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Noch Fragen?

Der richtige Weg?

In Österreich geht gerade ein Aufschrei durchs Bildungsministerium; Bei der diesjährigen Matura sind 8 % der Maturanten (Smartphonegeneration) wegen mangelhafter Leistungen in Mathe durchgefallen. Jetzt soll die Prüfungsordnung dahingehend geändert werden, dass "kleine" Rechenfehler nicht mehr der Grund dafür sein dürfen, dass eine Prüfung nicht bestanden wird.
Hallo? Gerade bei Mathe gibt es nur Schwarz oder Weiss, kein Grau. 1 plus 1 ist 2, und nicht 1,89. Entweder ich habe das richtige Ergebnis, oder das falsche. Man kann höchstens noch Fleißpunkte verteilen, wenn der Rechenweg wenigstens richtig war.
Trotzdem kann es doch nicht sein, dann man mit falschen Ergebnissen ein Abitur schafft, oder?
Frage Nummer 3000100451
Antworten (18)
Die "8%" (tatsächlich 5-7%) treffen erst zu nach sog. "mündlicher Kompensationsprüfung". Nach der schriftlichen Klausur waren es noch rund satte 20% (Quelle: kurier.at).

Bei so hohen Quoten können die Schüler doof sein - aber auch die Aufgabensteller. In jedem Fall könnte es schon ungerecht sein, eine ellenlange Rechnung unter Streß als komplett falsch zu werten, wenn das Falsche "nur" ein vergessener Term oder ein Zahlendreher ist. Das Ergebnis wäre zwar nicht richtig, der Prüfling hätte aber schon - eventuell auch sehr weitgehende - Kenntnisse nachgewiesen.
Naja, wenn es um Abi-Prüfungen geht, sollen ja nicht die Grundrechenarten getestet werden.

Wenn ein Prüfling in der ABI-Klausur die richtigen Formeln und einen, eventuell in X Schritten anzuwendenden, Rechenweg findet, ist es schon hart, dann für diese Aufgabe keine Punkte zu geben, weil in einer Nebenrechnung evtl. falsch Multipliziert wurde.

Dann stellt sich die Frage, ob die Fleißpunkte nicht volle Punktzahl abzgl. 1 sein sollte.
1,99 sind nicht 2. Auf mehrere Operationen bezogen gibt das schon ein gewisse Differenz, also durchgefallen.
Die Wirtschaft braucht mehr Abiturienten!
Lieber ein Volk von schlecht bezahlten Akademikern und Bachelors
als ein Volk von arbeitslosen Nichtkonsumenten.

Ein Trend der seit Jahren sichtbar ist.
Eine Matura, weiter nördlich auch als Abitur bezeichnet, sollte schon einen gewissen Anspruch an die Qualität der Bildung haben.

Falsch gerechnet? Schwierigkeiten mit der Grammatik? Gravierende Fehler in Fremdsprachen? Alles nicht so schlimm. Nur die Anforderungen senken, dann besteht jeder Idiot die Prüfung.
Die Aufgaben gibt es zum Download (Quelle z.B. nachrichten.at). Arbeitet man die Aufgaben durch, ergibt sich folgendes Bild:

Ein sog. Teil 1 besteht aus 24 kleineren Aufgaben quer durch die Mathematik. Einige Aufgaben sind multiple choice, einige erwarten Textanworten ("Interpretieren Sie..."). Da mag noch gelten: falsches Ergebnis = 0 Punkte.

Der Teil 2 besteht aus nur 4 (!) Aufgaben, die entsprechend lang sind. Dort wäre es schlicht brutal zu sagen: falsches Ergebnis = 0 Punkte.

Wer dennoch für diese drastische Lösung stimmen möchte, möge bitte vorher mal einen Blick auf die Aufgaben werfen und sich gedanklich in seine Abi-Zeit zurückversetzen.
Die armen Schüler. Jetzt wird sogar von denen verlangt, richtig rechnen zu müssen. Das ist schon sehr unmenschlich.

