihm Spaß macht und erfüllt.
Wenn man nicht mehr unbedingt auf das Geld verdienen angewiesen ist, kann man es sich auch leisten einer "Brotlosen Kunst" nachzugehen (Z.B. Künstler).
[br]
Das Gegenargument ist, dass dann bestimmte Arbeiten von Niemandem gemacht werden, wenn man die Arbeitslosen durch Leistungskürzungen nicht dazu zwingt.
[br]
Welche der beiden Sichtweisen richtig ist, kann niemand sagen, weil es noch niemend ausprobiert hat.
Es ist also (wie so vieles) letztlich eine Glaubensfrage.
Diese eigentlich bestechende Idee hat der Chef der "dm"-Märkte schon länger, hier mehr dazu.
Das Grundeinkommen erhält jeder Bürger jeden Alters, damit entfallen auch alle anderen Versorgungen wie Arbeitslosengeld, Zuschüsse etc.
Wir haben eine Art BG doch schon. Nennt sich Hartz IV.
Ein BG würde viele Dinge leichter machen, es wird aber sicher nicht ausreichen um sich selbt zu verwirklichen.
Ich halte unsere Gesellschaft außerdem noch nicht für reif genug für ein BG. Es wird zu viele geben, die es kassieren und sich dann auf die faule Haut legen. Das passiert auch mit Hartz IV schon oft genug.
Die Frage ist gut - Deine Ansicht dazu aber jedenfalls fragwürdig.
Allgemein herrscht Übereinstimmung, dass eine Gesellschaft ohne viel Papierkrieg und Verwaltung reibungsloser und effizienter funktioniert. Kreative Kräfte und Zeit für Bildung und Wissenschaft werden so freigesetzt (natürlich auch ein paar Alkoholiker, aber das regelt sich. Im allgemeimen wird in guten Volksgemeinschaft ein "Bodensatz" von max 3% nicht überschritten. Übrigens auch nicht mehr schwerreiche Psychopathen und machtgierige Hochkriminelle). Was ist von einer deutschen Behörde zu halten, die mit über 106.000 Menschen nicht vorhandene Arbeitsplätze verwaltet? Imho nichts. Setze die frei und gib ihnen ein Grundeinkommen - es würde allen besser gehen. Bezahlbar ist die Sache auch - allein aus Produktivitätsfortschritt.
Oje, starmax, höre ich da schon wieder Oskars Thesen ("finanzierbar durch Produktivitätsfortschritt") durch? Das für mich seltsame an dieser Diskussion ist, dass das BG schon sehr in Richtung Turbokapitalismus geht, aber häufig von denjenigen vertreten wird, die genau den ablehnen. Denn mit dem BG werden ALLE Subventionen abgeschafft: Theater werden nur wenige übrig bleiben und nur noch für wenige erschwinglich, Schwimmbäder werden geschlossen. Diejenigen, die bleiben, werden abgewirtschaftet , der Eintritt steigt ums vierfache. Kindergärten kosten 1000 Euro/Monat, der ÖNPV wird erheblich teurer und schlechter.
So. Und nun kann jeder in eigener Verantwortung festlegen, für welche dieser Institutionen er Geld ausgibt. Die Schwachen, die ihr BG für Überflüssiges ausgeben und Mitte des Monats pleite sind, bleiben dann nur noch die Suppenküchen der Wohlfahrt. Je nach Ausprägung wird das BG somit zu erheblichen Unruhen führen.
StechusKaktus, das haste wat missverstanden.
Mit Subventionen öffentlicher Einrichtungen hat das BG gar nichts zu tun, sondern es ist ein Bürgergeld, Grundeinkommen, dass jedem einzelnen Bürger zukommt.
Staatliche Ersatzleistungen wie ALG, Wohngeld etc. werden dadurch ersetzt, keineswgs aber die Förderung des ÖPNV etc., das sind staatliche bzw. kommunale Leistungen, die ja auch gesetzlich verankert sind. Lies mal das hier!
@ netter fahrer: Hmmm, da war ich wohl nicht auf dem aktuellen Stand. Danke für die Info. Wieso hast ausgerechnet du nicht auf meine Autofrage geantwortet? Hätte mich interessiert.
Ja, lieber Kaktus, das war etwas daneben - kann ja vorkommen. Netter_Fahrer hat volllkommen Recht. Ich halte übrigens viele von Oskar Lafontaines Thesen für richtig, auch wenn bei ihm - unfairer Weise - immer gleich mit "Millionär" und charakterlicher Unzuverlässigkeit argumentiert wird.
Was soll die ganze Aufregung? Ex-Postler und DB-Mitarbeiter wurden regelrecht in den vorzeitigen Ruhestand gedrängt, teils im Alter von Mitte 30, bei ca. 90% der bisherigen Nettobezüge.In Banken werden ambitionierte qualifizierte Praktikanten herauskomplementiert, aus dem einfachen Grund; dieser einzelne Praktikant erledigt die Arbeit einer ganzen Abteilung in der Hälfte der Zeit. Hier gilt es, Bestandsschutz zu wahren. Kurzum: Arbeitsscheue Schmarotzer gibt es nicht nur auf dem Arbeitsamt, die volkswirtschaftlichen Kosten der "arbeitenden Schmarotzer"sind vermutlich wesentlich höher