Erinnerungen an mein Abitur? Unmenschliche Bedingungen, aber gut geschafft.
Johannes 8,7.
Bevor ich dir sagen muss, dass es keinen Johannes 8,7 gibt - sag es einfach so!
Wokk,
ich glaube Cherub träumt von »An der Nase des Mannes erkennt man seinen Johannes« 8,7 Zoll = 22 cm.
Ich nehme mal Cheru in Schutz und verweise auf die alte Lutherbibel (1912):
"Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie."

Eben frisch geguugelt, kann jeder gerne überprüfen.
1) ich würde vermuten, dass bh da irgendetwas missverstanden oder überinterpretiert hat. Mein Abi ist jetzt über 35 Jahre her, aber Teilpunkte für den richtigen Weg gab es schon damals (jedenfalls gab es sie bei mir, wer weiß, wie das in rückständigereren Staaten oder Ländern geregelt war).
In meiner Abiklausur standen bis zur vorletzten Zeile einer Aufgaben praktisch nur Buchstaben, erst dann wurden die Zahlen eingesetzt. Wer dann eine sechs mit einer neun verwechselt hat, der bekam dann einen oder zwei Punkte abgezogen, aber die 13 oder 14 anderen blieben.
Ich habe auch mindestens einen Fall erlebt, da bekam der Prüfling trotz richtigen Endergebnisses nur einen Bruchteil der Punkte. Er hatte sich auf dem Weg zweimal(!) geirrt und war nur durch puren Zufall auf das richtige Ergebnis gekommen


2) Die Mathematik ist spätestens seit der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung jedenfalls in der Praxis nicht mehr schwarz / weiß. Es gibt da ganze Wissenschaftszweige, die sich mit Abschätzung und Eingrenzung des Graubereiches beschäftigen.

3) @Dorfdepp: ich stimme Dir zu - das waren harte Zeiten, die heutige Generation würde das keine drei Wochen durchhalten, was wir erlebt haben. Alles Weicheier, wir waren die Besten und die Härtesten.
In Österreich ist alles möglich.
Ich stelle mir das gerade vor: Auf dem Akku ist eine Spannung von 1,2V aufgedruckt. Einige der Foristen hier messen nach und messen eine Spannung von 1,356V.
Und dann gehen sie zum Händler und versuchen den Akku wegen falscher Spannung zu reklamieren, weil sie über ihre Schul-Mathematik nie hinausgekommen sind.

Wenn man Mathematik betreibt, gibt es (wenn man aus den Grundlagen heraus ist), sogar ein Formelzeichen für die akzeptierte Abweichung: ɛ​ (sprich: Epsilon).

Davon abgesehen und hier verschiedentlich bereits dargelegt, bei der Beurteilung werden für verschiedene Aspekte des Aufgabenwegs Punkte vergeben und neben der rechnerischen Richtigkeit ist selbstverständlich ein Kriterium (und eines der wichtigsten Kriterien), ob jemand verstanden hat, was er oder sie da rechnet. Und ob jemand in der Lage ist eine textliche Problembeschreibung in eine mathematische Formulierung zu übersetzen.

Im Berufsleben habe ich wirklich eine Menge Leute erlebt, die zwar die Grundrechenarten relativ fehlerfrei beherschen, ansonsten aber komletten Unsinn durch die Gegend rechnen.
Und was den guten alten Johannes angeht. Das war einer der frühen PR-Manager des Christentums.
In Kapitel 8, Vers 7 seiner einigermaßen bekannt gewordenen und weit verbreiteten Werbeschrift steht:

Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.
Damals 2000 bei meiner Meisterprüfung hat der Prüfungsausschuss drei Kollegen mit gerade erreichten (zugeschusterten) 50% durchgeschleust.
Das ist uns schon lange bekannt:
Wir sagen hier:
Wenn ein Deutscher nach Österreich geht, dann haben wir einen Deppen weniger und die Össies einen Ingenieur mehr .
In Österreich gilt ein Adelstitel eh mehr als eine Matura.